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Andere Länder, andere Verkaufspraktiken Zierfische aus dem Fahrradshop
Aquarienfische werden normalerweise in Glasbehältern zum Verkauf angeboten. Oft in unterschiedlichen Größen, wenn auch nicht immer in naturnahen Dekorationen. Gut dekorierte Aquarien mit farbenprächtigen, gesunden Fischen animieren zum Kauf und sind eine Visitenkarte des Fachhandels.
von Horst Linke, Aqua-paeb
Doch nicht überall wird für eine Verkaufspräsentation so viel Aufwand betrieben. In Asien arbeiten nicht nur die größten und effektivsten Zierfisch-Zuchtfarmen, in Asien gibt es auch für europäische Augen oft ungewöhnliche, aber aus Sicht der Asiaten praktische Verkaufsformen. So ist es in der „Fishstreet“ in Hongkong - einer Aquarienshop-Einkaufsstrasse der Superlative mit über 100 Aquariengeschäften aneinandergereiht - nicht ungewöhnlich, dass die angebotenen Aquarienfische in Plastikbeuteln verpackt, dicht bei dicht, an Infowänden am Ladeneingang oder daneben auf der Strasse hängen. Überwiegend adulte Fische, paarig oder in kleinen Schwärmen bis zu zehn Fischen, je nach Art und deren Größe. Dabei machen größere Goldfische, halb-adulte Diskus oder Skalare keine Ausnahme. Verkaufspraktiken, die nicht nur in Hongkong üblich sind.
 Gewöhnungsbedürftig sind die mobilen Fahrradshops in Ho Chi Minh City. Zu den ansässigen Händlern gesellen sich viele mobile Händler mit ihren Verkaufsfahrrädern. |  Die Schüssel auf dem Gepäckständer dient auch als Arbeitsplatz. Hier werden Fische aussortiert und verpackt. |
Ungewöhnlich und gewöhnungsbedürftig dagegen sind mobile Fahrradfischshops. So gesehen in Ho Chi Minh City, heute sogar wieder als Saigon im Gespräch. Die Freude an Zierfischen ist auch in Vietnam sehr groß. Landesweit gibt es in den größeren Städten Aquarienfischgeschäfte, die oft ein sehr umfangreiches Sortiment anbieten. Zu den ansässigen Händlern gesellen sich aber auch, nicht immer zu deren Freude, die mobilen Händler. Dabei trägt der normalerweise als Platz für einen Gepäckständer bekannte hintere Teil des Fahrrades eine große Schüssel, die hufeisenförmig nach oben in drei bis vier Etagen mit einem Gestell aus meist 8 mm Rundeisen umbaut und nur zum Fahrradsitz hin frei ist. An diesem Gestell hängen die Verkaufsbeutel mit den angebotenen Aquarienfischen: Kleine und größere Goldfische, halb-adulte Diskus und Skalare, Siamesische Kampffische, Fadenfische und Platys sowie Barben und andere. Kleinere Schwarmfischarten sind meist in größeren Stückzahlen im Beutel. Sie werden auf Wunsch auch in kleinen Mengen verkauft. Dazu werden die Beutel in die mitgeführte Schüssel entleert und die gewünschte Anzahl kann so in einem neuen Beutel zusammengestellt werden. Die Schüssel dient also auch als Arbeitsfläche. Zusätzliches Wasser wird in kleinen Mengen wie auch Beutel, Kescher und andere Hilfsmittel in geringer Anzahl ebenfalls mitgeführt. Wie zu beobachten war, sind die mobilen Fahrradshops sehr beliebt und immer gern besucht. Da sie sich direkt am Straßenrand aufstellen, besteht kein Mangel an Interessenten, denn Vietnam und so auch Saigon ist noch heute das Land der Mopedfahrer. Sie beleben in einem nie enden wollenden Strom die Strassen. Das Angebot dieser mobilen Händler ist immer sehr übersichtlich und sauber. Da der Handel erst in den kühleren, späteren Nachmittagsstunden beginnt, bleiben die Wassertemperaturen in den Beuteln erträglich. Dennoch ein sehr ungewöhnliches Bild, wenn sich die mobilen Händler, wobei es sich überwiegend um Frauen handelt, mit ihren Fahrradshops und ihren farbenfrohen Zierfischbeuteln am Gestell, wie mit lebenden, bunten Lampions, im brodelnden Verkehr der vielen tausend Mopeds, auf den Weg machen und zu ihren Verkaufsplätzen radeln.
 Die Fishstreet in Hongkong. Eine Aquarienshop Einkaufsstrasse der Superlative, in der sich über 100 Aquaristikgeschäfte aneinander reihen. |  Für europäische Augen ungewohnt: die im Angebot stehenden Fische in Plastikbeuteln verpackt, dicht bei dicht, an Infowänden am Ladeneingang. |
Quelle: ZZA 6/2009 Seite 28 |