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Nahrungsmittelsensibilität Wenn dem Vierbeiner nicht bekommt was ihm schmeckt
„Futter umstellen“ ist ein häufiger Ratschlag in Tierarztpraxen. Tatsächlich kommen Futtermittelallergien und -unverträglichkeiten bei Hunden und Katzen nicht selten vor. Oft sind es bestimmte Zutaten im bisher verwendeten Futter, die zu Haut- und Verdauungsproblemen führen. Auch andere Krankheiten können ernährungsbedingt sein bzw. durch entsprechende Diät therapeutisch unterstützt werden.
 | | Ein Fachhandelsthema: Futtermittelallergien und -unverträglichkeiten bei Hund und Katze. |
Es mag der Eindruck entstehen als wären Hunde und Katzen heute krankheitsanfälliger als früher. Dem steht entgegen, dass ihre Lebenserwartung in den letzten Jahren zugenommen hat. Heimtierhalter achten heute mehr auf die Gesundheit ihrer Vierbeiner, suchen mit ihnen häufiger einen Tierarzt auf, dessen Therapiemöglichkeiten Dank des medizinischen Fortschritts und der Forschung umfangreicher geworden sind. Dass Zutaten im Futter Allergien auslösen können, ist bekannt. Die Gründe hierfür sind vielfältig und teilweise „natürlichen“ Ursprungs (wie die allergische Reaktion auf Erdbeeren beim Menschen). Wie auch der Mensch, sind Heimtiere den Auswirkungen der zunehmenden Industrialisierung bei der Nahrungsmittelgewinnung und -verarbeitung ausgesetzt. Eine weitere Rolle spielt der „Verwöhneffekt“, wenn Halter es mit ihren Tieren zu gut meinen und zu fettes, zu eiweißreiches Futter oder schlicht zu viel füttern.
Nahrungsmittelunverträglichkeit
Bekannt ist, dass bei Hunden oft Rind, Schweinefleisch, Huhn, Molkereiprodukte, Weizen, Mais und Soja, bei Katzen Rind, Huhn, Fisch, Molkereiprodukte und Weizen Futtermittelunverträglichkeiten auslösen können. Auch chemische Konservierungs-, Farb-, Aroma- und Geruchsstoffe stehen im Verdacht. Viele Hersteller von Hunde- und/oder Katzennahrung verzichten bereits auf den Einsatz solcher „künstlichen“ Stoffe. Häufiges Erbrechen, Durchfall, Hautirritationen und Fellprobleme gehören zu den Symptomen, die auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hinweisen.
Futtermittelallergien sind nicht leicht zu erkennen, zumal Verdauungsstörungen auch andere Ursachen haben können. Für den Halter ist es oftmals schwer zu verstehen, warum sein Tier auf das bisher scheinbar gut verträgliche Futter „plötzlich“ allergisch reagiert. Das hängt damit zusammen, dass es häufig Monate oder gar Jahre dauert, bis ein Heimtier eine Allergie auf bestimmte Futtermittelbestandteile entwickelt. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wird das Tier dann allerdings dauerhaft allergisch auf die betreffende Zutat reagieren.
Im Ausschlussverfahren muss nun getestet werden, welche Nahrungsmittelbestandteile unverträglich geworden sind. Da es sich meistens um Allergien auf bestimmte Proteinquellen handelt, empfiehlt sich der Wechsel zu Futtermitteln, die garantiert ausschließlich andere als bisher gefütterte Proteinquellen enthalten. Deshalb bieten die meisten Futtermittelhersteller für sensible Tiere Produkte an, die z.B. auf Ei, Ente, Lamm, Lachs und Weißfisch, Reis, Dinkel oder Kartoffeln basieren. In den meisten Fällen führt der Wechsel der Proteinquelle zum Erfolg. Es kann sich jedoch zeigen, dass ein Tier auf alle Proteinquellen allergisch reagiert. In diesem Fall braucht es ein Futter mit speziell aufbereitetem Protein.
Zukunft für Bio-Futter
Angesichts der Tatsache, dass die Ausschlussverfahren zur Ermittlung der allergieauslösenden Futtermittelbestandteile mitunter eine sehr lange Zeit in Anspruch nehmen und sowohl für den Halter wie für das betroffene Tier eine belastende Geduldsprobe darstellen, kommen sowohl den Sensitive-Produkten mit alternativen tierischen und pflanzlichen Proteinquellen wie auch den Bio-Futtermitteln eine wachsende Bedeutung zu. Etliche Tierärzte neigen inzwischen dazu, den Prozess des Austestens abzukürzen, indem sie gleich eine Diät z.B. aus Pferdefleisch mit Gemüse und Kräutern empfehlen. Schlägt dies an, kann der Heimtierhalter in der Rückwärtsmethode austesten, welche Stoffe sein Hund/seine Katze außerdem verträgt.
Bio-Heimtiernahrung zeichnet sich dadurch aus, dass die verwendeten Rohstoffe überwiegend biologisch zertifiziert sind, also sowohl die Fleischgewinnung als auch der Anbau von Getreide, Gemüse und Kräutern. Auf künstliche Aromen wird ebenso verzichtet wie auf chemische Farb- und Konservierungsstoffe. Um Transparenz von den Rohstoffen bis zum Endprodukt zu gewährleisten, wird auch die Produktion Bio-zertifiziert. Umweltbewussten Heimtierhaltern kommt dies entgegen, insbesondere wenn sie bei ihrer eigenen Ernährung selbst auf Fleisch aus Massentierhaltung verzichten und beim Einkauf von Obst und Gemüse auf Bio-Produkte setzen. Aufgrund des geringeren Aufwands und der Sicherheit bei der artgerechten Zusammensetzung von Fertigfutter (Voll- oder Zusatznahrung) bleibt der Anteil jener Tierhalter, die entweder auf B.A.R.F (Biologisches artgerechtes rohes Futter) setzen oder ausschließlich selbst für ihr Tier kochen, in der Minderheit. Zumal die Heimtierbedarfsindustrie mit immer zahlreicheren Sensitive- und Bioprodukten gute Alternativen anbietet. (vg)
Quelle: ZZA 9/2006 Seite 26 |