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Titel Interzoo
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Offizielle Eröffnungsveranstaltung der Interzoo

Positive Signale für die Branche

Über 180 Vertreter aus Industrie, Handel und Presse konnten die Messeverantwortlichen zur offiziellen Eröffnung der Interzoo am 13. Mai im Messezentrum Nürnberg, CNN Mitte, Saal München, begrüßen. Neben Danksagungen und Grußworten motivierte (und erheiterte) die Festansprache von Prof. Dr. Werner Corel wieder mit mehr Zuversicht in die Zukunft zu blicken.

Klärte über Motivationslagen und den dazu passenden Führungsstrategien auf: Prof. Dr. Werner Corell von der Universität Gießen.

Die Interzoo sendet positive Signale in einer Zeit, in der die negativen deutlich überwiegen“, betonten Hans-Jochen Büngener, Vorsitzender des Messeausschuss Interzoo, und Klaus Oechsner, Präsident Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e. V. in ihren Begrüßungen. Und das liegt nicht nur daran, weil Tiere Lebewesen sind, die helfen die Seele der Menschen zu streicheln, sondern auch, weil sich hier ein relativ konjunkturunabhängiger Markt etabliert hat. Die enge Beziehung des Halters zu seinem Tier spiegelt sich in der gesamten Produktpalette wider: enorme Vielfalt an artgerechter Ernährung; zahlreiche Spiel- und Sportangebote zur Unterstützung des Spieltriebs und immer wieder neues Zubehör für das täglich Miteinander.

Ein Dankeschön an die Förderer

In einer immer rauher werdenden Zeit ist auch der große ehrenamtliche Einsatz vieler Förderer der Interzoo ebenfalls als positives Signal zu werten. Deshalb galt ein besonderer Dank Horst Brustmann für sein jahrzehntelanges, wertvolles Engagement zu Gunsten des Verbandes und der Interzoo sowie den ausgeschiedenen Mitgliedern des Messeausschusses Jonny Schlichting, Gerhard Meyer, Heinz Dieter Budde und Klaus Sprenger. Auch der langjährige Projektleiter der Messe Nürnberg, Volker Bachmann, für den die diesjährige Interzoo seine letzte war, wurde von Oechsner und Büngener als guter und kooperativer Partner gelobt.


Für sein jahrzehntelanges Engagement wurde auch Horst Brustmann, Unternehmer im Ruhestand, ausgezeichnet.

Hans-Jochen Büngener (links) und Klaus Oechsner (rechts) ehrten die beiden Unternehmer und Interzoo-Förderer Klaus Sprenger (2.v.l) und Heinz Dieter Budde (2.v.r.)

Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, unterstrich die Bedeutung von Zuversicht, denn auch er halte nichts von einer „kollektiven Depression“, in die Deutschland zu fallen drohe. Maly zitierte daher den Altbundespräsidenten Johannes Rau, der fragte: „Haben wir uns selbst so negativ geredet?“

„Der Mensch ist zu Frustration verdammt“

Wie diese Krise zu bewältigen sei, wie Kräfte in den Unternehmen freigesetzt werden können, dazu machte Prof. Dr. Werner Corell, Professor für Psychologie an der Universität Gießen einen „Vorschlag“: „Faktoren der Erfolgs-Motivation und Überzeugung“ lautete sein Festvortrag, der interessant und kurzweilig zugleich war. Geradezu schockierend seine Feststellung, dass 82 Prozent der Berufstätigen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit nicht zufrieden seien, lediglich 18 Prozent der Erwerbstätigen machten etwas, hinter dem sie tatsächlich stünden. Dieser Zustand führe auf Dauer zu Frustration bzw. Dauerfrustration, also Dienst nach Vorschrift. Frustrationen, so Corell, sind die Folge der Nicht-Identifikation mit den Zielen. Sie führen zu gewaltigen Leistungsdefiziten, zu Stress und eventuell zu psycho-somatischen Störungen, die die Volkswirtschaft stark belasten. Zahlenmaterial darüber liege bereits vor. Wolle man nicht Schopenhauers Meinung „der Mensch ist zur Frustration verdammt“ teilen, stelle sich für die Unternehmer daher die Frage: „Wie kann ich jemanden so lenken, dass er das machen will, was er soll?“ Ohne ethisch bedenklich zu sein, versteht sich. Die Antwort heißt: richtig motivieren.

180 Vertreter aus Handel, Industrie und Presse nahmen an der offiziellen Eröffnung der Interzoo teil.

Motivationen erkennen und lenken

Für den musikalischen Auftakt sorgte die Hot Sax Band.

Lässt man die „Ur-Motivation“ alles menschlichen Handelns - Sexualität laut Freud bzw. Macht und Status laut Adler – außer Acht, so können laut Corell fünf verschiedene Motivationsschichten ausgemacht werden (siehe nebenstehenden Kasten). Wenn der Unternehmer lernt, die Motivationstypen seiner Mitarbeiter zu erkennen, kann er auch die passenden Führungsstrategien entwickeln, erläuterte Corell. Dadurch erreiche man eine Leistungssteigerung und eine bedeutende Erfüllung durch die Arbeit. Sowohl der Mitarbeiter als auch die Führungskraft erreichen ihre Ziele und damit ihre „job-satisfaction“. Selbstverständlich lasse sich dieses strategische Konzept auch auf das Marketing, die Werbung und auf den richtigen Umgang mit Kunden anwenden, so Corell weiter. Nachdem fest zu stehen scheint, dass das psychologische „Klima“ unter den Menschen eher „kälter“ zu werden droht, kommen diesen Konzepten der Psychologie im Führungsbereich immer größere Gewichtungen zu, ist sich Corell sicher. Zumal mit einem steten Rückgang der Autoritäten bzw. der Hierarchiestrukturen in den Unternehmen zu rechnen ist. Wenn Deutschland wirtschaftlich wieder aufschließen will, muss es gelingen, den Anteil von Typ 5, den Unternehmerischdenkenden, zu erhöhen und den Anteil von Typ 2 und 4, die Sicherheitsbewussten bzw. Prinzipientreuen, zu reduzieren, prognostizierte Corell. Derzeit liege der Anteil von Typ 5 gerade mal bei zwei Prozent und das sei eindeutig zu wenig. (sg)

Die 5 Motivations-Typen

Typ 1
Motivationslage „Soziale Anerkennung“. Meist ein sehr extrovertierte Typ, der auffallen will und dadurch soziale Anerkennung findet. Ihn zu motivieren gelingt meist über Delegation. (Motivation by Delegation =MbD)

Typ 2
Motivationslage „Soziale Geborgenheit“. Im Prinzip das Gegenteil von Typ 1. Ein eher in sich gekehrter, introvertierter Mensch, der um keinen Preis auffallen möchte. Er sucht Sicherheit und Geborgenheit in der Gruppe. Über ständige Informationen, in kleinen Schritten gelingt es, ihn am besten zu führen. (Motivation by Information =MbI)

Typ 3
Motivationslage „Vertrauen“. Hier handelt es sich um einen Menschen ohne Feinde, der sehr altruistisch denkt. Ihn sollte man mit einbeziehen, d. h. mit ihm kooperieren, dann fühlt er sich verstanden. (Motivation by Cooperation =MbC)

Typ 4
Motivationslage „Schwierig“. Dieser Mensch ist meist eher introvertiert, prinzipientreu und seine Selbstachtung steht ganz oben. Er handelt oftmals nach dem Prinzip „nur über meine Leiche“. Bei ihm müssen Ziele im Sinne von Prinzipien aufgebaut werden. (Motivation by Object = MbO)

Typ 5
Motivationslage „Unabhängigkeit, Eigenverantwortung“. Ein Realist und eine eher extrovertierte Persönlichkeit, die unternehmerisch denkt. Dieser Mitarbeiter benötigt eine resultatsorientierte Führung. (Motivation by Results =MbR).

Quelle: ZZA 6/2004 Seite 24