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TierNatur
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Nicht als Streicheltier geeignet – aber interessant

Die Streifenmaus (Lemniscomys barbarus)

Selbst ausgesprochene Mäusegegner können sich kaum dem Charme des interessanten Kleinnagers entziehen: Streifenmäuse sind ein ausgesprochenes Nagerjuwel. Gelegentlich findet man sie im Zoofachhandel. Aber: Als Streicheltiere sind sie nicht geeignet. Ihre Beobachtung ist aber interessant und ihre Tagaktivität kommt dem Betrachter entgegen.

Die Streifenmaus (Lemniscomys barbarus) lebt in den offenen Grasländern Afrikas, sie gehört zur Gruppe der Grasmäuse. Gebräuchlich sind auch die Namen „Zebramaus“ oder „Zebra-Grasmaus“. Ihr Fellmuster ähnelt aber eher dem eines Wildschwein-Frischlings als dem senkrechten Schwarzweiß-Muster der Zebras. Eher ist sie als die „Gazelle“ unter den Mäusen zu werten, denn sie ist an schnelles Laufen angepasst. Beim schnellen Lauf berühren nur noch zwei Zehen der Vorderfüße und drei der Hinterfüße den Boden. Auch die langen grazilen Beine und der seitlich abgeflachte Körper entsprechen nicht mehr dem ursprünglichen Mäusetyp.

Unterbringung

Streifenmäuse hält man am besten in einem Terrarium, das gar nicht groß genug sein kann. In einem großen Terrarium (100 x 50 x 45 cm) sind die Tiere auch wesentlich aktiver und häufiger zu sehen, obwohl ihnen in aller Regel mehr Versteckmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden können. Auch die nicht einfache Nachzucht gelingt nur in einem großen Behältnis. Als Bodengrund kann Sand empfohlen werden. Streifenmäuse setzen ihren praktisch geruchlosen Urin immer in der gleichen Ecke ab, auch der Kot ist trocken und riecht nicht. Streifenmausterrarien kann man deshalb sogar als dekorative Schaustücke in die „gute Stube“ integrieren. Die Tiere lieben erhöhte Punkte (Steine, Wurzeln), ohne jedoch richtig zu klettern. Sie legen sich am Boden feste Wechsel an, die sie peinlich sauber halten. Störende Halme, Steinchen und Samenhülsen werden mit seitwärts wischendenden Bewegungen der Vorderfüße weggefegt. Nach dem Anlegen eines neuen Wechsels laufen die Mäuse manchmal minutenlang auf diesem hin und her, um den Boden festzutreten und die „Rennstrecke“ zu testen. Streifenmäuse sind kälteempfindlich, deshalb lieben sie die abstrahlende Wärme einer Terrarienbeleuchtung, Heizlampen hingegen werden nicht beachtet. Höhlen werden nur bei starker Beunruhigung aufgesucht, ansonsten bauen sich die Tiere oberirdische Heunester, gern aber unter einer Wurzel. Selbst feinste Heuhalme werden beim Nestbau noch zersplissen, so dass das fertige Nest einem Knäuel loser Haare gleicht.

Fütterung

Übliche Futtermischungen für Kleinnager sind für Streifenmäuse nicht geeignet. Gerne angenommen wird Wellensittich- und Kanarienfutter. Haferflocken und Sonnenblumenkerne können beigemengt werden, aber nur mit Vorsicht: Zu starke Verfütterung führt leicht zu Übergewicht. Ein gutes nährstoffreiches Wiesenheu gehört zum Angebot, auch wenn es eher zum Nestbau verwendet wird. Leckerbissen sind Kolbenhirse und Mehlwürmer. Bei Grünfutter sind Streifenmäuse wählerisch, Salatgurke und Chicoree mögen aber alle. Wird Salatgurke gefüttert, kann frisches Wasser, das sonst immer bereit stehen sollte, weggelassen werden.

Fortpflanzung

Die Zucht der Streifenmaus ist nicht einfach. Als Erklärung wird gelegentlich angeführt, dass Streifenmäuse extrem empfindlich gegen Inzucht sind, denn alle in Deutschland, Belgien und den Niederlanden angebotenen Tiere stammen von einigen wenigen importierten Exemplaren ab. Trotz regelmäßiger Paarungen sind Würfe eher selten. Das Paarungsvorspiel beginnt mit ständigem Umherrennen des brünftigen Weibchens. Regelmäßig an der gleichen Stelle hält das Weibchen an und erlaubt einem Männchen das Aufreiten. Bei der Verfolgungsjagd stoßen die Tiere laute abgehackte Schreie aus – ein eindeutiges Indiz für die Brünftigkeit, denn ansonsten sind die Tiere völlig stumm. Streifenmäuse reagieren auf Nestkontrollen sehr empfindlich. Das mag ein Grund sein, weshalb die Tragzeit bisher nicht genau festgelegt ist. In der Literatur findet man Angaben zwischen 20 und 28 Tagen.

Verhalten

Bei den Streifenmäusen sind die Weibchen aggressiver als die Männchen. Erwachsene geschlechtsreife Weibchen sind untereinander manchmal so unverträglich, dass es zu ausdauernden Verfolgungsjagden und Beißereien kommen kann. Lediglich der eigenen Nachwuchs bildet da eine Ausnahme. Deshalb empfiehlt sich die Haltung eines Paares plus des eventuell sich einstellenden Nachwuchses. (MM)

Quelle: ZZA 7/2001 Seite 23