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Heim-Tier & Pflanze Berlin: Erste Eindrücke Der „Glanz“ der Hersteller: Ihre Abwesenheit
Seit 75 Jahren gibt es in Berlin die Grüne Woche, in diesem Jahr war es die 66. Veranstaltung. Seit 1996 wird die Heim-Tier & Pflanze zeitgleich mit der Grünen Woche veranstaltet.
Bereits am ersten Wochenende waren die Hallen unter dem Funkturm mit über 120.000 Besuchern übervoll. Kam der Besucher in die gut ausgeschilderte Halle 2.2 – hier findet die Heim-Tier & Pflanze statt – so fiel zunächst auf, dass der Besucherstrom deutlich abebbte. Das lag zum Teil daran, dass – anders als in den Hallen der Grünen Woche – die Laufrichtung diagonal war und sich die Besucher besser verteilten. Mittelpunkt der Halle war eine 600 qm-Dschungellandschaft mit exotischen Pflanzen und Vögeln, eine groß angelegte Hängebrücke überspannte die Landschaft, rund um einen Tümpel wuchsen besonders viele Orchideen.
Passend dazu: Die wiederum sehr liebevoll und sorgfältig gestalteten Stände und Schauanlagen der Aquarien- und Terrarienvereine sowie vieler Pflanzenclubs – von Bonsai bis Tillandsien.
Direktaussteller aus der Heimtierbranche fehlten nahezu völlig. Einige wenige Firmen verloren sich auf kleinen Ständen. Der kommerzielle Teil der Heim-Tier & Pflanze wurde repräsentiert durch Karstadt Berlin, Fels-Aquaristik Berlin und Zoo Wendland GmbH, Berlin. Sie vertraten auf großen Marktplätzen mit Einzelständen (20 bis 250 qm) bis zu 20 Branchenfirmen und boten deren Produkte zum Direktverkauf an. Jörg Wendland, der jede Heim-Tier & Pflanze seit 1978 mitgemacht hat, versteht sich dabei auch als „Motor für die Produkte der Industrie“. Um alle in einen Marktplatz zu bekommen, hat er lange im Vorfeld der Messe Gespräche mit Herstellern und Lieferanten zu führen, die Organisation muß anlaufen, alles in allem: Eine Sache, die „nur mit viel Idealismus auszuhalten ist“. Und dennoch: „Hier spreche ich 200.000 Besucher an, das Verhältnis Kosten der Ausstellungsbeteiligung : Kontakt/Werbung fällt damit sehr günstig aus.“ Während der Marktplatz Wendland Vitakraft in den Mittelpunkt rückte, dominierte bei Karstadt das Aquaristik-Duo „sera-Bioplast“ den Stand. Für die Branchenhersteller ist diese Art der Ausstellungsbeteiligung (Sie zahlen die Fläche, haben aber mit dem Verkauf nichts zu tun.) ebenfalls bedeutend kostengünstiger als eine Direktbeteiligung an einer 10 Tage-Endverbrauchermesse. Für den Besucher mag sich der Marktplatz lohnen (wg. Messepreise), die großzügige und attraktive Präsentation großer Branchenfirmen in früheren Jahren vermisst man dennoch sehr. So hat der kommerzielle Bereich viel an Glanz verloren.
Wäre da nicht der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands gewesen! Das ZZF-Fachbesucherzentrum bot vor allem die Informationen rund um die Heimtierhaltung, die man auf dem Marktplatz nicht bekommen konnte. Auf dem ZZF-Stand ging es wirklich um die eigentliche Basis und das eigentliche Besucherinteresse: Die Tiere. Schon die Standgestaltung vermittelte saubere Kompetenz. Die beispielhaft eingerichteten Aquarien animierten sogar die Aquarianer von der anderen Hallenhälfte – der ideellen – in Scharen. Über 90 Prozent der Besucher am ZZF-Stand aber wollten vor allem eins: Informationen. Während der Messetage war zudem eine kostenfreie 0800-Hotline auf den Stand geschaltet. Mit ZZF-Präsident Klaus Oechsner, Vizepräsident Klaus-Dieter Andersch und dem Landesverbandsvorsitzenden von Baden-Württemberg Rainer Kühn standen an allen Messetagen kompetente Gesprächspartner zur Verfügung. Sie wurden täglich durch einen Kollegen aus dem Berliner Verband unterstützt. Auffallend viele Fragen drehten sich um die seit Januar geltende neue Kennzeichnungspflicht. Bemerkenswert ist auch das hohe Niveau nahezu der weitaus meisten Fragen. (hgm)
Aus dem Abschlussbericht der Messe Berlin
Als einer der großen Publikumsmagnete der Internationalen Grünen Woche für Fachbesucher und das Publikum erwies sich erneut die Heim-Tier & Pflanze. Weit über 200.000 Tierliebhaber und Pflanzenfreunde strömten vom 19. – 28. Januar in die Messehalle unter dem Funkturm. Wie aus der Befragung eines unabhängigen Marktforschungsinstitutes hervorging, rangierte die beliebte Publikumsschau für den Heimtier- und Pflanzenmarkt beim privaten Publikum auf dem zweiten und bei den Fachbesuchern auf dem dritten Platz in der Beliebtheitsskala. Im Verlauf der Ausstellung wurden rund 6.100 Heimtiere in Käfigen und Volieren, in Aquarien und Terrarien vorgestellt. 98 kommerzielle Aussteller, darunter Hersteller von Tiernahrung und Aquaristik, und 60 ideelle Vereine informierten auf einer Brutto-Ausstellungsfläche von 6.045 Quadratmetern über artgerechte Heimtierhaltung und zeigten das vielfältige Angebot des Zoofachhandels. Mehr als 98 Prozent der Besucher nahmen einen sehr guten bis zufriedenstellenden Eindruck von der Publikumsschau mit. Mehr als 90 Prozent der Aussteller wollen sich wieder an der nächsten Heim – Tier & Pflanze beteiligen (11. bis 20. Januar 2002). (MB)
@ www.heim-tier-pflanze.de
| Schülerwettbewerb und Seminar |
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Klaus Oechsner und Klaus-Dieter Andersch betreuten – zusammen mit einem Tierarzt - während der Heim-Tier & Pflanze über 2.000 Schüler aus allen Schultypen. Dabei können sich die Schüler das praxisorientierte Seminarthema (z.B. „Hund + Katze“, „Aquaristik“) selbst wählen und an einem Wettbewerb „Aquariengestaltung“ teilnehmen. Für die Prämierung am letzten Messewerktag stehen attraktive Preise für die Schulen – von Branchenfirmen gesponsort – zur Verfügung. 1. Preis: Ein komplett eingerichtetes Juwel-Aquarium im Wert von DM 2.500. (Bericht hierzu im nächsten zza). Die Bedeutung einer solchen zielgerichteten Arbeit mit Kindern und Jugendlichen kann nicht hoch genug eingeschätzt werden: Für zza-Fachleser ist das keine Frage. Die Unterstützung des Wettbewerbs durch Branchenfirmen garantiert dessen Durchführung.
Die Sponsoren dieses Jahres: JUWEL-Aquarium, HOBBY Dohse Aquaristik, JBL Böhme, AQUA CONE, ATL Aquarien-Terrarien Ladenbau, Aquarium Dietzenbach, Ein Herz für Tiere, DENNERLE GmbH.
(Das Ergebnis des Wettbewerbes im nächsten zza.)
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Quelle: ZZA 2/2001 Seite 20 |