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Branchenbericht
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VDA Bundeskongress 2004

Kompetent durch Sachkunde

Vom 7. bis 9. Mai fand in Stade, der Stadt an der Schwinge, der diesjährige Bundeskongress des Verbandes Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde, VDA, statt. Neben zahlreichen Fachvorträgen war die Gründung der ATTA, Arbeitsgemeinschaft Tierpflege, Tier und Artenschutz, ein zentrales Thema.

von Horst Linke

Das moderne Stadeum als Kongress-Centrum erwies sich als ein hervorragender Veranstaltungsort. Rund 600 Besucher folgten der Einladung des VDA Bezirk 02 Hamburg-Niederelbe in die über 1000 Jahre alte Hansestadt. Auch das „Umfeld“ dieser Veranstaltung - ein Besuch der historischen Altstadt und dem umliegenden „Alten Land“ mit der einmalig schönen Apfelblüte im grünen Dreieck zwischen Elbe und Weser – mochte für viele ein Grund sein, die Stadt zwischen Hamburg und Cuxhaven zu besuchen. Der Bundeskongress 2004 war wieder gemeinsam mit dem Verbandstag, der richtungsweisenden Versammlung der Mitgliedervertretung verbunden. Im Foyer des Kongress-Zentrums empfing eine kleine Aquaristik-„Ausstellung“ die Besucher. VDA Arbeitskreise, Aquarien- und Terrarienvereine des Bezirks, Zoofachhändler der Region und Info-Stände der Heimtierindustrie boten u.a. mit hervorragend eingerichteten Aquarien und Terrarien sowie Zubehör und Informationsangeboten über neue Produkte einen gelungenen Rahmen für diese Veranstaltung.

Im Foyer des Kongress-Zentrums präsentierten sich die Aquarien- und Terrarienvereine der Umgebung mit hervorragend eingerichteten Aquarien.

VDA Präsident Jochen Matthies eröffnete am 8. Mai offiziell den Bundeskongress, der unter dem Motto „Kompetent durch Sachkunde“ stand. Nach Grußworten des Bürgermeisters der Stadt Stade, Hans-Hermann Ott, und den Vorsitzenden benachbarter, ausländischer Aquarien- und Terrarienverbände sowie der Europäischen Aquarien- und Terrarien Association, EATA, konnte Präsident Matthies unter großem Beifall den Vorsitzenden des Industrieverbandes Heimtierbedarf, IVH, Gerd Köhlmoos, begrüßen. In den anschließenden Grußworten wurden viele Gemeinsamkeiten in den Bemühungen für eine optimale Pflege der Heimtiere deutlich. Deutlich wurde aber auch, dass es für IVH und VDA in der Formulierung anstehender politischer Belange in der Heimtierhaltung viel Übereinstimmung gibt. Gerd Köhlmoos, der schon als Fünfjähriger sein erstes Aquarium bekam, sprach auch als Aquarianer zu Aquarianern, was ihn in diesem Kreis besonders sympathisch machte. Es war das erste Mal, dass ein Vorsitzender des Industrieverbandes Heimtierbedarf auf einem VDA Bundeskongress sprach.


Mit Gerd Köhlmoos sprach zum ersten Mal ein Vorsitzender des IVH auf einem VDA Bundeskongress.

Die wichtigste Meldung kam von VDA Präsident Jochen Matthies über die in Gründung befindliche „Arbeitsgemeinschaft Tierpflege, Tier und Artenschutz“, ATTA.

Ausgefüllt wurde der Bundeskongress mit interessanten Fachvorträgen wie „Das Paludarium“(Robert Ruppel), „Faszination Malawisee“ (Dr. Andreas Spreinat), „Die faszinierende Welt der Harnischwelse“ (Ingo Seidel und Hans-Georg Evers), „Krabben,Garnelen und Krebse“ (Uwe Werner), „Blaualgen und kleinbleibende Regenbogenfische“ (Hans-Herbert Boeck) sowie „Die faszinierende Welt der Meeres-tiere“(Fisch Knipser Köln).

Die wichtigste Meldung kam schließlich vom Präsidenten Jochen Matthies. Er berichtete über die in Gründung befindliche „Arbeitsgemeinschaft Tierpflege, Tier und Artenschutz“, kurz ATTA, an der sich bisher sechs Verbände beteiligen, die damit schon heute zusammen über 300.000 Mitglieder vertreten. ATTA wird ein Zusammenschluss von Liebhaber-, Zucht- und Handelsverbänden mit Sitz in Deutschland (siehe nebenstehenden Kasten). Die Gründung soll im Jahr 2005 zur Heim-Tier und Pflanze auf der Grünen Woche in Berlin erfolgen.

ATTA könnte die größte Vereinigung dieser Form in Europa werden. Ein begrüßenswerter, sehr wichtiger Schritt zur Stärkung der Heimtierhaltung und damit auch der Aquaristik.

Wer und was ist ATTA?

ATTA steht für „Arbeitsgemeinschaft Tierpflege, Tier- und Artenschutz“ und ist geplant als ein Zusammenschluss von Liebhaber-, Zucht- und Handelsverbänden mit Sitz in Deutschland. Sie soll die Halter und Züchter von Aquarienfischen bis Ziergeflügel vertreten. Sinn und Zweck der ATTA sind im Organisationsstatut festgehalten. So heißt es u.a. in der Präambel:

„In Anbetracht der hohen gesellschaftlichen Bedeutung der Heimtierhaltung und der besonderen Verantwortung des Menschen für die in seiner Obhut befindlichen Heimtiere sowie der Notwendigkeit, die Öffentlichkeit für die Bedürfnisse der Heimtierhaltung zu sensibilisieren, schließen sich die unten genannten Verbände zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen, um gemeinsam berührende Angelegenheiten besser zu regeln und nachhaltiger vertreten zu können. Dabei lassen sie sich von ethischen Anforderungen der Mensch-Tier-Beziehung leiten und sehen sich dem Tier- und Artenschutz im besonderen Maße verpflichtet.“

ATTA soll die fachlichen, gesellschaftlichen und politischen Belange der Mitglieder ihrer Mitgliedsverbände fördern u.a. durch

  • Förderung des Tier-, Arten- und Naturschutzgedankens,
  • Einflussnahme auf politische Entscheidungen, die Heimtierhaltung und –recht betreffen,
  • Unterstützung der Aktivitäten der Mitgliedsverbände,
  • gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit und
  • gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen rund um das Haustier.

Die Gründungsverbände sind:

BDRG - Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter e.V.
DGHT - Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e.V.
DKB - Deutscher Kanarien- und Vögelzüchter Bund e.V.
VDA - Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde e.V.
VZE - Verband Ziervögel und Exoten e.V.
ZZF - Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V.

Quelle: ZZA 6/2004 Seite 52