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Messe
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DeZooFa ein 100 Pro-Erfolg

1. Gelungenes Konzept für den Fachhandel

Die 1. Deutsche Zoofachmesse DeZooFa Anfang Mai in Wiesbaden hat alle – auch die optimistischen – Erwartungen übertroffen. Das betrifft zuerst die Zahl der Besucher: 4.559 Fachbesucher fanden vom 4. bis 6. Mai den Weg in die Rhein-Main-Hallen. In 5 Hallen (9.200 m2) hatten 132 Aussteller ein interessantes Angebot aufgebaut. Vor allem für den Fachhandel in Deutschland war diese Premiere geschaffen worden – und dieser äußerte sich ausnahmslos „sehr zufrieden“.

Dabei hatten sich alle Beteiligten außerordentliche Mühe gegeben. Die Wirtschaftsgemeinschaft Zoologischer Fachbetriebe GmbH als Veranstalter hatte ein schlüssiges Konzept gebaut und – vor allem – der Premiere die Erlebnishalle 4 spendiert, die nicht nur Ruhe- und Angelpunkt der ganzen Messe war, sondern vielfältige Anregungen zum Thema „Heimtierhandel und Erlebnis“ bot. „Die Konzeption einer neuen Messe hat den Vorteil, neue Schwerpunkte setzen zu können.“, hatte Herbert Bollhöfer, der Geschäftsführer der Wirtschaftsgemeinschaft gesagt. Seit vielen Jahren wurde für eine Heimtierfachmesse ein solches Konzept gefordert, die DeZooFa hat es als weltweit erste Fachmesse spektakulär realisiert. Hersteller und Fachgruppen im Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands haben diese Konzeption mit hohem Engagement lebendig werden lassen. (s. nächste Seiten in dieser zza-Ausgabe, ausführlicher Bericht im nächsten zza.)

Der Beiratsvorsitzende der ersten deutschen Zoofachmesse, Joachim Merkert, hatte im Vorfeld der Messe darauf hingewiesen, dass „ideenreiche und flexible kleine Unternehmer, die in großer Zahl auf der DeZooFa sind, hier ihre eigenen Chancen erkennen“. Und in der Tat: Die Chance, einen Eindruck von der Innovationskraft der deutschen Heimtierindustrie und Importeure zu vermitteln – nur nationale Unternehmen waren auf der DeZooFa zugelassen –, wurde genutzt. Lange gab es nicht mehr so viele echte Neuheiten zu sehen. Das begeisterte auch ausländische Fachjournalisten, die sich als Besucher ein Bild machen wollten. Die überwiegende Mehrheit der 132 Aussteller hatte zudem auch ihrer Standgestaltung echten Premierencharakter spendiert. Nur drei Stände konnten nicht ganz das allgemeine Niveau halten.

Spiegel des deutschen Marktes

Das Ausstellerspektrum spiegelte auf der DeZooFa nahezu exakt die Umsatzstruktur des deutschen Heimtiermarktes wider: Die meisten Aussteller (36 Prozent) präsentierten Hunde- und Katzenzubehör, -Pflegemittel und –Futter. Je 21 Prozent boten Artikel für Kleintiere und Nager sowie Produkte für Ziervögel an. 19 Prozent waren im Segment Aquaristik vertreten, 14 Prozent zeigten den Wachstumsmarkt Terraristik, die gleiche Prozentzahl hatte Artikel für Tiere im Garten. 12 Prozent boten Fachliteratur und 8 Prozent zeigten Ideen für Ladeneinrichtungen und Verpackungssysteme. Anbieter von Versicherungen, Werbeartikeln und EDV sowie Internetfirmen, Verbände und Unternehmensberatungen komplettierten das Angebot.

Stimmungen

Dass die Aussteller sich mit gutem Gespür für die DeZooFa entschieden hatten, wurde offensichtlich honoriert. „Die Aussteller berichten von einer lebhaften Ordertätigkeit und vorteilhaften Geschäftsanbahnungen“, erklärte Joachim Merkert kurz vor Messeschluss. „Viele bezeichnen es als Vorteil, dass sie sich auf der DeZooFa intensiv dem Fachhandel widmen konnten.“ Die meisten Aussteller waren jedenfalls so zufrieden, dass sie spontan eine Zusage für die nächste DeZooFa gaben, in aller Regel wird dabei ein größerer Stand gewünscht. (Genauer Schlussbericht im nächsten zza.) Auch Klaus Oechsner, der Präsident des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands, zog Bilanz: „Die DeZooFa hat auf Anhieb ihren Platz im deutschen Heimtiermarkt eingenommen. Der gute Besuch der Messe und die Zufriedenheit der Aussteller zeigen, dass die DeZooFa dem Bedarf des deutschen Marktes entgegenkommt und unser Messekonzept angenommen wird.“ Ganz besonders glücklich war nach den drei Messetagen auch Günter Leugers, der Vorsitzende der ZZF-Fachgruppe Sortimentsgroßhandel: „Schließlich geht diese nationale Messe auf Anregungen unserer Fachgruppe im Jahre 1998 zurück.“

Am 5. Mai hatte in den Rhein-Main-Hallen der Bundesverband Praktischer Tierärzte (BPT) e.V. Intensivseminare angeboten. „Unser Konzept ist voll aufgegangen, es war gut, in Wiesbaden gewesen zu sein“, resümiert Dr. Wolter vom BPT. Ein begeisterter Besucher, der dem zza noch in der Nacht nach Messeschluss eine Faxseite in die Redaktion schickte, aber nicht genannt werden wollte (deshalb nicht im „Forum“), kommt hier dennoch zu Wort: „Es bleibt einem nach dieser Messe nichts anderes übrig, als den Machern der DeZooFa die Glückwünsche auszusprechen, die ihnen zustehen, und für die nächste DeZooFa alles Gute zu wünschen.“

Ambiente

Gelobt wurde von allen Besuchern das Rahmenprogramm und die gute, fast familiäre Atmosphäre auf den Ständen. Dabei wurde das Rahmenprogramm gut angenommen, ob das nun den Innovationswettbewerb betraf (s. in dieser Ausgabe „Markt aktuell“) oder das Forum in der Erlebnishalle 4, in dem in kurzen unterschiedlichen Vorträgen informative Sachthemen vermittelt wurden. Zu dem familiären Ambiente gehörte sicherlich auch, dass der Veranstalter am Samstag und Sonntag einen Kinderhort geöffnet hatte, in dem professionelle Betreuerinnen ständig eine große Schar Kinder versorgte. Also: Die kleinsten Besucher fühlten sich auf der DeZooFa offensichtlich auch wohl. Die Hersteller, die diese Messe wollten, um sich – anders als bei der Interzoo – intensiv um ihre deutschen Kunden zu kümmern, taten dies mit aufmerksamer Ausführlichkeit, was letztendlich mit zu dem heiteren Grundton dieser DeZooFa beitrug. So darf man als einmalige Entgleisung werten, dass sich ein Fachhändler auf der DeZooFa doch sehr betroffen fühlte. Er schrieb dem zza: „Früher hat mir diese Importfirma die Tür eingerannt, damit wir ihre Produkte aufnahmen. Heute gibt es sie an jeder Ecke. Trotzdem wollte ich mir auf dem Stand der Firma eine Neuheit ansehen. Ein junger Mitarbeiter des Hauses bemühte sich hervorragend um mich. Er hatte nach meinen früheren schlechten Erfahrungen Pluspunkte für seine Firma gesammelt. Schon am Nachbarstand, wo ich herzlichst von dem Außendienstmitarbeiter begrüßt wurde, hörte ich nochmals meinen Namen. Ein „altgedienter Hase“ vermittelte dem freundlichen jungen Mitarbeiter: Den mit seinem kleinen Ramschladen, den kannste vergessen, der kauft sowieso nix!“ – Klar, dass dieser Besucher ob so viel vorlauten Überheblichkeit verärgert war. Der Ton der DeZooFa aber war zu 99,9 Prozent ein anderer: zuvorkommend und herzlich. (hgm/as)

DeZooFa-Tickets

Dass die Veranstalter von dem guten DeZooFa-Besuch (4559 Fachbesucher) überrascht wurden, zeigt auch die Tatsache, dass am letzten Messetag vormittags keine Eintrittskarten mehr da waren. So gelangten einige Gäste ohne Ausweis, aber mit Sondergenehmigung von ZZF-Präsident Klaus Oechsner auf die Messe, bis per Fotokopierer Ersatz beschafft war.

Der „gute Geist“ aus Langen

Vielen nationalen und internationalen Ausstellern ist sie seit Jahren bekannte feste Größe: Marika Sztipanovics, die bei der Wirtschaftsgemeinschaft Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands in Langen alle Interzoo-Fäden in der Hand hält. Ohne zu zögern hat sie zu diesem umfangreichen Aufgabengebiet die gleiche Arbeit für die DeZooFa übernommen, was nur durch ungezählte Überstunden und Einsatz an Sonn- und Feiertagen möglich war. Dafür hat sie den gebührenden Dank von den offiziellen Stellen erfahren. Man kann nun nur noch wünschen, dass sie der DeZooFa-Erfolg auch ganz persönlich ein bisschen stolz macht. (hgm)

Quelle: ZZA 6/2001 Seite 18