Besuchen Sie auch den ZZF!
SITEMAP | KONTAKT | IMPRESSUM
TierNatur
Diese Seite drucken


Schmuckhornfrösche im Terrarium

Kugelrund, farbenfroh und sehr gefräßig

Südamerikanische Schmuckhornfrösche der Gattung Ceratophrys lassen sich gut im Terrarium pflegen. Berichten zufolge, können sie dort ein Lebensalter von ca. 20 oder auch mehr Jahren erreichen. Man hält sie besser einzeln, denn Schmuckhornfrösche sind Kannibalen, die auch fast gleich große Artgenossen als Beute ansehen. Der Art Ceratophrys ornata hat der ZZF die Aktion „Heimtier des Monats“ gewidmet.

Schmuckhornfrosch Ceratophrys ornata, auch als Argentinischer Hornfrosch bekannt.

Ceratophrys ornata (Argentinischer Hornfrosch), Ceratophrys cornuta (Surinam oder Gemalter Hornfrosch) und Ceratophrys cranwelli (Chaco Hornfrosch) sind als adulte Tiere verhältnismäßig massig und wirken kugelrund. Den Namen Hornfrosch verdanken sie den hornartigen Auswüchsen der Augenlieder, die bei C. cornuta am stärksten ausgeprägt sind. Die Zusatzbezeichnung „Schmuck“ verdanken sie ihrer Färbung. So ist C. Cornuta in verschiedenen Brauntönen gefärbt mit grünen bis orangegrünen Flecken auf glatter Haut; er wirkt wie gemalt - daher wohl auch der deutsche Name. C. cranwelli ist rötlich oder braun gefärbt mit dunkelbraunen Flecken; sein Rücken ist mit Hornwarzen übersät, das Maul spitzer als bei den anderen beiden Arten. Von C. cranwelli werden auch Albinos gezüchtet. C. ornata ist leuchtend grün gefärbt, mit großen, rötlich schwarzen, gelb gerandeten Flecken. Albinos von C. ornata weisen gelbe Flecken auf, auch orangefarbene Schattierungen sind keine Seltenheit.

Im Verhältnis zum Körper ist das Maul der Hornfrösche mit den kräftigen Kiefern geradezu riesig, so daß sie Beutetiere verschlingen können, die fast so groß sind wie sie selbst. Vor ihren Zähnen sollten sich auch ihre Halter in Acht nehmen; sie können schmerzhafte und blutende Wunden hinterlassen. Als Bewegungsjäger können sie nicht zwischen dem Beutetier und der sich bewegenden Hand unterscheiden, was sowohl beim Füttern wie auch beim Reinigen des Terrariums zu beachten ist.

Schmuckhornfrösche gehören zur Familie der Südfrösche (Leptodactylidae) und sind in Südamerika beheimatet. So umfaßt das Verbreitungsgebiet von C. ornata und C. cranwelli Argentinien, Uruguay und Brasilien, während das von C. cornuta von Französisch Guinea über Surinam und Guayana bis nach Venezuela und Kolumbien reicht. Auch Nordost-Brasilien und West-Ecuador werden als Heimat von C. cornuta genannt. Als Lauerjäger halten sich die Tiere vorwiegend in lockeren Böden und Blätterschichten verborgen, wo sie auf Beutetiere warten. Dank ihrer Färbung sind sie auch dann gut getarnt, wenn sie auf dem Boden lauern. Mit ihren kräftigen, für einen Frosch auffallend kurzen Hinterbeinen können sie sich gut bis zu den Augen eingraben. Trotz ihrer massigen Erscheinungsweise sind sie sehr flink.

Albino-Schmuckhornfrosch Ceratophrys cranwelli in typischer Färbung.

Ernährung

Schmuckhornfrösche versuchen buchstäblich alles zu verschlingen, was sich bewegt und was in ihr Maul paßt. Als Faustregel für Futtertiere gilt, daß sie nicht größer als die Hälfte des Frosches sein sollten, damit er die Nahrung verdauen kann. Junge Tiere werden täglich mit Heimchen gefüttert, später dienen Heuschrecken, Schaben, Würmer und Mäuse als Futtertiere. In freier Wildbahn ernähren sie sich auch von Jungvögeln und anderen Amphibien. Erwachsene Tiere brauchen - je nach Größe der Futtertiere - nur ein bis zweimal wöchentlich gefüttert zu werden. Schmuckhornfrösche neigen bei zu reichlicher Futtergabe zu Fettleibigkeit.

Viele Halter empfehlen das Füttern mit der Pinzette, wobei sich das Futtertier bewegen muß bzw. bewegt werden muß, da Frösche eine still sitzende Beute nicht wahrnehmen. Auch ein zumindest gelegentliches Bestäuben der Beutetiere mit Mineralien und Vitaminen wird empfohlen.

Die Größe adulter Tiere schwankt zwischen 10 und 17 cm, wobei die Weibchen deutlich größer werden als die Männchen. Die Männchen von C. cornuta und C. ornata werden zwischen 10 und 11 cm groß, die Weibchen bis 15 cm. Etwas größer werden die Vertreter der Art C. cranwelli; hier wird die Größe der Männchen mit 12 bis 13 cm und die der Weibchen mit 13 bis 17 cm angegeben.

Terrarium einrichten und pflegen

Während Jungfrösche noch in kleineren Behältern gepflegt werden können (wo sie ihre Beutetiere besser erreichen als in größeren Becken), benötigen adulte Tiere Terrarien in der Größe ab 40 x 40 x 40 cm, eher größer. Für die Beleuchtung werden Leuchtstoffröhren, vor allem jedoch Reflektorlampen mit 60 Watt-Birnen empfohlen. Die Beleuchtung sollte mindestens 10, maximal 14 Stunden täglich eingeschaltet werden.

Die wichtigste Einrichtung ist der Bodengrund, der hoch genug sein sollte, um den Tieren auch ein vollständiges Eingraben zu ermöglichen. Der Bodengrund sollte locker sein und kann aus rundkörnigem Flußsand, einem Laub-/Erde-Gemisch, Torf, Rindenmulch oder ähnlichem bestehen.

Als Wasserquelle reicht eine flache Schale mit niedrigem Wasserstand. Schmuckhornfrösche sind keine guten Schwimmer und können trotz ihrer aquatilen Abstammung ertrinken. Vor allem bei Jungtieren sollte der Wasserstand nicht höher sein als 1 cm. Es besteht die Gefahr, daß auf den Rücken gefallene Jungfrösche sich selbst nicht wieder aufrichten können und in zu hohem Wasser ertrinken.

Weitere Einrichtungsgegenstände wie Mangrovenwurzeln, Rinde oder Dekosteine werden als Versteckmöglichkeiten gern angenommen. Da Schmuckhornfrösche gerne graben, beläßt man Pflanzen wie Tillandsien und Bromelien am besten im Topf.

Die Temperaturen im Terrarium sollten für C. cranwelli und C. ornata zwischen 22° C nachts und bis 28°C tagsüber, für C. cornuta zwischen 24° C nachts und bis 31°C tagsüber betragen.

Für die Luftfeuchtigkeit gilt ein Wert um ca. 70 Prozent, die durch Sprühen und Feuchthalten des Bodengrunds erreicht wird.

Da Schmuckhornfrösche stark koten, ist eine gute Belüftung des Terrariums und regelmäßige Reinigung sehr wichtig.

Winterpause

In ihrer ursprünglichen Heimat nutzen Schmuckhornfrösche die trockene Jahreszeit für eine ca. zweimonatige Ruhepause. In unseren Breiten bereiten sich die Tiere oft im November oder Dezember von sich aus auf eine Winterpause vor. Zunächst fressen sie weniger, dann vergraben sie sich komplett. Während dieser Zeit sollte die Temperatur im Terrarium auf 10 bis 15°C gesenkt werden. Der Bodengrund kann nun ruhig etwas antrocknen, da die Tiere während ihrer Ruhepause eine Art Kokon aus abgestorbener Haut und Hautschleim bilden, der sie vor Austrocknung schützt.

Die Winterpause kann sechs bis acht Wochen dauern. Dann wird die Temperatur im Terrarium allmählich wieder hochgefahren, der Bodengrund befeuchtet und die Fütterung der Tiere aufgenommen.

Fortpflanzung

Da Schmuckhornfrösche Kannibalen sind, erfordert ihre Nachzucht Fingerspitzengefühl und einigen Aufwand. Unter anderem empfiehlt es sich, ein größeres Becken vorzubereiten, in dem die Frösche zur Paarung zusammengesetzt werden und das dann für den Laich kurzfristig in ein Aquarium verwandelt werden kann.

In Paarungsstimmung geraten die Frösche nach einer längeren Ruhephase mit anschließender „Regenzeit“. Um diese Regenzeit zu simulieren, wird im Terrarium verstärkt gesprüht. Bevor Männchen und Weibchen in das mit ca. drei cm Wasser gefüllte „Nachwuchs-Becken“ zusammen gesetzt werden, ist reichliches Füttern wichtig. Andernfalls würde das Weibchen das kleinere Männchen als Beute betrachten.

Nach dem Ablaichen werden Männchen und Weibchen aus dem Becken genommen, in dem der Wasserstand nun auf ca. 30 cm erhöht wird. Bei einer Wassertemperatur von 28°C schlüpfen die Kaulquappen bereits nach ein bis zwei Tagen. So wie die Dottersäcke aufgezehrt sind, muß man ihnen Tubifex, Koipellets oder klein geschnittene Leber und mageres Fleisch ins Wasser geben, damit sie sich nicht gegenseitig fressen. Täglicher Teilwasserwechsel ist jetzt besonders wichtig. Nach ca. drei Wochen beginnt die Metamorphose der kiemenatmenden Froschlarve zum lungenatmenden Frosch. Dazu muß der Wasserstand im Becken wieder soweit abgesenkt werden, daß die Tiere das Wasser verlassen und an Land gehen können. Ist die Metamorphose abgeschlossen, sollten die Frösche einzeln in kleine Behälter umziehen.

C. cranwelli und C. ornata wachsen sehr schnell und haben mit rund acht Monaten bereits annähernd ihre Endgröße erreicht; sie sind mit ca. 16 bis 18 Monaten geschlechtsreif. Langsamer wächst C. cornuta, der seine Endgröße erst im Alter von drei Jahren erreicht und auch erst ab dann geschlechtsreif wird

Mit der ZZF-Aktion „Heimtier des Monats“ in dieser zza-Ausgabe auf Seite 41 kann der tierführende Zoofachhandel den Schmuckhornfrosch als interessant zu haltendes Tier besonders herausheben. (vg)

Quelle: ZZA 8/2005 Seite 42