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Die Stachelmaus (Acomys)
In der zza-Reihe über bekannte und weniger bekannte Nagetiere, die sich aber allesamt für die Heimtierhaltung eignen, stellen wir in dieser Ausgabe die Stachelmaus vor. Sie gehören der Familie der Langschwanzmäuse an, einer Unterfamilie der Echten Mäuse. Sie gehört zu einer der mindestens14 Arten der Gattung Acomys, die sich nach Aussehen und Vorkommensgebiet voneinander unterscheiden.
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Die Heimat der Stachelmäuse reicht vom nördlichen Afrika (Ägypten, Tunesien, Marokko und Lybien) bis zum Nahen Osten. In diesen Breitengraden herrscht trockenes, heißes und wüstenartiges Klima vor, mit einem entsprechend kargen Pflanzenwuchs. Aber auch in mediterranen Klimazonen (Kreta, Zypern) lässt sich die Stachelmaus gelegentlich antreffen. Es sind die einzigen europäischen Lebensräume: Felsig-sandige Böden und mediterrane Waldzonen.
Bei der Geburt ist die Stachelmaus etwa 3,5 cm groß, sie wächst auf 8 bis 12 cm Körpergröße heran, dazu kommt eine Schwanzlänge von 7 bis 12 cm. Das Körpergewicht beträgt bei der Geburt etwa 6,2 g (männlich) bis 6,5 g (weiblich) und erreicht beim Erwachsenwerden 30 bis 85 g. Die Fellfarben variieren von hellem Beige über goldenes Hell-Rotbraun bis zu Grau und Schwarz. Anhand der Färbung können manchmal auch Aussagen über Zugehörigkeit und Herkunft gemacht werden, z.B. die schwarze Nil-Stachelmaus. Den Namen „Stachelmaus“ hat das Tier erhalten durch die stachlig-borstige Fellanordnung auf dem Rücken, sie gleicht der des Igels, ist aber bedeutend feiner und weicher. Durch den geringen Farbkontrast und die unterschiedliche Haarlänge ist das Rückenfell gut auszumachen. Der restliche Körper ist mit normalem „Mäusefell“ bewachsen, das auch deutlich kürzer ist.
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| Goldstachelmaus (Acomys russatus). |
Verhalten
Stachelmäuse sind dämmerungs- und nachtaktive Kleinnager, dabei ausgesprochen aufmerksam und neugierig. Sie leben in Familienverbänden. Gut beobachten lassen sich ihre Aktivitäten, wenn die Jungen in den frühen Dämmerungsstunden zur Welt kommen. Gegen Abend sind die jungen Mütter schon wieder empfängnisbereit. Ein Wurf Stachelmäuse liegt nur bei 1 bis 5 Jungen. Die Geburt wird unterstützt durch eine Art „Hebammenhilfe“ der anderen weiblichen Gruppenmitglieder, ein in der Tierwelt vermutlich einzigartiger Vorgang. Die Mithilfe kann dabei auch so weit gehen, dass ein anderes Weibchen die Jungen als ihre eignen ansieht und adoptiert. Das liegt in der Natur der Tiere. Sollte ein säugendes Weibchen verenden, übernehmen andere Weibchen automatisch die Aufzucht, auch wenn sie im Moment keine eigenen Jungen haben. Stachelmäuse sind bei der Geburt bereits weit entwickelt, auch durch die längere Tragezeit, die 35 bis 38 Tage beträgt. Die Zähnchen brechen schon vor der Geburt durch, die Augen werden am 2. Tag geöffnet, die Säugezeit beläuft sich auf 18 bis 20 Tage. Stachelmäuse legen übrigens keine Nester an. Die Mutter versorgt ihre Jungen auch nur eine geraume Zeit, gelegentlich werden die Jungen von anderen Weibchen übernommen, gesäugt und großgezogen, mit eventuell anderen Jungen zusammen.
Haltung
Es empfiehlt sich, mit einem Pärchen die Haltung zu beginnen und dieses eine Familie aufbauen zu lassen; man kann aber auch gerne 2 Weibchen und 1 Männchen halten. Besonders gut für die Unterbringung eignet sich ein Glasterrarium mit einer Größe ab 80 x 40 x 40 cm. Der Bodengrund sollte Sand sein, geeignet sind aber auch Späne, zusätzlich Nagermulch. Steine und Steinplatten zum Klettern und Verstecken gehören unbedingt zur Einrichtung wie Holzäste und Zweige für das natürliche Nagerbedürfnis. Das gehört zur Grundausstattung wie bei allen Nagern mit stetig nachwachsenden Zähnen. Eine trockene Temperatur von 27 bis 30 ° C wird bevorzugt. Die Ernährung kann mit einem gut zusammengesetzten Zwerghamsterfutter abgedeckt werden, mit Zumischung von Hühnerfutter mit Garnelen. Dazu müssen regelmäßig Insekten gefüttert werden (lebend oder getrocknet) wie es der natürlichen Ernährung der Stachelmäuse entspricht. Mit frischem Futter sollte man sehr vorsichtig sein, da der Magen- und Darmtrakt für derartige Kost nicht eingerichtet ist. Es treten dann leicht Verdauungsprobleme auf bis hin zu Erkrankungen des Magen- und Darmtraktes. Wenn man unbedingt etwas Frisches reichen möchte, dann doch lieber einen Mehlwurm oder ein Blümchen. Frisches Wasser sollte hingegen immer vorhanden sein. (CD)
Quelle: ZZA 8/2001 Seite 36