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Der Halsbandleguan Sonne liebend, sehr flink und sprunggewaltig
Mit ihren teils kräftig-buntschillernden Farben und dem charakteristischen Doppelhalsband gehören Halsbandleguane zu den attraktivsten Echsen Nord- und Mittelamerikas. Seit längerem in der Terrarienhaltung sehr beliebt, sind ihre Haltungsanforderungen gut dokumentiert. Die lebhaften Tiere sind äußerst flink und brauchen neben viel Licht ein ausreichend großes und gut strukturiertes Terrarium.
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Von den neun Crotaphytus-Arten werden im Wesentlichen Crotaphytus collaris und Crotaphytus bicinctores als Heimtiere gehalten. C. bicinctores (auch als Wüstenhalsbandleguan oder Mojave-Hansbandleguan bezeichnet) hat sein natürliches Verbreitungsgebiet im Westen der USA (von Oregon im Norden bis Arizona im Süden). Der Kopf ist schmal und lang, wirkt aber im Verhältnis zum Körper groß. Zwei Drittel der Gesamtlänge von ca. 30 bis 35 cm entfallen auf den abgeflachten Schwanz. Die schwarzen Halsbandstreifen rahmen einen hellen Streifen ein, der beim Männchen ins Orange gehen kann. Die Grundfarbe des Körpers ist grau-braun an der Oberseite mit hellen Punkten/Flecken und gelb-bräunlichen, orangefarbenen oder auch rötlichen Querbändern. Die Unterseite der Tiere ist nahezu weiß. Erwachsene Männchen erkennt man am durchgehenden Halsband, dem grau oder bläulichen Kehlfleck und den schwarzen Flecken in der Lendenregion. Bei den insgesamt weniger stark gefärbten Weibchen ist die Kehle hell wie der Bauch. In der Fortpflanzungsphase bilden sich auf dem Körper der Weibchen orange bis rötlich gefärbte Punkte oder Flecken.
C. collaris hat ein sehr viel größeres Verbreitungsgebiet als C. bicinctores, er kommt in den südlichen USA (von Utah bis Oklahoma in der West-Ost-Ausbreitung) ebenso vor wie im nördlichen Teil Mexikos. Er erreicht ebenfalls eine Gesamtlänge bis ca. 36 cm, wovon zwei Drittel auf den Schwanz entfallen. Körper und der kräftige Kopf sind deutlich voneinander abgegrenzt. Bei beiden Geschlechtern besteht das „Halsband“ nur aus kräftig schwarzen Streifen im Nacken. Die Körperoberseite ist gelblich braun mit weißen Punkten oder Flecken, es kommen aber ebenso dunkelbraune, orangefarbene, gelbe, sowie in verschiedenen Grün- oder Blautönen schimmernde Färbungen vor. Auch der Kehlfleck erwachsener Männchen kann farblich stark variieren. Die Weibchen sind nicht so kräftig gefärbt wie die Männchen, typisch sind jedoch die orange-rötlichen Flecken der Trächtigkeitsfärbung.
Lebensraum: trocken und steinig
Steinige Landschaften mit geringer Vegetation, spärlichen Niederschlägen und stark schwankende Temperaturen zwischen Sommer/Winter und Tag/Nacht prägen den Lebensraum des Halsbandleguans. Die Nächte und die kalte Jahreszeit verbringen sie in Erdhöhlen. Je nach geografischer Jahreszeit dauert die Winterruhe zwischen drei und sechs bis sieben Monate. In kühlen Morgenstunden sind sie noch dunkel gefärbt und als wechselwarme Tiere sehr träge. Zum Aufwärmen werden steinige Sonnenplätze aufgesucht. Ihre größte Aktivität erreichen die Tiere bei Lufttemperaturen zwischen 23/25 bis 34/36°C - dann sind sie sehr agil und ist ihre Färbung besonders kräftig. Halsbandleguane können sehr schnell laufen und auch weit springen. Bei Gefahr flüchten sie auf den Hinterbeinen, wobei ihnen der Schwanz als Steuerorgan dient.
Das Sozialverhalten
Adulte Männchen haben ein stark ausgeprägtes territoriales Verhalten und dulden kein anderes Männchen in ihrem Territorium. Vor und unmittelbar nach der Eiablage verhalten sich auch die Weibchen untereinander territorial-aggressiv. Im Terrarium können sie nur paarweise oder in Gruppen, bestehend aus einem Männchen und mehreren Weibchen, gehalten werden. Für die Paarhaltung ist es wichtig, dem Weibchen ausreichend Rückzugsmöglichkeiten anzubieten, damit es sich dem Paarungsverhalten des Männchens entziehen kann. Bei der Gruppenhaltung muss das Territorialverhalten der Weibchen vor und nach der Eiablage berücksichtigt werden (für diese Zeit können auch Ausweichterrarien genutzt werden).
Halsbandleguane fressen alles, was sie überwältigen können, also auch kleinere Echsen. Eine Vergesellschaftung zum Beispiel mit Chuckwallas ist möglich.
Das Terrarium
Aufgrund ihrer Größe, ihres Bewegungsdrangs und ihres Territorialverhaltens brauchen Halsbandleguane viel Platz. Die entsprechenden BMELV-Mindestanforderungen (Kopf-Rumpf-Länge x 6 x 4 x 4) für ein Pärchen wird vor Experten für eine dauerhafte Haltung dieser Tiere als zu gering angesehen. Das Terrarium sollte für ein Pärchen mindestens 120 cm lang sein (länger ist besser) bei einer Breite und Höhe von 60 x 60 cm.
Neben einsturzsicheren Steinaufbauten mit Höhlen und Klettermöglichkeiten an den Rück- und eventuell den Seitenwänden des Terrarium ist die Einrichtung freier Laufstrecken wichtig. Auch Sonnen- und Aussichtsplätze sowie ausreichend Rückzugsmöglichkeiten unter Ästen, Wurzeln, Steinen und in Höhlen sollten vorhanden sein. Als Bodengrund empfiehlt sich entweder Kies oder lehmhaltiger Sand, der sich durch Feuchtigkeit verdichtet und das Graben von Höhlen zulässt. Rein sandige Flächen werden von Halsbandleguanen in freier Natur gemieden. Loser Sand birgt außerdem das Risiko, dass er an Futtertieren anhaftet und von den Halsbandleguanen aufgenommen wird. Für die Eiablage brauchen die Weibchen geschützte Bereiche mit 8 bis 12 cm grabfähigem Substrat.
Technik und Einrichtung
Halsbandleguane brauchen tagsüber eine Lufttemperatur zwischen 30 und 38°C, an lokalen Sonnenplätzen zwischen 45 bis 50°C. Kühlere Bereiche an den Rändern des Terrariums werden zur Abkühlung genutzt. Heizmatten sollten nicht unter oder rund um die Eiablageplätze eingesetzt werden, um die Weibchen durch eine nach unten zunehmende Temperatur nicht zu verwirren.
Crotaphytus brauchen viel Licht mit hohem UV-Anteil (Tageslichtleuchtstoffröhren, UV-Röhren/-Strahler). Die Tageslichtlänge sollte 12 bis 14 Stunden betragen.
Tagsüber sollte die Luftfeuchtigkeit zwischen 20 und 50 Prozent betragen, nachts kann sie leicht ansteigen.
Eine flache Schale mit frischem Wasser ist erforderlich, auch wenn Halsbandleguane eher selten beim Trinken beobachtet werden. Oft nehmen sie Feuchtigkeit von den Einrichtungsgegenständen auf, die beim gelegentlichen Sprühen entstehen.
Ernährung
Große Futtertiere wie Heuschrecken und Grillen, außerdem Fliegen, Schaben und Heimchen. Regelmäßige Zugaben von Vitaminen und Mineralien sind unerlässlich. Um den erhöhten Calciumbedarf von trächtigen Weibchen und Jungtieren zu decken, kann zerstoßene Sepiaschale gegeben werden.
Winterruhe
Nicht nur für eine erfolgreiche Zucht, sondern auch für das Wohlbefinden der Tiere wird eine Winterruhe von zwei bis vier Monaten empfohlen. Dazu sollten die Temperaturen im Terrarium schrittweise auf tagsüber unter 20°C gesenkt werden (möglich ist auch die noch kältere Überwinterung bei Temperaturen zwischen 6 und 12°C). Im Idealfall ahmt man die natürliche Abnahme von Beleuchtungsdauer und Lufttemperatur über mehrere Wochen nach. Während dieser Zeit kann kräftig gesprüht werden. Einige Tage bevor die Strahler über den lokalen Sonnenplätzen komplett ausgeschaltet werden, darf nicht mehr gefüttert werden. Zur Beendigung der Winterruhe werden Beleuchtung und Heizung stundenweise wieder eingeschaltet. Bei Temperaturen von nachts 20°C und tags 25°C werden die Tiere wieder aktiv. Zu dieser Zeit nehmen sie viel Flüssigkeit auf. Kräftiges Sprühen wird empfohlen. Sind die üblichen Temperaturwerte im Terrarium wieder erreicht, kann mit der Fütterung begonnen werden. (vg)
Quelle: ZZA 3/2009 Seite 48 |