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Branchenbericht
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Ideenwettbewerb „Modernes Gehegedesign“

„Skyte“ – Vogelheim mit interessanten Details

Die Teilnehmer des an der Fachhochschule Hannover vom ZZF und der WZF GmbH ausgeschriebenen Ideenwettbewerbes „Modernes Gehegedesign“, die ihre Entwürfe im Mai diesen Jahres bei der 3. DeZooFa in Wiesbaden dem interessierten Fachpublikum präsentieren konnten, haben alle Konzepte mit interessanten Ideen entwickelt.

Ulrike Weisbach.

So auch Ulrike Weisbach, die im 5. Semester Industriedesign an der Fachhochschule Hannover studiert und die Fachjury besonders in den Bereichen „Umsetzbarkeit“ und „Handhabung“ überzeugte. Die junge Studentin war sofort von dem interessanten Semester-Projekt begeistert und entschied sich für den Entwurf eines Vogelheims, um eigene Erfahrungen mit einbringen zu können. „Die Verhaltensweisen von Wellensittichen sind mir sehr vertraut, weil ich selbst schon einige durch ihr spannendes Leben begleitet habe. Durch meinen Entwurf möchte ich den Lebensraum dieser Tiere verändern und verbessern.“ Trotzdem überließ Ulrike Weisbach nichts dem Zufall und recherchierte ausführlich über Wellensittiche und deren Haltung. Außerdem informierte sie sich ausführlich über die auf dem Markt angebotenen handelsüblichen Vogelkäfige und kam zu dem Schluß: „Die natürlichen Lebensumstände des Wellensittichs werden in der Heimtierhaltung nicht ausreichend berücksichtigt. Das hat zur Folge, daß sich das Vogelheim zu einem Vogelgefängnis entwickeln kann. Mir ist bewußt, daß man dem Tier in einer Wohnung nicht die absolute Freiheit schenken kann, aber das Gehege sollte natürliche Verhaltensweisen unterstützen und dem Tier somit als Heim dienen. Ich wollte einen freiwilligen Zufluchtsort schaffen, der dem Tier Schutz bietet, sobald der Halter die Gehegetüren einmal schließen muß.“


Das Skyte-Vogelheim.

U-Profile an den Gittern halten die Seitenteile.

Während die Grundformen des Skyte Vogelheims sich nicht wesentlich von den im Handel erhältlichen Gehegen abheben, überzeugt es jedoch eindeutig durch seine interessanten Details.

Das Dach beispielsweise bietet einen artgerechten Aufenthaltsort für die Wellensittiche durch Sitzstangen aus Holz. Es dient als Landemöglichkeit bei Freiflügen des Vogels und Aussichtspunkt für die Umgebung. Der obere Teil ist in drei Elemente unterteilt: Die beiden äußeren Stücke fassen sechs Sitzstangen, das Innere vier. Die außen stehenden Teile können jeweils zur Seite geschoben werden, um sie zu reinigen. Der Mittelteil ist fest mit dem Plexiglas verbunden, um eine ausreichende Stabilität zu gewährleisten, sobald die Seitenteile zum Säubern entfernt werden.

Beliebter Aufenthaltsort auf dem Gehegedach

U-Profile halten die Seitengitter magnetisch an den Plexiglasseiten. Damit ist sowohl eine einfache Montage, als auch eine leichte Reinigungsmöglichkeit des Geheges gegeben. Fenster aus Plexiglas an den Längsseiten des Vogelheims ermöglichen einerseits einen „gitterfreien“ Einblick in das Gehege und heben gleichzeitig den Käfigcharakter auf. Anderseits bieten in die Scheiben eingelassene Ornamente genug Abgrenzung und Rückzugsmöglichkeit für die Tiere und haben zudem noch eine hübsche Anmutung.

Federnde Sitzstangen.

Im Innenraum des Geheges bilden federnde Sitzstangen einen Kontrast zu den sonst starren Sitzmöglichkeiten in herkömmlichen Vogelkäfigen und erinnern damit an im Wind schwankende Äste in der freien Natur.

Ulrike Weisbach faßt ihre Erfahrungen während des Projektes zusammen: „Während ich mich immer stärker mit dem Thema befaßte, fiel es mir mit zunehmender Zeit immer leichter, mich in die Tiere hineinzuversetzen und zu neuen Lösungsmöglichkeiten zu kommen. Gleichzeitig mußten aber auch immer wieder neu gewonnene Erkenntnisse und bestehende Normen im Entwurfsprozess beachtet werden, die meine anfänglichen Ideen in eine ganz neue Richtung gelenkt haben. Bis zum vorliegenden Entwurf war es ein langer und spannender Weg, der mich so manche schlaflose Nacht gekostet hat. Aber ich denke, die Arbeit hat sich gelohnt, denn ich konnte viele wertvolle Erfahrungen sammeln und ein neues Gestaltungsgebiet kennen lernen, auf dem Designer auch zukünftig noch viel bewegen sollten.“ (ah)

Quelle: ZZA 11/2005 Seite 88