|
Zoo Giersch, Wolmirstedt Vorbildlich engagiert im Tierschutz
ZZF-Mitglied Rudolf Giersch ist ein Ehrenamtler wie er im Buche steht: Für ihn gehören Zoofachhandel und Tierschutz untrennbar zusammen.
 | | Rudolf Giersch mit seiner Tochter Annett und Enkeltochter Johanna. |
Der 56-Jährige führt ein Zoofachgeschäft in Wolmirstedt und ist gleichzeitig ehrenamtlicher Vorsitzender des örtlichen Tierschutzvereins, der ein Tierheim in Wolmirstedt betreibt. „Für mich ist das ein Zeichen von Glaubwürdigkeit, wenn man sich als Zoofachhändler für den Tierschutz einsetzt“, sagt er. In seinem Zoofachgeschäft an der August-Bebel-Straße 6 bietet er ein Vollsortiment für Heimtiere. Dort hat er eine Kiste aufgestellt, in der die Kunden regelmäßig Spenden für sein Tierheim einwerfen können. Geld oder Futterspenden sind gleichsam willkommen. Er arbeitet auch mit einem örtlichen Supermarkt zusammen, wo ebenfalls eine Spendenbox aufgebaut wurde. Die Kunden können Futter spenden oder Ware einwerfen, die kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen. Und sein Konzept kommt auch bei den Kunden an: Sein Geschäft feierte im September das inzwischen 25-jährige Bestehen.
| Wenn Sie in Ihrem Geschäft ebenfalls Spenden sammeln oder sich für den Tierschutz engagieren, melden Sie sich bei Kathrin Handschuh in der ZZF-Geschäftsstelle unter 0611/447553-15 oder handschuh@zzf.de |
1984 gründete er gemeinsam mit seiner Frau Gerlinde seinen 100 qm großen Fachhandel. Vor 16 Jahren war er Mitbegründer des Tierheims, in dem bis zu 40 Katzen und 30 Hunde gleichzeitig betreut werden können. Es sei damals viel Arbeit gewesen, das Projekt mit nur wenigen finanziellen Mitteln ins Leben zu rufen, erinnert er sich. Das Gelände musste umgestaltet und ein tiergerechtes Gebäude aufgebaut werden. „Wir haben vielen Handwerksbetrieben der Region zu danken, die teils kostenlos, teils zum Selbstkostenpreis für uns arbeiteten“, sagt Giersch, der Mitglied im Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF) ist. Und auch aus der Bevölkerung wurde dem Verein Hilfe zuteil: „Nach einem Aufruf in der Zeitung hatten wir genug Fliesen, um alle Katzenräume fliesen zu können.“ Die Mitarbeiter des Tierheims kümmern sich aber nicht nur um Katzen, Hunde und Nager, sondern auch um Wildtiere wie kranke Igel und entlaufene Ziegen. Auch Vögel mit gebrochenen Flügeln werden auf dem rund 1.400 qm großen Gelände gesund gepflegt. Giersch hofft, einen Teil des Nachbargrundstücks dazu zubekommen, um dort eine Quarantänestation einzurichten. Im Jahr 2002 wurde obendrein das „Pensionsgebäude“ aufgebaut – eine Zwingeranlage mit beheizbarem Innenbereich, die vorwiegend für die Unterbringung von kälteempfindlichen Hunden im Winter und Pensionstieren vorgesehen ist. Seit 2004 gibt es auch einen Außenzwinger, der der Polizei die Möglichkeit gibt, nachts aufgegriffene Tiere abzugeben. Finanziert wird das Tierheim vor allem durch feste Verträge mit mehreren Verwaltungsgemeinschaften über die Aufnahme von Fundtieren, durch Hilfe und Spenden von Vereinsmitgliedern und Tierfreunden und nicht zuletzt durch den Einsatz von Lottomitteln. „Für mich ist die Arbeit in dem Tierheim ein zweiter Vollzeitjob“, sagt Giersch. (kh)
Quelle: ZZA 12/2009 Seite 46 |