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Reptilium, Landau Nachzuchtprogramme und viel, viel mehr
Das von Uwe und Nadine Wünstel geführte Reptilium im pfälzischen Landau ist Deutschlands größter Reptilienzoo. Artgerechte Haltung in großzügigen Landschaftsterrarien, Artenschutz durch Nachzuchtprogramme, fachkundige Aufklärungsarbeit und erlebnisorientierte Unterhaltungsprogramme für kleine und große Besucher bilden einen perfekten Einklang.
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Für das Konzept des Reptiliums sammelten Uwe und Nadine Wünstel Anregungen und Ideen praktisch überall auf der Welt in Reptilien- und Aquazoos sowie in Wildlife-Parks. Entstanden ist eine erlebnis- und besucherorientierte Einrichtung mit Wüstenhalle, Nachthaus, Babystation, tropischer Terrarienhalle, Urwaldhütte, Wüstencamp, einem Freigelände für heimische Reptilien und großem Kinderspielplatz. Die Reptilien und Amphibien leben – zum Teil vergesellschaftet – in großzügigen, ihren natürlichen Lebensansprüchen angepassten Landschaftsterrarien. Das Reptilium umfasst drei Einheiten auf ca. 2.000 qm: Die Haupthalle mit Regenwald-, Halbwüsten- und Wüstenterrarien, der Bereich für nachtaktive Amphibien und Reptilien und eine Wüstenhalle.
 | | Uwe Wünstel gründete das Reptilium, um die Öffentlichkeit besser über Reptilien zu informieren und um Ängste und Vorurteile abzubauen. |
Einzigartig ist das Nachthaus, in dem nachtaktive Reptilien unter Schwarzlicht tagsüber beobachtet werden können. Durch die Glasscheiben der Babystation können die Besucher miterleben, wie in den dahinter stehenden Terrarien kleine Nachkommen aus den Gelegen schlüpfen. Hier werden in speziellen Brutschränken auch die Zuchtprojekte z.B. für Nashornleguane (Cyclura cornuta), Gila-Krustenechse (Heloderma suspectum) und Spaltenschildkröte (Malachochersus tornieri) betreut werden. Das Reptilium Landau arbeitet bei mehreren der international koordinierten Zuchtprogrammen aktiv mit.
Abbau von Ängsten und Vorurteilen
Im Reptilium lassen sich die einzelnen Arten gut beobachten, dabei sind teilweise auch Einblicke in die Unterwasseransichten möglich. Die Besucher tauchen in die faszinierend fremdartige Tierwelt ein und sammeln einzigartige Eindrücke. Im Rahmen von zoologischen Führungen erleben sie artspezifische Verhaltensweisen der Tiere und erhalten dabei Informationen über deren Lebensweisen, die Fortpflanzung und Ernährung. Bei speziellen Aktionen gibt es die Gelegenheit, ausgewählte Tiere anzufassen oder sie unter der Anleitung eines Tierpflegers zu füttern. In einigen ausgewählten Terrarien kommen Plasmabildschirme zum Einsatz. Kurze Filmsequenzen von Artgenossen in freier Wildbahn werden hier zugespielt.
 Das Reptilium betätigt sich als Ausbildungsplatz, außerschulischer Lernort, Fortbildungsstätte und mehr. |  Einzigartig ist das Nachthaus, in dem nachtaktive Reptilien unter Schwarzlicht tagsüber beobachtet werden können. |
In der Terrarienhalle sind bei tropischen Temperaturen die verschiedensten Reptilienarten aus den Kontinenten Amerika, Afrika, Asien und Australien zu finden: Riesenschlangen ebenso wie Tüpfelskinke, Chuckwallas, Wüstenstachelleguane, blaue Felsleguane, Siedleragamen und auch die Felsspalten bewohnenden Spaltenschildkröten. Tiere aus ähnlichen Verbreitungsgebieten leben zum Teil gemeinsam in den Terrarien, zum Beispiel im Terrarium „asiatischer Regenwald“ diverse Laubfroscharten und Wasseragamen. Im 60 qm großen Aquaterrarium schwimmen Stumpfkrokodile gemeinsam mit Arrau-Schienenschildkröten. In der Terrarienhalle finden sich auch das Wüstencamp mit faszinierenden Eierschlangen oder Apothekerskinke sowie die Urwaldhütte mit wirbellosen Tieren wie Spinnen und Riesentausendfüßer.
Die 8 m hohe Wüstenhalle, die mit ihren Felsformationen einer Steinwüste gleicht, bietet den Besuchern auf 600 qm eine ausgefallene Ruhezone mit exotischem Restaurant, umgeben von Terrarien mit Kapwaranen, Nashornleguanen und Roten Tejus. Auf der großen Video-Splittscreen laufen Zuspielungen von Tiervideos.
 | | Die Tiere leben – zum Teil vergesellschaftet – in großzügigen, ihren natürlichen Lebensansprüchen angepassten Landschaftsterrarien. |
In der Wüstenhalle sind Empfänge, Schulungen, Seminare auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten möglich.
Im Sommer lockt das Außengelände mit Freigehegen für heimische Reptilien und einem Erlebnis-Spielplatz.
Führungen und mehr
Für die Besucher werden Führungen unter fachkundiger Leitung angeboten; sie dauern in der Regel 60 Minuten und umfassen sowohl einen kurzen einführenden Unterrichtsteil sowie einen Rundgang durch das Reptilium. Ein besonderes Highlight ist die Möglichkeit für die Gäste, unter fachlicher Anleitung ausgewählte Tiere anzufassen oder sie zu füttern. Dieser direkte Kontakt zu Amphibien und Reptilien trägt dazu bei, Ängste und Vorurteile abzubauen und die Schönheit dieser Tiere zu entdecken. Spezielle Führungen gibt es für Kinder und Schulklassen, ferner können Führungen zu speziellen Themen gebucht werden. Mit Workshops zur Reptilienhaltung, zur Makrofotografie und mit attraktiven Angeboten wie zu Muttertag oder anderen Gelegenheiten sorgen Uwe und Nadine Wünstel immer wieder für neue Anlässe, das Reptilium zu besuchen. (aj/vg)
Quelle: ZZA 5/2010 Seite 92 |