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Dipsosaurus dorsalis Der Wüstenleguan
Als Bewohner der trockenen bis halbtrockenen Gebiete im Südwesten der USA sind Wüstenleguane sehr wärmebedürftig, dementsprechend anspruchsvoll ist die Ausstattung des Terrariums mit Beleuchtungs- und Wärmequellen. Die tagaktiven Echsen aus der Familie der Leguane können bis zu 40 cm groß und älter als 15 Jahre werden.
 | | Fotos: Import Export Peter Hoch. |
So zutraulich wie Bartagamen werden Wüstenleguane nur selten. Doch mit Geduld lassen sie sich an die Hand des Pflegers gewöhnen und aus der Hand bzw. von der Pinzette füttern. Beim Greifen der Tiere ist Vorsicht geboten, da der lange, kräftige Schwanz Sollbruchstellen aufweist und leicht abbricht. Der Schwanz wächst zwar wieder nach, jedoch nicht zur ursprünglichen Länge.
Der ursprüngliche Lebensraum von Dipsosaurus dorsalis sind trockene bis halbtrockene Regionen mit sandigem, steinigem Bodengrund und wenigen Trockenbüschen. Das Verbreitungsgebiet reicht von Südkalifornien, Nevada und Westarizona bis Südmexiko. Diesem Lebensraum sind Wüstenleguane farblich bestens angepasst: Die Farbe des Rückens reicht von steingrau bis hell sandfarben und weist ein Muster aus hellen und dunkleren Flecken auf, die am Schwanz in regelmäßige Querbänderung übergeht. Bauch und Kehle sind deutlich heller (cremefarben bis weiß) als die Oberseite. Bei adulten Tieren ist ein schwach ausgeprägter, vom Kopf bis zur Schwanzwurzel verlaufender Schuppenkamm erkennbar. Der Kopf ist verhältnismäßig klein und geht ansatzlos in den Körper über. Etwa ein Drittel der Gesamtlänge entfällt auf den Schwanz, der am Ansatz kräftig ist und zum Ende hin spitz ausläuft. Kräftige Krallen befähigen Wüstenleguane zum Graben von Erdbauten, in denen sie Schutz vor zu großer Hitze/Sonneneinstrahlung suchen, die Nächte verbringen und ihren Winterschlaf halten. Dipsosaurus dorsalis ist ein Bodenbewohner, der Steine und Wurzeln zum Sonnenbaden nutzt bzw. sich unter ihnen versteckt. Die Tiere sind sehr agil und benötigen daher ein Terrarium mit entsprechend großer Grundfläche.
Haltung im Terrarium
Die Mindestanforderung lautet 5 x 4 x 3 (L x B x H) der Kopf-Rumpf-Länge für ein Paar. Empfohlen wird ein Terrarium mit den Mindestmaßen 120 x 60 x 60 cm für ein bis drei Tiere, eine größere Grundfläche (z.B. 130 cm lang, 80 cm breit) ist jedoch anzustreben. Da die Männchen territorial aggressiv untereinander reagieren können, ist die gleichgeschlechtliche Haltung von Wüstenleguanen nur bei Weibchen empfehlenswert. Ein Männchen kann gut mit einem bis zwei Weibchen gehalten werden.
Eingerichtet wird das Terrarium mit lehmhaltiger Erde, die mit Wüstensand bzw. feinem Kies bedeckt sein kann. Es ist wichtig, dass sich der Bodengrund gut zum Graben eignet und die gegrabenen Bauten nicht einfallen. Der Bodengrund sollte ca. 15 cm hoch sein und stellenweise leicht feucht gehalten werden (gelegentliches Sprühen). Stabile, gegen Einsturz gesicherte Steinaufbauten (auch Felsrückwände mit mehreren Kletterebenen) und Wurzeln bieten Versteck- und Klettermöglichkeiten sowie Gelegenheit zum Sonnenbad. Die Einrichtung sollte so im Terrarium angeordnet sein, dass den Tieren ausreichend große Laufstrecken zur Verfügung stehen. Eine flache Wasserschale komplettiert die Einrichtung.
Da Wüstenleguane sehr wärme- und lichtbedürftig sind, muss eine Lufttemperatur im Terrarium tagsüber zwischen 30 und 38° C gewährleistet sein. Hinzu kommen lokale Wärmepunkte mit Temperaturen von 45 bis 50° C. Empfehlenswert sind Tageslichtleuchtstoffröhren mit UV-A und UV-B Anteilen Spotstrahler für lokale Wärmeplätze. Auf eine hohe Lichtintensität im Terrarium ist zu achten. Je höher die Grundhelligkeit im Terrarium, umso aktiver und vitaler sind die Tiere.
Eine Bodenheizung ist überflüssig; die Bodentemperatur sollte wie in der Natur auch nach unten hin abnehmen.
Nachts wird die Temperatur durch Abschaltung der Licht- und Wärmequellen auf Zimmertemperatur gesenkt. Als Richtwerte für die Luftfeuchtigkeit im Terrarium gelten 30 bis 50 Prozent; höher als 50 Prozent sollte die Luftfeuchtigkeit nur kurzzeitig (nach dem Sprühen) sein.
Da die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum während der Kälteperiode einen ca. zweimonatigen Winterschlaf halten, ist eine Winterruhe mit langsamer Reduzierung der Beleuchtungsdauer empfehlenswert.
Ernährung
Wüstenleguane ernähren sich nicht ausschließlich aber überwiegend vegetarisch. Blätter und Blüten (z.B. Löwenzahn, Spitzwegerich, Klee, Luzerne, Kresse, Disteln, Fetthenne - im frischen wie im getrockneten Zustand), Keimlinge und Sprossen mit hohem Vitamingehalt (z.B. gekeimtes Kanarienvogelfutter), auch geringe Mengen klein geraspelter Karotten, Paprika, Zucchini und Tomaten werden gern genommen. Zu achten ist auf eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralien; erfahrene Halter empfehlen, entsprechende Präparate jedes Mal unter das Futter zu mischen.
Tierische Kost sollte gelegentlich gefüttert werden, hierfür eignen sich Insekten in der passenden Größe. Die Futtertiere sollten qualitativ hochwertig ernährt sein (bzw. mit Vitamin-/Mineralstoffpräparaten bestreut werden).
Fortpflanzung
Fortpflanzungsfähige Wüstenleguane weisen eine rosa gefärbte Bauchunterseite auf. Die Paarungsbereitschaft zeigt sich in der Regel einige Wochen oder Monate nach dem Erwachen aus dem Winterschlaf (April und Mai in ihrem natürlichen Lebensraum). Die Weibchen legen ein- bis zweimal zwischen drei und acht Eier, die unmittelbar nach dem Legen in einen Inkubator überführt werden. Die Jungen schlüpfen bei einer Zeitigungstemperatur von 28 bis 33° C nach einer Inkubationszeit von ca. 45 bis 80 Tagen. (vg)
(Quelle: Import Export Peter Hoch GmbH, Waldkirch, www.hoch-rep.com)
Quelle: ZZA 8/2009 Seite 42 |