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Branchenbericht
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Ideenwettbewerb „Modernes Gehegedesign“

Snap On – Modulbauweise für Kleintiere

In der heutigen Zeit ist die Artenvielfalt der vertretenen Tiere größer geworden, die Mindestgrößen der Käfige, sowie die Wünsche der Konsumenten haben sich verändert. „Snap On“ besteht aus Modulen, die sich der Käufer je nach Größe, Geschmack und Bedarf aus dem Sortiment zusammenstellen kann. „In dem Projekt konnte ich endlich meine Vorstellung eines Käfigs verwirklichen: artgerecht, variabel, anpassungsfähig, sowohl an die Wohnung, als auch an die Tiere...“

Ralph Krüger bei der Präsentation von Snap On.

Ralph Krüger studiert im 8. Semester Industriedesign an der Fachhochschule Hannover und ist seit vielen Jahren Halter unter anderem von Degus. „Da ich zu Hause selber einige Kleintiere und für diese bereits Käfige entworfen sowie gefertigt habe, war mein Interesse an dem Projekt sofort geweckt. Die handelsüblichen Käfige waren mir dabei schon lange ein Dorn im Auge.“ Ralph Krüger ist ein weiterer Teilnehmer des vom ZZF und der WZF GmbH ausgeschriebenen Ideenwettbewerbes „Modernes Gehegedesign“. Sein Gehegeentwurf überzeugte die Jury, bestehend aus Detlev Busch (Vertreter des ZZF), Prof. Birgit Weller (Leiterin des Fachbereichs Produktdesign an der FH Hannover), Jürgen Knoll (Vertreter der Industrie von der Firma Synergie-Agro-Projekt GmbH), Jutta Breitwieser (Bund gegen Mißbrauch von Tieren) sowie Dr. Rolf Spangenberg (Tierarzt), besonders in den Bereichen „Tiergerechtigkeit“ und „Reinigung“.

Snap On bietet viele Möglichkeiten der Raumaufteilung.

Ralph Krüger erläutert, dass die Ideen für seinen Gehegeentwurf sowohl durch die Haltung seiner eigenen Tiere, durch die ehrenamtliche Arbeit in Tierheimen, als auch durch die Proportionen seiner Wohnung zustande kamen. Durch seine Heimtiere war er bereits in vielen Zoofachgeschäften und hat sich dort die Haltung von Tieren und die zum Verkauf stehenden Käfige angesehen. Er kritisiert, dass einige der zum Verkauf stehenden Gehege gesundheitsgefährdend für die Tiere sein könnten und man bei der Haltung oft Kompromisse eingehen muss. Außerdem beanstandet er, dass viele dieser Käfige sich nicht erweitern lassen, dass Türen zu klein und falsch angebracht sind, dass zu viel Kunststoff verwendet wird, sowohl in der Gestaltung als auch bei der Ausstattung, und dass durch die oft sehr bunte Farbgestaltung, die Käfige zwar optisch in ein Kinderzimmer, nicht aber in ein stilvoll eingerichtetes Wohnzimmer passen. Dadurch sind, nach Meinung von Ralph Krüger, viele auf dem Markt erhältliche Käfige nur bedingt artgerecht und nur teilweise den Wünschen der potenziellen Kunden angepasst.

Sein „Snap On“-Modul-Kleintierkäfig ist in diesem Fall eine Lösung, sagt Ralph Krüger. Das Gehege wurde in der Form auf das Wesentliche reduziert um dem Kleintier soviel Lebensraum wie möglich bieten zu können. Das „Snap On“-Modulsystem besteht aus 2 Hauptmodulen, dem Decken- und Bodenteil, auf die alles aufbaut. Die Breite, Tiefe und Höhe kann sich der Kunde aus einem Sortiment frei aussuchen. Dabei kann er sich entscheiden, ob durchgehende Zwischenebenen oder Durchgänge vorhanden sein sollen. Alle Türelemente und Lücken beinhalten im Material integrierte, rückfedernde Verschlüsse. So kann eventuellen Ausbruchsversuchen vorgebeugt werden. Bei den Türen besteht eine Auswahl an Größe, Anzahl und Aufteilung. Das Gleiche gilt für die Größe der nach unten klappbaren Streuluke. Sie erleichtert zusätzlich die Reinigung, indem ein Mülleimer direkt unter dem Gehege die benutzte Streu auffängt.

Artgerechte Tierhaltung ist oberstes Ziel von Snap On

Die leichten Rundungen in der Gehäuseform ermöglichen eine Reduzierung der unzugänglichen Ecken und sind somit eine Erleichterung bei der Reinigung. Nun stellt sich dem Kunden noch die Frage, ob er eine Rückwand mit Klemmhalterungen für Sitzbretter benötigt. Zudem kann er auswählen zwischen verschiedenen Farbgebungen oder einer Echtholzfurnierung mit anschließender Versiegelung inner- und außerhalb des Käfigs.

Farbgebung und Material lassen sich an die Raumgestaltung anpassen.

Neue Materialien aus dem Fahrzeugbau ermöglichen bei „Snap On“ durch Sandwichbauweise eine hohe Stabilität, Belastbarkeit und ein geringeres Gewicht im Vergleich zu Vollmaterialien. Zudem ermöglicht die Außenwandstärke aus GFK eine sehr glatte oder funierbare Oberfläche, eine zusätzliche Schaumstofflage eine gute Wärmedämmung, und das Aluminium einen sehr guten Nagerschutz.

Druckknopfverbinder aus der Möbelbaubranche ermöglichen es, den Käfig ohne große Mühe zu montieren. Dazu wird nur ein Kreuzschraubendreher für die Montage der Türen benötigt.

Ralph Krüger berichtet: „Auf der DeZooFa wurde ich oft auf meinen Käfig angesprochen, ob dieser zum Verkauf steht. Viele der Besucher erkannten die Vorteile von „Snap On“, weil auch sie ähnliche Erfahrungen mit handelsüblichen Käfigen gemacht haben und sie auf der Suche nach neuen Produkten waren. Bei der Tierhaltung muss umgedacht werden“, sagt Ralph Krüger. „Man sollte nicht beim Käfigkauf gezwungen sein, Kompromisse eingehen zu müssen. Ein Käfig kann durchaus artgerecht, dem menschlichen Auge ein Vergnügen und praktisch in der Handhabung sein. Ich hoffe die Industrie reagiert in nächster Zeit auf den Bedarf der potenziellen Käufer und bietet neue, innovative Produkte zum Wohl unserer Haustiere an.“ (ah)

Quelle: ZZA 1/2006 Seite 26