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TierNatur
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Der „Sugar Glider“ (Petaurus breviceps)

Gelegentlich werden im Zoofachhandel interessante Kleintiere angeboten, für die der amerikanische Name „Sugar Glider“ geläufig geworden ist. Die einfache Übersetzung „Zucker-Segelflieger“ sagt schon viel über die Tiere: Süßkram ist die absolute Lieblingsspeise, und zwischen ihren Hinter- und Vorderbeinchen befindet sich eine Art Tragfläche aus Haut.

Der zoologische Name „Petaurus breviceps“ verdeutlicht dies ebenfalls. „Petaurus“ ist der Seiltänzer und „breviceps“ heißt „kurzköpfig“. Der kaum geläufige deutsche wissenschaftliche Name „Kurzkopf-Flugbeutler“ zeigt vor allem, dass die „Sugar Glider“ zur Ordnung der Beuteltiere gehören, und damit entfernt verwandt sind Kit Koala, Känguru und Oppossum. Die Hauptfamilie der Petauridae umfasst 11 bekannte Arten, „Petaurus“ ist eine der 3 Unterfamilien. Die Heimat der Tiere sind Australien, Papua-Neu Guinea, Tasmanien und Indonesien. Besonders in bewaldeten, heißen Klimazonen leben sie auf Bäumen, bevorzugt auf solchen mit Obst-Fruchtwuchs.

Beschreibung und Verhalten

„Sugar Glider“ erreichen eine Gesamtlänge von 30 cm, dabei teilen sich Körper (ca. 13 bis 15 cm) und Schwanz je zur Hälfte dieses Maß. Der Schwanz wird beim Klettern nicht genutzt, spielt jedoch beim Gleiten als Ruder eine wichtige Balancerolle. Den gesamten Körper überzieht eine gleichmäßige, kurze und sehr weiche Behaarung. An der Stirn beginnt ein schwarzer Streifen, der über den Rücken verläuft und am Schwanzende in einer 1 bis 2 cm schwarz gekennzeichneten Spitze endet. Wildfänge und Nachzuchten sind an der Fellfarbe leicht zu unterscheiden. Wildfarbene Tiere sind im Farbton eher bräunlich, Nachzuchten nehmen einen silbergrauen Schiller an. Auf der Stirn ist der schwarze Streifen etwas breiter, und männliche Tiere haben dort eine helle, kaum behaarte Stelle in Diamantform.

„Sugar Glider“ sind Petauridae, also verfügen die Weibchen am Bauch über einen Beutel. Nach der Geburt wandern die nur 2 cm großen und noch blinden und tauben Jungen zu ihm hinauf und nisten sich ein. Im Innern befinden sich 4 Zitzen. Ein Wurf könnte also auch bis zu 4 Jungen bestehen, meist werden aber nur 2 Tiere hervorgebracht. Die Geburt selbst ist nur äußerst selten zu beobachten und auch von der Säugezeit im Beutel bekommt man erst etwas mit, wenn die Tiere etwa Erdnussgroß geworden sind. Gelegentlich bemerkt man den Nachwuchs auch erst, wenn er – inzwischen einen Monat alt – den Beutel verlässt und auf einmal mehrere „Sugar Glider“ im Schlafhaus liegen oder sich bei Dämmerung an Vater und Mutter klammern. Bei dem Auszug aus dem Beutel hat der Nachwuchs die Augen noch für 7 bis 10 Tage geschlossen. Bis dahin schlüpfen sie immer wieder in den Beutel. Dann aber stecken sie nur noch den Kopf zum Trinken hinein, und man kann gut das Heranwachsen beobachten, denn das geht sehr rasch vonstatten.

Wie die Elterntiere werden auch die Jungtiere sehr zutraulich und zahm, man kann sie leicht an die Hand gewöhnen. Aber in den ersten Monaten immer nur für kurze Zeit. Im Alter von 4 bis 5 Monaten können die Jungtiere von ihren Eltern getrennt werden.

Haltung

„Sugar Glider“ sind aufmerksame dämmerungs- und nachtaktive Tiere, die wie erstarrt auf einer Stelle verharren, wenn ihnen etwas neu oder unvertraut ist. Man kann sie paarweise oder in kleinen Gruppen halten. Möchte man jedoch regelmäßig Nachwuchs haben, sollte nicht mehr als ein Pärchen gepflegt werden. Neu hinzukommende Tiere können leicht eingewöhnt werden, sie integrieren schnell in die Gruppe. Einsetzen sollte man am Tage: Die Tiere schlafen, bis zum Abend hat der Neubesatz genügend Gruppengeruch übernommen und wird von den andern kaum registriert. Dennoch sollte man sicherheitshalber die größere Gruppe eine Weile beobachten.

„Sugar Glider“ hält man idealer Weise in einer Voliere mit den Mindestmaßen 120 x 60 x 150 cm (B x T x H); je größer desto besser. Ein Plastikschutz ringsum schützt die Umgebung vor den allabendlich verteilten Geschäftchen und dem Markieren der Männchen. In verschiedenen Höhen sollten Sitzbrettchen eingebaut sein, des weiteren Äste zum Klettern und Springen. Ein gemütlicher Schlafplatz muss das Kuschelbedürfnis der Tiere befriedigen. Seine Größe richtet sich nach der Anzahl der gehaltenen Tiere. Gegen Abend reicht man das frisch zubereitete Futter in die Voliere, das überwiegend aus Obst und Insekten bestehen sollte. Ab dem 6. Monat kann man auch Baby-Grießbrei bereithalten. Es muss jeden Abend frisches Futter bereitet werden. Dabei ist auf gründlichste Sauberkeit der Näpfe zu achten. Wie der Name sagt, „Sugar Glider“ sind absolute Naschkatzen, Obst und Babybrei können nicht süß genug sein, eine Prise Traubenzucker hilft diesem Anspruch nach. Wichtiger aber ist die regelmäßige Zufütterung von Vitaminen. Gute Erfahrungen macht man mit einer geringen Menge Vitaminemulsion: Unter den Grießbrei gemischt, versüßt sie ihn etwas, und der Futternapf ist am nächsten Morgen garantiert leer. An Obst kann man im Grunde alles reichen, was zur Verfügung steht, den bevorzugten Geschmack wird man bald feststellen. Favoriten sind Mangos, Papayas und Bananen, in kleinen Maßen Erdbeeren, Kirschen und Kiwis (+ Traubenzucker): Alles muss vor allem süß sein.

Am wichtigsten aber ist die Insektenzufütterung. Finden sich im Futter ein Mehlwurm oder ein Heimchen, sind die kleinen Tiere kaum zu halten. Als weiteres Zufutter ist auch Streifenhörnchen- oder Papageienmischfutter geeignet, mit einem Löffel Insektentrockenfutter verfeinert. (CD)

Quelle: ZZA 10/2001 Seite 31