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Arizona-Königsnatter Eine der schönsten dreifarbigen Lampropeltis
Farben und Muster der Arizona-Königsnatter (Lampropeltis pyromelana) sollen die Navajo-Indianer bei der Gestaltung ihres Kunsthandwerks, zum Beispiel der berühmten Navajo-Decken, inspiriert haben. Auf der diesjährigen Heim - Tier & Pflanze in Berlin begeisterte die weiß-rot-schwarz gebänderte „Claudia“ Kinder und Erwachsene nicht nur durch ihre hübsche Zeichnung, sondern auch durch ihr ruhiges und umgängliches Wesen.
 | | Arizona-Königsnatter „Claudia“ in ihrem Terrarium auf der Heim - Tier & Pflanze. Diese Art gilt als eine der schönsten der dreifarbigen Königsnattern. |
Arizona-Königsnattern lassen sich gut im Terrarium pflegen und erreichen unter optimalen Haltungsbedingungen ein Alter von 20 und mehr Jahren. Als eine der schönsten dreifarbigen Königsnattern ist sie in der Terrarienhaltung sehr beliebt; sie läßt sich gut nachzüchten und ist auch für Anfänger geeignet.
Ihre ursprüngliche Heimat ist der Südwesten der Vereinigten Staaten (Utah, Nevada, Arizona, New Mexico) und der Nordwesten Mexikos (Sonora, Chihuahua). Sie lebt in gebirgigen Zonen und bevorzugt die Nähe von Bachläufen. Die Landschaft ist geprägt von Schluchten, Felsen und Geröll, niedrigem Buschwerk und lichten Wäldern. Die vier Unterarten - L. p. knoblochi, L. p. pyromelana, L. p. woodini und L. p. infralabialis - lassen sich unter anderem durch die Anzahl und das Aussehen der weiß-rot-schwarzen Farbringe unterscheiden. Der Kopf geht in den gestreckten, kräftigen Körper fast ansatzlos über. Die Augen sind groß mit runden Pupillen. Die Spitze der Schnauze und der Unterkiefer sind weiß oder gelb, die Oberseite des Kopfes und die Schläfen schwarz. Arizona-Königsnattern können bis zu 110 cm lang werden. Im Freiland jagen sie Echsen und Kleinsäuger. Zwischen Ende Oktober/Anfang November und April/Mai legen die Tiere eine Winterruhe ein.
Haltung im Terrarium
Für ausgewachsene Tiere sollte das Terrarium eine Mindestgröße von 100 x 50 x 50 cm (Länge x Breite x Höhe) haben. Für den Bodengrund wird ein Gemisch aus Sand und Lehm, bedeckt mit etwas Rindenmulch oder Stücken von Baumrinde, empfohlen. Als Unterschlupf dienen Hohlsteine, flache Steine oder - wegen der Unfallgefahr - sorgfältig geschichtete Steinhaufen. Auch Baumrinde wird als Unterschlupf angenommen. Jedem Tier sollte mindestens eine Rückzugsmöglichkeit angeboten werden. Eine Bodenheizung ist ebenso erforderlich wie ein UV-Strahler. Die über die Beleuchtung gesteuerte Tageszeit im Terrarium sollte mindestens zehn Stunden betragen, bei einer Temperatur zwischen 25 bis 32° C, nachts nicht unter 18° C.
Lampropeltis pyromelana ist nacht- und tagaktiv. Besonders in der Dämmerung und frühen Nacht durchstreift sie das Terrarium, sonnt sich aber auch gern tagsüber auf den Steinen. Unbedingt erforderlich ist eine stets frisch gefüllte Wasserschale. Die Fütterung erfolgt einmal in der Woche mit ein bis zwei kleineren Mäusen oder alternativ alle drei bis vier Tage mit einer Maus. Die Futtertiere sollten nicht zu groß sein - als Anhaltspunkt gilt: maximal die doppelte Kopfbreite. Um Verletzungen durch Futterneid zu vermeiden, sollten die Schlangen einzeln gefüttert und erst nach vollständiger Aufnahme der Futtertiere wieder zusammengesetzt werden. Da zu den Beutetieren der Arizona-Königsnattern auch Schlangen (auch der eigenen Art) gehören, werden unterschiedlich große Tiere nicht zusammen in einem Terrarium gehalten.
Eine etwa dreimonatige Winterruhe ist für die Regeneration und die Fortpflanzung wichtig. Zwei bis drei Tage nach der letzten Fütterung, wenn die Verdauung beendet ist und sich der Darm entleert hat, reduziert man Bodenheizung und Beleuchtungsdauer stufenweise. Bei Temperaturen von unter 15° C verziehen sich die Tiere in ihre Winterquartiere. Auch während dieser Zeit sollte ständig Trinkwasser zur Verfügung stehen. Zum Ende der Winterruhe werden Bodenheizung und Beleuchtung wieder stufenweise heraufgefahren. Wenige Tage nachdem die Schlangen aus ihrer Winterruhe erwacht sind und ihre Aktivitäten aufgenommen haben, wird wieder mit der regelmäßigen Fütterung begonnen.
Sobald die Tiere normal fressen, kann die Paarungszeit beginnen. Arizona-Königsnattern sind relativ problemlos nachzuzüchten. Die Tragezeit beträgt etwa 30 Tage. Zum Ablegen der Eier sollte dem Weibchen leicht feuchtes Substrat zur Verfügung stehen. Über die Inkubationstemperatur gibt es unterschiedliche Angaben: zwischen 22 und 32° C bzw. 26 bis 28° C. Bis zum Schlupf vergehen 60 bis 70 Tage. Die etwa 20 cm großen Schlüpflinge werden ab der ersten Häutung am besten getrennt aufgezogen. (vg)
Quelle: ZZA 3/2005 Seite 42 |