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Alterskrankheiten beim Hund Bello wird so komisch....!
Das Lebensende ist bei einem tierischen Jäger – wie dem Wolf – in freier Natur traurig. Wenn Körper und Sinne nicht mehr mitspielen, kann die flinke Beute oft entkommen, es naht der elende Hungertod. Das ist bei unseren Heimtieren glücklicherweise anders. Sie werden auch im Alter noch gut mit Futter versorgt und daher wesentlich älter als ihre frei lebenden Artgenossen. Der Tod ist bei ihnen meistens gnädig. Die Ruhe- und Schlafperioden verlängern sich unmerklich, bis sie eines Tages sanft für immer einschlafen.
von Dr. Rolf Spangenberg
Doch wird diese Lebensspanne – der Rekord liegt bei 29 Jahren für einen australischen Hirtenhund – nicht immer voll ausgeschöpft. Unfälle und Krankheiten verkürzen den Lebensfaden. Gegen Unfälle ist man machtlos, doch Krankheiten lassen sich teilweise vermeiden, teilweise bei frühzeitiger Erkennung recht gut behandeln.
Vorbeugung: Impfung
Der „goldene Weg“ der Krankheitsvermeidung ist die Impfung. Dadurch treten schwere und oftmals tödlich verlaufende Infektionskrankheiten überhaupt nicht auf. Deswegen ist jedem Hundebesitzer anzuraten, sein Tier gegen Tollwut, vor allem gegen Staupe, Katzenseuche (Parvovirose), Leptospirose und ansteckende Leberentzündung impfen zu lassen.
Doch welche Krankheiten sind so schwer und häufig, dass sie das Leben unserer Hunde verkürzen?
Nierenschwäche
Da ist in erster Linie die chronische Nierenschwäche (= Niereneinsuffizienz) zu nennen. Ihr Leitsymptom: Der Hund hat vermehrten Durst und muss deswegen auch öfter raus (= Polydipsie und Polyurie). Das sollte für den Besitzer der dringende Anlass sein, alsbald einen Tierarzt aufzusuchen. Dieser hat verschiedene Möglichkeiten, den schicksalhaften Verlauf der Krankheit zu stoppen oder zumindest zu bremsen. Er wird die Nierenerkrankung direkt behandeln, dazu meist eine Nierendiät verschreiben und spezielle Fütterungsanweisungen geben.
Und was kann der Hundehalter unmittelbar tun? Zunächst einmal – ganz wichtig! – nie dem Hund das Wasser rationieren! Im Gegenteil, das vermehrte Trinken kann die verringerte Filterleistung der Nieren teilweise auffangen. Daher den Hund zum Trinken drängen, je mehr, desto besser!
Nur der guten Ordnung halber, denn es wird gelegentlich danach gefragt: Wie sieht es mit einer Nierentransplantation aus? Die Technik „steht“, in den USA wird sie auch durchgeführt. In Deutschland ist das Problem der Spenderhunde aber noch nicht gelöst; in den USA nimmt man dafür kurzerhand Tierheimtiere.
Herzschwäche
Die zweitwichtigste Ursache für vorzeitiges Ableben: Herzschwäche (= Herzinsuffizienz) deren Leitsymptom der Husten ist. Die typische Klage der Besitzer: „Der Hund hustet öfter, vor allem nach Ruhephasen, Hustenmittel bringen nichts. Er ist auch zuweilen so schlapp!“ Das sollte nun der Anlass für eine wirklich gründliche tierärztliche Untersuchung sein. Gründlich heißt: Nicht nur abhorchen, mindestens auch röntgen, möglichst noch Ultraschall, vielleicht sogar EKG. Deswegen diese Untersuchung vorher beim Tierarzt anmelden, ihn nicht einfach „überfallen“. Es gibt heutzutage wunderbare neue Medikamente, mit denen man eine Herzschwäche meist gut in den Griff bekommt. Es läuft auf Tabletten heraus, die regelmäßig gegeben werden müssen.
Und was kann der Hundehalter selbst tun? Ein eventuelles Übergewicht regulieren (Diätfutter)! Wenn der Hund Zahnstein hat, diesen schonend entfernen lassen. Die Bakterienrasen auf stinkendem Zahnbelag verursachen durch ihre Gifte nämlich häufig Herzschädigungen. Sodann den Hund nicht überfordern, jedoch angemessen bewegen. Achtung: Es ist schwierig, das richtige Maß zu finden, denn Hunde neigen nicht zur Wehleidigkeit!
Tumore
Ein häufiger Grund für Altersbeschwerden sind Geschwulstleiden (= Tumoren), bei Menschen und Tier gefürchtet. Die rechtzeitige Kastration der Hündin bietet eine recht gute Vorbeuge vor Gesäugetumoren. Halter sollten sich nicht von der angeblich vorbeugenden Wirkung von „biologischem“ Futter, „Naturstoffen“ (Aloe vera) und ähnlichen Wundermitteln verrückt machen lassen. Nicht jeder Tumor ist bösartig, viele lassen sich gut operativ entfernen und der rechtzeitige Tierarztbesuch wird viele Sorgen vertreiben.
Der Hundehalter kann durch ein regelmäßiges spielerisches Abtasten seines Hundes eine gute Vorsorge betreiben, denn die frühzeitige Entdeckung einer Geschwulst ist für die Heilung entscheidend. Die Größenzunahme eines Tumors sollte sorgfältig beobachtet werden, denn die Wachstumsgeschwindigkeit ist für die Beurteilung der eventuellen Bösartigkeit wichtig. Der Tierarzt kann mit „riesig groß“ oder „winzig klein“ wenig anfangen. Nehmen Sie Obst zum Vergleich: kirschkerngroß, kirschengroß, pflaumengroß usw.!
Diabetes
Nicht gerade häufig, jedoch im Einzelfall wichtig, ist die Erkrankung an der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus),die meistens zu spät erkannt wird. Ihr Leitsymptom ist der vermehrte Durst, also wie bei der Nierenschwäche, dazu kommt meistens Abmagerung oder Fettsucht (!), Augenprobleme und ein stumpfes Fell. Die Diagnose stellt dann der Tierarzt durch Blut- und/oder Urinuntersuchung. Hundebesitzer sollten sich nicht verwirren lassen, der Goldstandard der Behandlung ist die tägliche Insulin-Injektion. Daneben ist es aber wichtig, dem Hund ein Diätfutter zukommen zu lassen. „Zuckerdiät“ bedeutet, dass der Patient möglichst gleichartig ernährt wird, also konstante Energiezufuhr. Dafür gibt es gute Fertigfutter; wer selbst kochen will: 1/3 Fleisch, 1/3 Reis oder Nudeln, 1/3 Gemüse und Obst.
Man unterscheidet zwei Formen des Diabetes mellitus: Einen „Alterszucker“ kann man auch mit Tablettengaben und Diät in den Griff bekommen. Dieser Typ ist aber bei Tieren extrem selten, also bleibt nur die Insulin-Injektion, an die sich Hunde bald erstaunlich gut gewöhnen!
Nicht erwähnt wurde die lange Liste der Altersbeschwerden, die man auch vom Menschen kennt: Haut- und Fellprobleme, Inkontinenz („Er kann das Wasser nicht mehr halten!“), grauer Star, Hörverlust und Verwirrtheitszustände. Dabei helfen Vitamin- und Mineralstoffmischungen, auch spezielles Seniorenfutter, doch......... das Alter lässt sich letztlich nicht besiegen!
Was immer hilft, ist liebevolle Zuwendung, gute Betreuung und Toleranz, wenn der alte Hund nicht mehr so gut wie früher „funktionieren“ will und langsam dahindämmert!
Quelle: ZZA 9/2004 Seite 42 |