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Titel Interzoo
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ZZF-Präsident Oechsner auf der Interzoo 2004

Eine Lanze für den Zoofachhandel

Vor der internationalen Fachpresse nahm ZZF-Präsident Klaus Oechsner Stellung zur Heimtierhaltung in Europa und zur Situation des Zoofachhandels in Deutschland. Dabei hob er die besondere Stellung des Zoofachhandels für die Heimtierhaltung ebenso hervor wie die hohen Tierschutzstandards in Deutschland. In diesem Zusammenhang leiste der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) wertvolle Unterstützung. Hier Auszüge aus seiner Rede.

Ohne die Besucher der Interzoo wäre diese Messe nicht denkbar. Die Zoofachhändler sind es, die nach der Messe die gekauften Produkte an die Tierhalter und schließlich an den Hund, die Katze und alle anderen Heimtiere bringen.“

„Für seine Beratungstätigkeit sollte der Zoofachhändler gut ausgebildet sein und über umfassende Fachkenntnisse verfügen. In Deutschland dürfen beispielsweise nur Personen mit einer langjährigen Erfahrung im Umgang mit Heimtieren ein Zoofachgeschäft eröffnen. Diese Sachkunde muss gegenüber den örtlichen Veterinärämtern nachgewiesen werden.“

„Die Beratung bei der Auswahl des Heimtieres, bei der richtigen Ernährung und der Anschaffung von Zubehör können nur Personen leisten, die sowohl Tierexperten sind als auch Kaufleute. Doch wir sind dabei, diese Errungenschaften aufs Spiel zu setzen. Denn die Struktur des Zoofachhandels verändert sich immer mehr dahingehend, dass Tierbedarf von Vertriebsschienen verkauft wird, die sich eigentlich mit Tieren nicht näher auskennen.“

„Als Berufsverband der deutschen Heimtierbranche ist es dem ZZF daher ein wichtiges Anliegen, mit Seminaren und Fachforen die Kompetenz des Zoofachhandels zu erhalten und zu fördern. Das ZZF-Präsidium hat jetzt grünes Licht für die Entwicklung eines umfassenden Ausbildungskonzeptes gegeben. Das Programm soll genau auf die Bedürfnisse der Heimtierbranche und der angehenden Zoofachhändler abgestimmt sein. In den kommenden Monaten werden ZZF-Vertreter und externe Fachleute das bereits bestehende Ausbildungshandbuch des ZZF überarbeiten, erweitern und in einer neuen Form, auch digital, zur Verfügung stellen. Im Bereich der Fortbildung würden wir uns über eine weitere und vermehrte Zusammenarbeit mit der Industrie freuen.“

„In Deutschland werden seit vielen Jahren Tierschutzstandards entwickelt. Daran ist auch der ZZF maßgeblich beteiligt. Es kann nicht sein, dass Tiere in Discountern oder auf Tierbörsen als Sonderangebot oder Massenware verramscht werden. Zudem tritt der ZZF für eine Beschränkung auf Heimtierarten ein, die für die private Haltung geeignet sind.“

„Gemeinsam mit dem Industrieverband Heimtierbedarf haben wir eine Checkliste entwickelt, auf der tierschutzwidrige Artikel und für die Heimtierhaltung ungeeignete Produkte aufgeführt sind. Beim Handel mit tierschutzwidrigen Produkten tritt das deutsche Tierschutzgesetz in Konflikt mit dem EG-Recht. Während das EG-Recht den freien Handel - selbst mit tierschutzwidrigen Produkten - sichert, dürfen nicht tierschutzgemäße Produkte in Deutschland gar nicht in Gebrauch genommen werden.“

„Mit Blick auf die Osterweiterung der Europäischen Union sowie auf unseren globalen Markt möchte ich meine Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass die internationale Heimtierindustrie sich auf der Interzoo nicht nur über Marktstrategien oder technische Errungenschaften austauscht. Mein Wunsch wäre, dass die Unternehmen der Branche sich auch in ethischen Fragen wie dem Tierschutz annähern.“ (vg)

Quelle: ZZA 6/2004 Seite 28