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Ernährung und Tragezeit des Degu (Octodon degus) Irrtümer über den „alten Newcomer“
(Siehe „Sommerfrische für einen alten Newcomer“ – zza 5/2001, Seite 58/59!)
Wie das bei Newcomern nun einmal so ist. Nicht alles, was in der Literatur über sie geschrieben steht, entspricht den Tatsachen. So ist das auch beim Degu. Einige falsche oder nicht ganz richtige Angaben sowie missverständliche Formulierungen haben sich als Folge auch in den Degu-Beitrag in zza 5/2001 eingeschlichen. Hier die Ergebnisse unserer Nachrecherche.
Zunächst zur Frage des richtigen Futters. Der Nährstoffbedarf von Degus entspricht annähernd dem der Chinchillas. Handelsübliches Chinchillafutter wäre deshalb zu empfehlen, wenn es von den Tieren auch angenommen würde. Ein Versuch ist unbedingt zu empfehlen. Die Erfahrung lehrt aber, dass Degus Chinchillafutter in der Regel eher unattraktiv finden und die Aufnahme verweigern. Meerschweinchenfutter ist oft zu energiereich. Zu empfehlen ist deshalb eine Futtermischung, die der für Meerschweinchen weitgehend entspricht, jedoch die besonders energiereichen Komponenten gar nicht oder nur in deutlich reduzierter Menge enthält. Gutes Heu ist ein unbedingtes Muss und soll den Hauptteil der Ration ausmachen. Obst darf den zu Diabetes neigenden Tieren nur in recht kleinen Mengen angeboten werden. In ihrer natürlichen Heimat finden sie solche schmackhaften Leckerbissen nur äußerst selten. Degus können durch ein Überangebot des im Obst enthaltenen Zuckers erkranken. Gegen ein kleines Stückchen Apfel pro Tag ist nichts einzuwenden. Man darf aber auf keinen Fall so viel Obst anbieten, dass dadurch der gesamte Flüssigkeitsbedarf gedeckt wird. Frisches Wasser ist deshalb immer anzubieten, was übrigens ein tierpflegerisches Grundprinzip ist. Die handelsüblichen Tränkeflaschen eignen sich dafür am besten.
Auch wenn Deguweibchen „erst“ im Alter von fünf Monaten im Stande sind, Junge auszutragen, sollte man die Geschlechter schon deutlich früher trennen, um ungeplanten Nachwuchs zu verhindern bzw. die Schwierigkeiten zu vermeiden, die Trächtigkeit und Geburt für ein noch nicht vollständig ausgewachsenes Weibchen bedeuten würden. Die Geschlechtsreife, die nicht identisch ist mit der Zuchtreife, erreichen Degus nämlich schon im Alter von ca. drei Monaten. In der Literatur schwanken die Angaben zur Tragezeit der Degus zwischen 19 und 90 Tagen. Junge Degus sind Nestflüchter. Bei der Geburt sind sie vollständig entwickelt, was für eine relativ lange Tragezeit spricht. In Zoologischen Gärten hat man 80 bis 85 Tage festgestellt. (koe/jt)
(siehe auch TierNatur in diesem Heft)
Quelle: ZZA 7/2001 Seite 7 |