ZZF gegen Dumpingpreise im Handel mit Heimtieren
Auf der Pressekonferenz der Heim - Tier & Pflanze in Berlin warnte Klaus Oechsner, Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF), davor, den Slogan „Geiz ist geil“ auch auf Heimtiere anzuwenden: „Angesichts von demonstrativ beworbenen Sonderangeboten sollten Tierfreunde sich unbedingt über die Herkunft der Tiere und ihren Weg in den Handel informieren.“ Der Schnäppchenpreis sei ein schlechtes Kriterium bei der Anschaffung von Heimtieren. Denn nicht selten stellten sich besonders preisgünstige Angebote als nicht mit dem Tierschutzgedanken vereinbar und als kundenunfreundlich heraus.
Der verantwortungsbewusste Handel mit Heimtieren verursache Kosten, die einen entsprechenden Mindestverkaufspreis für Tiere rechtfertigen. Eine „Aldisierung“ beziehungsweise der Preiskampf im Handel mit Heimtieren könnten sich dagegen negativ auf die Qualität des Umgangs mit Heimtieren auswirken. So plädiert der ZZF beispielsweise beim Handel mit Ziervögeln und Zierfischen für die Einhaltung von notwendigen Quarantänezeiten – vor allem im Groß-, aber auch im Einzelhandel. „Dieser Aufwand ist aus tierschutzethischen Gründen unverzichtbar“, erklärt auch Willi Heidbrink, Vorsitzender der ZZF-Fachgruppe Zierfisch- und Wasserpflanzengroßhandel, und fügt hinzu: „Leider drängt sich der Verdacht auf, dass besonders preisgünstige Zierfische oftmals anstatt von Importeuren mit Quarantäneanlagen direkt bei ausländischen Züchtern bestellt und nach Erhalt ohne Eingewöhnungsphase weiter verkauft werden – trotz aller Gesundheitsrisiken.“ ZZF-Präsident Klaus Oechsner appelliert deshalb: „Tierfreunde sollten bedenken, dass Tiere keine Massengebrauchsgüter sind, die zu Dumpingpreisen auf den Markt geworfen werden können.“
Quelle: ZZA 2/2004 Seite 58 |