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Die Persische Rennmaus liegt im Rennen

Es muss nicht immer nur die Mongolische Rennmaus (Meriones unguiculatus) sein, schließlich gibt es rund hundert Rennmaus-Arten. Ebenso hübsch, verspielt-witzig und interessant in der Haltung sind zum Beispiel die Ägyptische Sundevall-Rennmaus (Meriones crassus perpallidus), die Blasse Rennmaus (Gerbillus perpallidus) oder die Persische Rennmaus (Meriones persicus). Vor allem letztere steht zur Zeit bei den Interessenten hoch im Kurs.

Persische Rennmaus (Meriones persicus)

Steckbrief

Persische Rennmaus
Ordnung: Nagetiere, Rodentia
Familie: Wühler, Cricetidae
Unterfamilie: Rennmäuse, Gerbillinae
Gattung: Rennratten, Meriones
Untergattung: Parameriones
Art: Persische Rennmaus: Meriones persicus

Beschreibung

Erwachsene Tiere weisen eine Kopf - Rumpflänge von ca. 13 bis 15,8 cm und eine Schwanzlänge von 14 bis 18 cm auf. Sie sind also deutlich größer als die Mongolischen Rennmäuse und wiegen maximal 180 Gramm. Auffällig ist die deutliche Abgrenzung des beige-braunen Rückenfells (Agouti) vom weißen Bauchfell, der weiße Strich über den großen Augen, die sehr beweglichen, großen Ohren und der besonders lange Schwanz mit der bauschigen schwarzen Quaste. Der Kopf ist schmal und spitz. Er ähnelt von der Form dem Kopf einer Ratte.

Verbreitung und Lebensweise

Diese von Blanford 1875 entdeckte Rennmaus ist im Iran, Irak, Afghanistan, Pakistan bis in die südliche Türkei anzutreffen. Hier halten sie sich, in kleinen Familienverbänden, in felsigen Gebirgshängen bis zu einer Höhe von ca. 3.200 Metern auf. Die Tiere legen unterirdische Gänge an, diese sind allerdings weniger als einen Meter tief. Der Erdbau ist mit mehreren Vorratskammern in Oberflächennähe und einer Nestkammer in größerer Tiefe ausgerichtet. Die Nestkammer wird mit getrockneten Pflanzen ausgepolstert. Die Rennmaus ist, wie man an den großen Augen erkennen kann, dämmerungsaktiv. Sie verlässt ihren Bau fast ausschließlich in den späten Abendstunden und den frühen Morgenstunden, um auf Futtersuche zu gehen. Hierbei kommt ihnen ihr ausgeprägtes Sozialverhalten sehr zu Gute, wie man sehr schön beobachten kann. Sobald eines der Tiere in Panik gerät, stößt es einen Warnruf aus, woraufhin die gemeinsame Flucht in den Bau beginnt. Neben diesem Warnruf verständigen sich die Rennmäuse auch durch Trommeln mit den Hinterbeinen und durch Schwanzzittern. Beides wird als Ausdruck von Erregung angesehen.

Ernährung

Die Nager ernähren sich hauptsächlich von denen in ihrem Habitat vorkommenden Sämereien, Gräsern und Kräutern, sowie von Heuschrecken und anderen Insekten.

Fortpflanzung

Nach einer Tragezeit von 28 Tagen werden ein bis zehn Junge geworfen. In diesem Zeitraum distanziert sich das Weibchen von der Gruppe, um sich ungestört um den Nachwuchs kümmern zu können. Die Jungtiere öffnen erst im Alter von fünfzehn Tagen ihre Augen, jedoch unternehmen sie bereits mit dreizehn Tagen erste Ausflüge in der sicheren Umgebung des Nests. Sie werden ca. 28 Tage gesäugt.

Haltungsempfehlung

Die Persische Rennmaus sollte in einem Terrarium mit den Mindestmaßen 100 x 50 x 50 cm gehalten werden. Dieses Terrarium sollte mit vielen Steinen und dicken Ästen / Wurzeln eingerichtet werden, hier kommt diese elegante, Felsen bewohnende Rennmaus erst richtig zur Geltung. Als Einstreu sind handelsübliche Nagersteu, Hobelspäne oder Rindenmulch zu empfehlen. Ebenso sollten die Tiere immer die Möglichkeit haben, ein Sandbad aufzusuchen. Als Unterschlupf sollte ein Nistkasten (für Nymphensittiche) verwendet werden (es können auch zwei Kästen sein, wovon eines als Futterlager genutzt wird).

Angebotenes Heu wird ebenso wie das Futter von den Tieren umgehend in den Nistkasten transportiert. Außerdem muss den Tieren immer frisches Wasser zur Verfügung stehen, auch wenn sie dieses bei ausreichender Grünfuttergabe nur in seltenen Fällen annehmen. Bei der Fütterung der Persischen Rennmäuse ist darauf zu achten, dass das verabreichte Futter nicht zu fetthaltig ist. Da die Persische Rennmaus nicht nur Körner, sondern auch Grünfutter in das Nest schleppt, sollte dieses aus Sicherheits- und Hygienegründen regelmäßig (täglich) entfernt werden.

Es empfiehlt sich, handelsübliches Meerschweinchenfutter im Verhältnis 4 : 1 : 1 mit Katzentrockenfutter und Waldvogelfutter zu geben. Das Katzentrockenfutter deckt den hohen Bedarf an tierischem Eiweiß. Um den Tieren eine abwechslungsreiche Ernährung zu bieten, sollte man auch gelegentlich mal Mehlwürmer anbieten. Zusätzlich müssen frische Zweige vorhanden sein; hierbei sind nur Obstbäume zu empfehlen, da Nadelhölzer einen sehr hohen Phosphorgehalt haben. Bezüglich des Grünfutters gibt es keine großen Einschränkungen. Lediglich bei dem Kopfsalat sollte man vorsichtig sein, da dieser meistens bedingt durch Düngemittel einen sehr hohen Nitratgehalt aufweist. Ebenso sind alle Kohlsorten für die Tiere gefährlich, da diese Blähungen hervorrufen.

Diese Rennmaus ist sehr widerstandsfähig, sie hält auch über einen längeren Zeitraum Temperaturen unter 10 °C aus. Aus eigener Erfahrung lässt sich sagen, dass die Tiere im Terrarium am besten Pärchenweise gehalten werden. Ich habe auch schon des Öfteren erzählt bekommen, dass eine Gruppenhaltung (ein Männchen und zwei Weibchen) problemlos gelungen ist, jedoch hatte ich persönlich hierbei weniger Glück. Es ist nahezu unmöglich, ein adultes Tier in eine Gruppe zu integrieren, ebenso tritt bei ihnen in kürzester Zeit eine Entfremdung auf. Hierzu kann es schon reichen, wenn man die Tiere gezwungener Maßen für wenige Tage trennt.

Quellenangabe: Michael Mettler, Alles über Rennmäuse /Ulmer Verlag Stuttgard 1995; Mammals of the world 1999; eigene Erfahrungen. (vg)

Quelle: ZZA 2/2003 Seite 20