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Nano-Aquaristik Kleine Becken ganz groß!
Seit einigen Monaten „spukt“ unter der Bezeichnung „Nano-Aquarien“ ein neuer Trend durch die Aquaristik. Pflege von Unterwassertieren in kleinen Aquarien. Pflegebehälter mit nur 20 bis 30 Litern Wasservolumen, mit Maßen von 20 x 20 bis oftmals 30 cm vordere Kantenlänge - damit also Miniaquarien. Kann das gut gehen? Ist die Pflege von Unterwasserbewohnern in solch kleinen Behältern auf Dauer möglich?
von Horst Linke, Aqua-paeb
 Nach dem Gutachten des damaligen BMELF, des Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Referat Tierschutz, vom 30. Dezember 1998, das von Sachverständigen als „Mindestanforderungen an der Haltung von Zierfischen (Süßwasser)“ erarbeitet wurde, dürfen Aquarien als Pflegebehälter für Zierfische für die dauerhafte Haltung ein Aquarienvolumen von 60 Liter nicht unterschreiten. 54 Liter sind als Mindestmaß für die dauerhafte Haltung anzusehen. Zwischenzeitlich haben sich aber offensichtlich neue Erkenntnisse ergeben und andere Aquarientiere stehen im Angebot. So haben kleine Garnelen und Krebse in zuvor oft nicht vorstellbaren Farben die Gunst vieler Liebhaber im Sturm erobert. Für sie ist die sogenannte „Nano-Aquaristik“ mit ihren kleinen Aquarien ideal. Diese kleinen Behälter bieten mit gut angepassten Filtern und ausreichender Beleuchtung fast ideale Bedingungen für die Pflege dieser beliebten Wirbellosen. Sie sind überwiegend für das normale Leitungswasser geeignet und es sind keine Nahrungsspezialisten. Ein inzwischen reichhaltiges Angebot an speziellem Futter für Garnelen macht die Pflege fast problemlos. Trotzdem spielen Wasserqualität und Einrichtung eine wichtige Rolle. Ein guter Wasserpflanzenwuchs und das Einbringen von Moorkienholz sowie von einigen toten Blättern wie Buchenlaub ist sehr empfehlenswert.
 Zwischenzeitlich gibt es auch grüne Garnelen. |  Die ungewöhnlichsten und auffälligsten Farben sind die rotweiß gebänderten Caridina. Sie wurden noch vor wenigen Jahren zu enormen Preisen gehandelt. |
Trotz aller Empfehlungen und Vorschriften eignet sich die „Nano-Aquaristik“ aber auch ideal für die Pflege sehr klein bleibender Zierfischarten, die Totallängen von 3 bis 5 cm nicht überschreiten und nur in kleinen Gruppen bis 10 Tiere in Form eines Arten-Aquariums gepflegt werden können. Dies aber sind oft Arten, die an Pflege und Fütterung größere Ansprüche stellen, die aber schon deshalb mehr und mehr Liebhaber finden und in kleinen Aquarien eine bessere Überwachung der Pflegemaßnahmen ermöglichen. Sie würden sich in einem großen Behälter den sorgsamen Blicken des Pflegers entziehen und damit auch die Freude am Beobachten trüben. Dazu gehören zweifellos die sehr kleinen, sehr farbigen Boraras- wie auch die prachtvollen Parosphromenus und die kleinen, nur 5cm lang werdenden, roten Betta-Arten. Überwiegend Schwarzwasserfische, die in sehr weichem, sauren, huminstoffhaltigem Wasser gepflegt werden sollten, die aber ideal für die Becken der „Nano-Aquaristik“ sind. So können diese kleinen Aquarien, dekorativ eingerichtet und mit farbigen Unterwasserbewohnern besetzt, schnell zum Highlight im Büro, in der Schule, in Praxen, im Hobbyraum aber auch im Wohnzimmer werden.
Quelle: ZZA 10/2008 Seite 26 |