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Blauer Pfeilgiftfrosch im Terrarium Der Bewohner tropischer Regenwälder
Nur 30 bis 50 mm groß, sticht der Blaue Pfeilgiftfrosch Dendrobates azureus durch seine attraktive Färbung in verschiedenen metallischen Blautönen mit unregelmäßigen schwarzen Flecken auf Rücken und Kopf ins Auge. Das Hautgift der Tiere verwenden einige Naturvölker noch heute für ihre Blasrohrpfeile. Heimische Nachzuchten produzieren in der Regel kein Hautgift.
 | | Der Blaue Pfeilgiftfrosch Dendrobates azureus zählt zu den schönsten Pfeilgiftfroscharten und ist im Terrarium ein interessanter Pflegling. (Foto: Peter Schramm) |
Grundsätzlich erfordert der Umgang mit Pfeilgiftfröschen Umsicht, ihre Pflege im Terrarium neben entsprechendem Basiswissen auch zuverlässiges Einhalten von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Die ursprüngliche Heimat von Dendrobates azureus sind die tropischen Regenwaldgebiete von Surinam, Guayama und Brasilien. Die Frösche leben zum Großteil auf dem Boden, teilweise auf Bäumen, wo die wassergefüllten Bromelienachseln ihnen einen geeigneten Lebensraum bieten.
Pfeilgiftfrösche sind nicht nur aufgrund ihrer schönen Färbung interessante Pfleglinge im Terrarium, sondern auch wegen ihres Verhaltens. Vor allem die Brutpflege ist faszinierend zu beobachten. Das Männchen bewacht und befeuchtet das meist auf einem Blatt oder in einer feuchten Höhle abgelegte, aus zwei bis acht Eiern bestehende Gelege und trägt die nach ca. 14 Tagen geschlüpften Kaulquappen auf seinem Rücken ins Wasser. Die Metamorphose zum Froschlurch ist nach rund zehn Wochen abgeschlossen, dann gehen die Tiere an Land. Bei adulten Tieren sind die Geschlechter durch verbreiterte Fingerscheiben bei den Männchen zu unterscheiden; zudem sind die Männchen erkennbar kleiner.
Artgerechte Fütterung
Geeignete Futtertiere für adulte Dendrobates azureus sind vor allem Fruchtfliegen (Drosophila), aber auch Wasserflöhe und Mückenlarven. Die Futtertiere sollten leicht mit einem Mineralstoff-Vitamin-Präparat bestäubt werden. Für Jungtiere sind Springschwänze gut geeignet.
Da in der Natur die Hautgifte der Froschlurche im wesentlichen über die Futtertiere (zum Beispiel Ameisen) produziert werden, sind mit ungiftigen Futtertieren ernährte Nachzuchten kaum oder gar nicht giftig. Trotzdem sollte man sich nach jedem Hautkontakt gründlich die Hände waschen. Selbst geringfügige Hautwunden könnten sich infizieren.
Regenwald-Terrarium
Dendrobates azureus ist ein typischer Bewohner des tropischen Regenwaldes, der Tagestemperaturen von 22 - 27°C (nachts 22°C) und eine Luftfeuchtigkeit von 80 bis 100 Prozent benötigt. Für den Bodenbewohner spielt die Terrarienhöhe eine untergeordnete Rolle, wichtiger sind Breite und Tiefe; das Terrarium sollte für ein Pärchen die Mindestmaße 40 x 40 x 40 cm haben.
Bei der Einrichtung ist darauf zu achten, daß Kletter- und Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sind und ausreichend viele Wasserstellen. Vor allem müssen die Klimadaten exakt eingehalten werden.
Erforderlich ist eine Bodenheizung unter dem Becken, damit die nötige Temperatur erreicht wird. Als Untergrund eignet sich Blähton. Darauf werden Bodendecker wie Javamoos oder Bubikopf gepflanzt, die bald den Landteil überwuchern. Der Grund des Terrariums wird mit Wasser gefüllt. Für die Beleuchtung reicht im allgemeinen eine Energiesparlampe. Direkte Bestrahlung vertragen die Bewohner des tropischen Regenwaldes nicht, da in der freien Wildbahn das dichte Blätterdach nur wenig Licht durchläßt.
Zu den weiteren wichtigen Einrichtungsgegenständen gehören Verstecke, wie z.B. Kokosnußhälften und Bromelien, die in ihren Blattachseln Wasser speichern und als Kindergarten dienen. Es müssen genügend Wasserstellen geschaffen werden, die jedoch allesamt klein sein können. Die weitere Gestaltung kann sich an den Wünschen des Halters orientieren - sehr schön sehen zum Beispiel Flußläufe aus.
Besonderes Augenmerk gilt der Luftfeuchtigkeit, die stetig hoch sein muß. Gut geeignet sind programmierbare Beregnungsanlagen oder Vernebler. Ansonsten steht tägliches Sprühen auf dem Programm. Temperatur und Luftfeuchtigkeit müssen permanent kontrolliert werden; auf ein Absinken insbesondere der Luftfeuchtigkeit reagiert Dendrobates azureus empfindlich. Das Beschlagen der Frontscheibe läßt sich mit einer Heizspirale unter der vorderen Lüftung vermeiden. Lüfter sind aufgrund der Zugluft weniger geeignet.
Zu den täglichen Pflegemaßnahmen eines Regenwald-Terrariums gehören:
- Die tägliche Kontrolle der Luftfeuchtigkeit, eventuell zwei- bis dreimal tägliches Besprühen.
- Die tägliche Reinigung des Wassers im Schalen etc. (sofern diese Aufgabe nicht von einem Filtersystem übernommen wird)
- Alle zwei bis drei Tage werden die Froschlurche gefüttert.
- Die Tiere sollten regelmäßig auf Ihren Gesundheitszustand kontrolliert werden.
(vg)
Quelle: ZZA 4/2005 Seite 38 |