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Kleiner Alexander-/Halsbandsittich
Wildlebende Populationen des Kleinen Alexandersittichs Psittacula krameri sind heute auf vier Kontinenten bekannt: seinen Ursprungsländern in Afrika und Asien sowie seinen neu eroberten Lebensräumen in Nordamerika und Europa. In der Heimtierhaltung ist der Halsbandsittich wegen seiner markanten Zeichnung und der zahlreichen Farbmutationen beliebt.
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Erfolgreicher hat sich keine andere Sittichart neue Lebensräume erobert, wildlebende Populationen in Deutschland sind von Hamburg im Norden bis Stuttgart im Süden nachgewiesen. Besonders bekannt und gut dokumentiert sind Vorkommen in Wiesbaden (Detlev Franz: „Halsbandsittiche in Wiesbaden“ unter www.papageien.org). Laut Wikipedia wird die Zahl frei lebender Halsbandsittiche in Europa auf mindestens 27.000 geschätzt.
Lebensraum
Psittacula krameri ist ein klassisches Beispiel für einen Kulturfolger. War sein früherer natürlicher Lebensraum der Wald, bevorzugen die Vögel in ihrer angestammten Heimat heute offene Landschaften mit Baumbestand und Feldern, Plantagen und Gärten. In Deutschland haben sie sich vorzugsweise in Parks angesiedelt. Tagsüber gehen sie in kleinen Gruppen auf Futtersuche, abends sammeln sich größere Schwärme auf Schlafbäumen. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Samen, Früchten, Blüten, Nektar, Getreide sowie geringe Mengen tierischer Kost.
Unterarten und Kennzeichen
Der Kleine Alexandersittich gehört zur Gattung der Edelsittiche aus der Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae). Von den vier Unterarten Psittacula krameri krameri (Afrikanischer Halsbandsittich / Kleiner Alexandersittich), P. k. borealis (Neumanns Halsbandsittich), P. k. manillensis (Indischer Halsbandsittich) und P. k. parvirostris (Abessinischer Halsbandsittich) werden in Europa sowohl P. k. krameri (Nominatform) und P. k. manillensis als Volierenvögel gehalten und gezüchtet, wobei die indische Unterart mit ihren vielen Farbmutationen die afrikanische Nominatform (von der keine Mutationen bekannt sind) weitgehend verdrängt. Zu den bekannten Mutationen gehören Albino, Lutino, Blau, Kobalt, Pastellblau, Pastellblauzimt, Weißkopfblau, Weißkopfblauzimt, Falbe, Gelb, Gelbkopfgrün, Gelbkopfgrünzimt, Grau, Graugrün, Graugrünzimt, Dunkelgrün, Hellgrünpastell, Oliv, Schecke, Zimt.
In der Wildform ist P. krameri überwiegend grün. Männchen und Weibchen unterscheiden sich deutlich; dem Weibchen fehlt das namensgebende Halsband sowie das schwarze Band zwischen Schnabel und Augen. Das Nackenband des Weibchens ist grünlich, die mittleren Schwanzfedern sind kürzer als beim Männchen. Das Männchen hat neben dem charakteristischen schwarzen Halsband, das in ein rosa- bzw. lachsfarbenes Nackenband übergeht, ein dunkles Band zwischen Schnabel und Augen sowie eine erkennbare Gesichtsmaske. Am Hinterkopf und Rücken zeigt das Grün einen mehr oder weniger deutlich ausgeprägten Blauschimmer. Die mittleren Schwanzfedern sind an der Spitze gelblich. Bauch und die Flügelunterseiten sind gelbgrün. Die Jungvögel sind insgesamt blasser. Beim Indischen Halsbandsittich beginnt die Umfärbung der Jungvögel im Alter von ca. 15 Monaten und kann bis zum Alter von drei Jahren dauern. Der Unterschied zwischen Jung- und Altvögeln ist beim Afrikanischen Halsbandsittich noch länger sichtbar.
Die Größe beträgt zwischen 40 bis 43 cm, mehr als die Hälfte davon entfällt auf den Schwanz. Halsbandsittiche haben eine Lebenserwartung von bis zu 30 Jahren.
Haltung in der Voliere
Wegen ihrer Größe und ihrer Flugaktivität sind Halsbandsittiche nicht für die Haltung in Vogelheimen geeignet. Besser ist eine Zimmervoliere in den Mindestmaßen 2 x 1 x 2 m (Länge x Breite x Höhe). Dabei soll ausreichende Möglichkeit zum Freiflug gegeben werden. Ideal ist eine großzügige Außenvoliere (LxBxH: 3 x 2 x 2 m) mit einem 2 qm großen Schutzraum für die kalte Jahreszeit. Das verwendete Material muss dem ausgeprägten Nageverhalten der Vögel Rechnung tragen.
Obwohl P. krameri dem europäischen Klima trotzt und sich hier auch fortpflanzt, ist er frostempfindlich. Detlev Franz weist darauf hin, dass die in Wiesbaden wildlebenden Halsbandsittiche vielfach Fußschäden aufweisen, die sehr wahrscheinlich durch Frost verursacht sind. Vor allem Feuchtigkeit in Verbindung mit Kälte schadet den Vögeln.
Halsbandsittiche klettern und nagen gern, sie sind sehr aktive Vögel und brauchen entsprechende Beschäftigung. Die Voliere sollte deshalb mit stabilen Ästen und regelmäßig gegebenen frischen Zweigen ausgestattet werden. Nicht fehlen sollten außerdem Bademöglichkeiten, die Vögel lassen sich auch gern beregnen.
P. krameri wird als zutraulich gegenüber den Pflegern beschrieben und kann recht zahm werden. Die Lautkommunikation reicht vom Zwitschern bis zu lauten, schrillen Rufen.
Außerhalb der Brutzeit können mehrere Paare problemlos zusammengehalten werden, während der Brutzeit müssen die Paare getrennt werden, da sie ihr Brutrevier recht aggressiv verteidigen. Die Vergesellschaftung mit anderen Sitticharten ist nicht empfehlenswert.
Ernährung
Die Ernährung sollte abwechslungsreich und während der warmen Jahreszeit möglichst fettarm sein mit viel Frischfutter, bestehend aus Obst, Beeren, Gemüse und Grünfutter. Als Grundfutter eignet sich Großsittichfutter oder eine Mischung aus Einzelsaaten (verschiedene Hirsearten, Glanz, Weizen, Buchweizen, Hafer, Hanf), auch Wildsamen werden gern genommen. Sonnenblumenkerne sollten nicht zu reichlich gegeben werden, nur während des Winters sind fettreiche Samen empfehlenswert. Keimfutter und Eifutter ergänzen den Speiseplan.
Fortpflanzung
Halsbandsittiche sind ab dem dritten Lebensjahr fortpflanzungsfähig. Die Brutzeit beginnt früh, manchmal schon im Februar, regelmäßig im März/April. Unter günstigen Umständen sind mehrere Bruten im Jahr möglich (die Begrenzung auf maximal zwei Bruten ist sinnvoll). Das Weibchen legt durchschnittlich drei bis vier Eier, die ca. 23 Tage bebrütet werden. Während dieser Zeit wird es vom Männchen gefüttert. Nach etwa sieben Wochen werden die Nestlinge flügge, sind aber noch etwa drei Wochen nach dem Ausfliegen auf die Fütterung durch die Eltern angewiesen. (vg)
Quelle: ZZA 7/2009 Seite 54