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zza-Gespräch mit dem DeZooFa-Messeausschussvorsitzenden Joachim Merkert Wiesbaden ist das nationale Event
Joachim Merkert, im „Hauptberuf“ Inhaber der Paulchen Heimtierbedarf in Augustdorf, wurde vom Beirat der DeZooFa, der 1. Deutschen Zoofachmesse, zum Vorsitzenden gewählt. Mit ihm sprach wenige Tage vor Messebeginn der zza.
zza: Herr Merkert, warum gibt es diese Premiere, also, warum nun die DeZooFa?
J. Merkert: Aus mehreren Gründen. In den Überlegungen spielte von Anfang an der folgende Punkt die wesentliche Rolle: Wir wollten für Hersteller und Großhandel eine geeignete Plattform schaffen, die wieder die intensive Betreuung des nationalen Fachhandels möglich macht. Die Interzoo wird inzwischen stark von ausländischen Anbietern und internationalen Kunden besucht, die auf dieser Leitmesse die gesamte europäische Potenz der Heimtier-branche – auf einem Marktplatz gebündelt – vorfindet. Das bindet speziell die Führungskräfte des mittelständischen Managements. Wir haben auf der Interzoo nicht mehr die Zeit, uns mit der Aufmerksamkeit und Freude auf unseren Kunden aus dem Inland zu konzentrieren, wie wir das wollen und auch müssen. Das hat Viele immer unzufriedener gemacht. Alle kamen zu kurz, der Zoofacheinzelhandel und wir, weil uns die objektiven Möglichkeiten fehlten, uns so um den Fachhandel zu kümmern, wie wir das gerne wollen.
zza: Und warum Wiesbaden?
J. Merkert: Wiesbaden ist in der Heimtierbranche immer sehr beliebt gewesen. Alle, die Wiesbaden früher einmal mitgestaltet haben, reflektieren nur angenehme Erinnerungen. Ich glaube auch, dass Wiesbaden eine Art „geographische Zoofachhandelsmitte“ ist. Aus dem Rhein-Main-Raum, aber besonders auch aus dem Rhein-Ruhr-Raum und von den starken Fachhandelsgruppen am Niederrhein erwarte ich mehr Besucher, als wir sie unserer Erfahrung nach auf der Interzoo haben. Darf ich auch kurz den Zeitpunkt hervorheben? Anfang Mai, das ist Frühsommer, Aufbruchstimmung, Unternehmungslust, z.B. für Reisen ins Rheintal – also, ganz allgemein eine positive Zeit. Dazu kommt, dass der Fachhandel die letzten sechs Monate vorher keine bedeutende Veranstaltung hatte. Fast alle Hausmessen folgen erst noch. Von daher gesehen halte ich die DeZooFa auch im Hinblick auf Ordertätigkeit für interessant.
zza: Bis heute haben 130 Aussteller gemeldet. Darf man das schon als Teil-Erfolg werten?
J. Merkert: Das denke ich ganz bestimmt. Wir hatten zunächst 5.800 qm Bruttoausstellungsfläche als realistisch angesehen. Bei der DeZooFa zeigen nun in wenigen Tagen 130 Aussteller auf 9.200 qm ihr Angebot. Ich bedaure, dass nicht mehr Platz zur Verfügung stand, so konnten wir leider einige Unternehmen nicht mehr berücksichtigen.
zza: Nun fehlen aber einige Marktführer.....?
J. Merkert: Es sind in allen Bereichen namhafte Unternehmen vertreten. Auch kann es für den Fachhandel durchaus sehr reizvoll sein, das eine oder andere innovative Unternehmen, das für sich nicht Marktführerschaft beansprucht, kennen zu lernen. Wenn ich einmal von meinem Unternehmen sprechen kann: Der Bereich „Hund und Katze“ ist von der Ausstellerdichte der bestbesetzte Bereich, wie übrigens bei nahezu allen Fachmessen. Auch bei der DeZooFa haben wir einen ausgezeichneten Gesamtbeitrag. Und wenn Sie mal die letzten Messen überschauen: Es waren doch Firmen wie Karlie oder Paulchen, die nachhaltige Auftritte lieferten. Hier war was los: Glanz, Glamour und ernsthafte Messe-Arbeit. Das wird auch in Wiesbaden so sein. Ein anderer Aspekt: Der hohe Distributionsgrad der Marktführer setzt vom betriebswirtschaftlichen Aufwand für eine Messe ohnehin mehrere Fragezeichen. Wenn der Außendienst eines tief distribuierten Marktteilnehmers von Montags bis Freitags in allen Regionen der Republik unterwegs ist, muss ich die Sinnhaftigkeit einer Messebeteiligung ganz anders beurteilen.
zza: Warum sollte – Ihrer Meinung nach –der Fachhändler unbedingt nach Wiesbaden kommen?
J. Merkert: Die wesentlichen Aggregate der Branche sind da. Es gibt in Wiesbaden viel Neues zu sehen. Den Besucher erwarten zudem viele Anregungen, auch vom Messeumfeld her. Nach meiner Übersicht haben sich etliche Aussteller für den Innovationswettbewerb stark engagiert. Auch vom Ambiente her gesehen lohnt sich der Besuch. Wissen Sie, ich habe zwei Ziele: 1. Neue Kunden kennen zu lernen. 2. Langjährigen Kunden in einem angenehmen Ambiente neue Produkte vorzustellen. Wenn ich das nicht kann, gehe ich nicht auf Messen. Dafür wird in Wiesbaden auch von Veranstalterseite her gesorgt. Es gibt Get-together-Parties und eine Fete, also Vieles, das Feststimmung aufkommen lassen kann. Ich rechne mit einer „hübschen“ Besucherzahl, es gibt viele Besuchs-Zusagen, auch aus großen Franchisezentralen und von Trend-Zoohändlern.
zza: Eine persönliche Schlussfrage: Was machen Sie am 6. Mai abends?
J. Merkert: Ich freue mich wahrscheinlich über eine sehr erfolgreiche DeZooFa und den erfolgreichen Auftritt meines Unternehmens. Auf dieser Basis möchte ich dann gerne Gespräche mit Kollegen führen, die im Moment noch nicht dabei waren. Die DeZooFa soll auch dazu beitragen, die Zahl der Branchen-Messen in Deutschland zu vermindern. Im Interesse von Ausstellern und Besuchern wäre eine Veranstaltung, ein nationales Messe-Erlebnis im Interzoo-freien Jahr erstrebenswert, idealerweise mit der Beteiligung aller bedeutsamen Gruppierungen in unserer Branche. DeZooFa-Veranstalter und -Beirat sind für alle Gespräche offen.
zza: Vielen Dank für dieses Gespräch.
Quelle: ZZA 5/2001 Seite 20 |