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Tierschützer und Tierärzte für sofortiges Verbot des betäubungslosen Schlachtens

Der Deutsche Tierschutzbund hat Anfang Juli erneut das sofortige Verbot des Schlachtens ohne Betäubung (Schächten) gefordert, da dies ein klarer Fall von Tierquälerei ist. Er bekräftigt damit die Position der Vertreter der Bundestier­ärztekammer, die sich in der Sendung Report Mainz am 7. Juli für die Änderung des Tierschutzgesetzes aussprachen.

Aktuelle Studien der Tierärzteschaft dokumentierten, dass die Tiere beim Schächten in der Regel ­minutenlang leiden. „Das betäubungslose Schlachten ist und bleibt Tierquälerei. Im Sinne der Tiere und eines Tierschutzes, der diesen Namen auch verdient, dürfen die Behörden keine Ausnahmegenehmigungen zum Schächten erteilen. Bei allem Respekt vor der Religionsfreiheit und den Bräuchen anderer Kulturen, darf der ethische und rechtliche Rahmen aber nicht gesprengt werden. In der Türkei wird die Elektrobetäubung als Religionskonform bewertet und wir ­werden auch hier in Deutschland weiterhin für die konsequente Umsetzung des Staatsziels Tierschutz kämpfen“, so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Der Deutsche Tierschutzbund lehnt jedes Schlachten ohne Betäubung strikt ab, da es mit erheblichen und vermeidbaren Qualen für das Tier verbunden ist. Im Juli 2007 stimmte der Bundesrat der Änderung des Tierschutzgesetzes zu, wonach eine Ausnahmegenehmigung für das Schächten nur dann ­erhalten werden kann, wenn dem Tier erhebliche Leiden und Schmerzen erspart bleiben.

Der Gesetzesantrag des Bundesrates zur Verschärfung des ­Tierschutzgesetzes ist wegen verfassungsrechtlicher Bedenken beim Bund hängen geblieben - eine entsprechende Gesetzesänderung steht noch immer aus. Der Deutsche Tierschutzbund fordert nun die Bundes­regierung erneut auf, eine ­konsequente Umsetzung des Verbots mit entsprechenden Kontrollen und ohne Aus­nahmen zu realisieren.

Zugleich appelliert der Deutsche Tierschutzbund an die Muslime, Tiere den deutschen Vorschriften entsprechend nur nach vorheriger Betäubung zu töten. Eine Alternative sei die Elektrokurzzeitbetäubung, die beispielsweise in Neuseeland angewendet würde. Dieses Fleisch werde von vielen mus­limischen Bürgern – auch in Deutschland – als Alternative akzeptiert, ohne dass sie dadurch in einen Konflikt mit ihrem Glauben geraten würden. Das Tier blutet bei der Kurzzeitbetäubung ebenso wie beim betäubungslosen Schächten aus, und das Fleisch erfüllt die religiösen Speisevorschriften. Vor allem aber bleiben dem Tier durch die Betäubung unnötige Qualen erspart. (dtb/vg)

Quelle: ZZA 8/2008 Seite 66