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Prof. Dr. Truyen, Universität Leipzig Im Winter über drohende „Flohlawine“ aufklären
Warum der Zoofachhandel seine Kunden gerade im Winter aufklären sollte und wie wichtig eine ganzjährige Flohprophylaxe ist, erklärt Prof. Dr. Uwe Truyen, Professor für Tierhygiene und Tierseuchenbekämpfung an der Universität Leipzig.
 | | „Um den Flohbefall wirksam zu bekämpfen muss nicht nur das Tier, sondern auch dessen Umgebung behandelt werden“, erklärt Dr. Uwe Truyen von der Universität Leipzig. |
zza: Viele Tierhalter wähnen sich zur kalten Jahreszeit vor Flöhen und Zecken in Sicherheit, ist das falsch?
Dr. Truyen: Bei Zecken ist es tatsächlich so, dass sie vornehmlich im Freien in Frühjahr, Sommer und Herbst aktiv sind. Bei Flöhen kann es dagegen gerade im Winter zu Problemen kommen.
zza: Wo kommen die Flöhe denn dann her?
Dr. Truyen: Haben Hund oder Katze im Laufe des Jahres einmal Flöhe, so legen diese Flöhe Tausende von Eiern. Die Floheier befinden sich dann in der Wohnung, zum Beispiel in Teppichen, Körbchen oder Polstermöbeln. Aus den Eiern entwickeln sich Larven und Puppen. Insbesondere Puppen können über mehrere Monate ruhen. Irgendwann werden daraus neue Flöhe, die Hund und Katze neu befallen und wieder neue Eier legen. Beheizte Räume bieten dafür optimale Bedingungen, so kann es gerade im Winter zu einer regelrechten „Flohlawine“ kommen.
 | | In Teppichen, Polstermöbeln, Körbchen und Decken fühlen sich Floheier, Larven und Puppen wohl. Die Puppen können dort über Monate ruhen und später zu einem neuen Befall führen. |
zza: Was kann der Zoofachhändler dem Tierhalter zum Schutz empfehlen?
Dr. Truyen: Das Beste ist, er beugt ganzjährig mit einem sicheren Flohschutz vor, zum Beispiel mit einem Flohschutzband. Ist es erst einmal zu einem Befall mit Flöhen gekommen, sollte dann nicht nur das Tier, sondern auch die Umgebung behandelt werden. Körbchen, Sessel, Kissen usw. können direkt mit einem entsprechenden Umgebungsspray behandelt werden. In schweren Fällen, wenn sich die Flohstadien zum Beispiel in den Tiefen von Teppichen befinden, empfiehlt sich ein Raumvernebler zum Beispiel mit den Wirkstoffen Cyfluthrin und Pyriproxyfen. Entscheidend ist, dass die Behandlung der Umgebung eine lange Wirkdauer hat, möglichst über mehrere Monate, so dass auch verzögert entwickelte Flohstadien noch sicher abgetötet werden.
 Ein Floh legt bis zu 2.000 Eier. Bekämpft man nur den erwachsenen Floh und nicht die Eier, trägt man lediglich die Spitze des Eisberges ab, ein Massenbefall ist vorprogrammiert. |  Floh, Ei, Larve, Puppe, Floh, Ei… Ein unendlicher Kreislauf, der nur unterbrochen werden kann, wenn neben dem Tier auch die mit Eiern und Larven kontaminierte Umgebung behandelt wird. |
zza: Ist dieser doppelte Schutz wirklich notwendig?
Dr. Truyen: Zur reinen Vorsorge ist dies nicht nötig, da reicht die Behandlung am Tier. Sind aber erst einmal Flöhe da, ist es tatsächlich sinnvoll. Manche Zoofachhändler scheuen sich, dem Kunden zwei oder gar drei Produkte zur Lösung eines Flohproblems zu empfehlen. Tun sie dies aber nicht, wird die Behandlung vermutlich nicht erfolgreich sein, was den Kunden dann erst Recht verärgert.
zza: Vielen Dank für Ihre Infos. (Pr/sg)
Quelle: ZZA 11/2007 Seite 36 |