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ZZF-Delegiertenversammlung Hundert Prozent für Qualität
Heidelberg, der Tagungsort der diesjährigen Delegiertenversammlung, hat für die Mitglieder des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) eine ganz besondere Bedeutung: Hier wurden 1991 Leitlinien für den Handel mit Heimtieren beschlossen, die seitdem als Messlatte im tierführenden Zoofachhandel gelten. Auf der diesjährigen Tagung in Heidelberg wurde das Bekenntnis zum ZZF-Grundsatzprogramm bestätigt und zudem wichtige Projekte beschlossen, die neue Standards im deutschen Zoofachhandel setzen.
 | | Die ZZF-Delegierten läuteten das 20. Jubiläumsjahr der Heidelberger Beschlüsse mit ihrer Tagung am Ursprungsort ein. |
Als die Delegierten des ZZF 1991 mit den Heidelberger Beschlüssen umfassende Selbstbeschränkungen für den Handel mit Heimtieren in ihrem Grundsatzprogramm verankerten, die weit über gesetzliche Bestimmungen hinausgehen und das Wohlbefinden der Heimtiere durch artgerechte Haltung an erste Stelle setzen, übernahm der Verband eine wichtige Vorreiterrolle in der Branche. „Mit der Selbstbeschränkung, Tiere nicht in den Handel zu bringen, deren Eignung als Heimtier zweifelhaft sein könnte, hat der ZZF in den vergangenen zwei Jahrzehnten an Akzeptanz bei Wissenschaft, Politik und Behörden gewonnen“, bilanziert ZZF-Präsident Klaus Oechsner. „Eine Folge war beispielsweise unsere Mitarbeit an den Gutachten über Mindestanforderungen im Zoofachhandel vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft.“ Die Heidelberger Beschlüsse sind heute aktueller denn je: „Das emotional besetzte Thema Tierhaltung lässt sich leicht für Fundamentalkritik am Zoofachhandel instrumentalisieren“, warnte Oechsner. Belege hierfür lieferte die ZZF-Studie über die Darstellung von Tierthemen in den Medien, die Prof. Gregor Daschmann vor den Delegierten erläuterte (siehe hierzu Seite 17 in dieser Ausgabe).
 |  | | Alle an die Delegiertenversammlung gestellten Anträge wurden mit großer Mehrheit angenommen. |
Entsprechend deutlich sprachen sich die Delegierten aus den ZZF-Landesverbänden und -Fachgruppen erneut für die Einhaltung und weitere Entwicklung der Heidelberger Beschlüsse aus und läuteten damit deren 20. Jubiläumsjahr ein. Über eine Aktualisierung der Heidelberger Beschlüsse hatte das ZZF-Präsidium am Vortag der Delegiertenversammlung abgestimmt. Geändert hat sich in erster Linie die zoologische Systematik vieler Tierarten. Außerdem wurden in die Zierfischliste neue Arten aufgenommen und einige aus dem Anhang A (Präsentationsverbot) in den Anhang B (besonderer Beratungsbedarf) genommen, weil sie mit der heutigen Technik und einer ausführlichen Beratung gut gehalten werden können. Das Design des Roten Punktes wurde durch Einfügen eines „i“ für „Information“ leicht geändert.
 ZZF-Vizepräsidentin Sabine Gebhardt berichtete aus ihrem Arbeitskreis „Weiterführende Qualifikationen für den Zoofachhandel“. |  Das im Arbeitskreis erarbeitete Konzept zur Optimierung der Tierhaltung stellte Detlev Busch, Vorsitzender des LV Niedersachsen/Bremen, vor. |
Starker Verband für starke Lobbyarbeit
 | | Mit dem Roten Punkt kennzeichnen ZZF-Mitglieder die Tiere aus Anhang B, bei deren Weitergabe sie Tierhalter besonders intensiv beraten und informieren möchten. |
Wie Klaus Oechsner betonte, ist es eine der wichtigsten Aufgaben des ZZF, sich für positive Rahmenbedingungen der gesamten Heimtierbranche einzusetzen. Dies schließe das öffentliche Meinungsbild über Tierschutz im Zoofachhandel ausdrücklich ein. Dafür sei es notwendig, die Durchsetzungskraft des Zentralverbandes der Heimtierbranche weiter zu erhöhen, erklärte ZZF-Geschäftsführer Richard Wildeus. Fazit seines ersten Jahres im Amt sei ein sehr solide aufgestellter Verband mit guten Chancen, dieses Mehr an Durchsetzungskraft zum Wohl der gesamten Branche generieren zu können. Voraussetzungen für den gemeinsamen Erfolg sind laut Wildeus: „Geschlossenheit in den eigenen Reihen und der Wille, sich aktiv für die gesellschaftliche Anerkennung der Heimtierhaltung einzusetzen sowie die Erkenntnis, dass eine erfolgreiche Verbandsarbeit für jeden zum eigenen wirtschaftlichen Nutzen beitragen kann.“
Noch mehr engagieren für das Wohl der Tiere
Ganz in der Tradition des ZZF-Grundsatzprogramms beschäftigten sich die diesjährigen Anträge und Berichte aus den Arbeitsgruppen mit Maßnahmen zur Qualitäts- und Attraktivitätssteigerung des Zoofachhandels in Deutschland, die wegweisend für die gesamte Branche sein sollen. So stimmten die ZZF-Delegierten mit großer Mehrheit dafür, das Nachzuchtprojekt für die Aquaristik der ZZF-Fachgruppe Zierfisch- und Wasserpflanzengroßhandel finanziell zu unterstützen. Das „Aquaristik Survive Projekt“ wird über die Beteiligung an Artenschutz-Programmen das Interesse vor allem junger Menschen an der Aquaristik wecken und fördern. Es soll Anfänger für den Ausbau ihrer Aquaristik begeistern, indem es die positiven Auswirkungen der Aquaristik hervorhebt und Anreize bietet, durch Umweltzerstörung bedrohte Zierfischarten zu erhalten. „Hier vereinen wir Spaß, Spannung, Herausforderung, Verantwortungsbewusstsein, Teamarbeit, Lernen und Artenschutz in einem“, erklärte Herbert Nigl, stellvertretender Vorsitzender der Fachgruppe (siehe hierzu auch Seite 22).
 | | Präsidium und Geschäftsführung des ZZF (von links): Jörg Turk (stv. Geschäftsführer), die Vizepräsidenten Rainer Purwins und Sabine Gebhardt, Geschäftsführer Richard Wildeus, Präsident Klaus Oechsner, Schatzmeister Norbert Holthenrich und WZF-Geschäftsführer Herbert Bollhöfer. |
An dem Projekt wird sich die gesamte Branche beteiligen können. Herbert Nigl stellte konkrete Entwürfe für ein interaktives Internetportal vor. In diesem können sich Aquarianer für ein Artenschutz-Projekt registrieren, mit Unterstützung ihres Zoofachhandels die Nachzucht von durch Lebensraumzerstörung gefährdeten und besonderen Zierfischarten starten, ihre Zuchterfolge im Portal dokumentieren und auf Tipps von Experten und Produktinfos von unterstützenden Aquaristikbedarfs-Herstellern zurückgreifen. Das „Aquaristik Survive Projekt“ steht unter der Federführung der ZZF-Fachgruppe und insbesondere Aquarium Dietzenbach, Aquarium Glaser, aqua-global, von Wussow Importe und Höner Zierfischgroßhandel. Unterstützt wird es unter anderen bereits von Chris Lukhaup (Crusta 10), Hans Evers (Redaktion Amazonas) und Friedrich Bitter (Redaktion Caridina).
 | | In der Heiliggeistkirche, der größten und bedeutendsten Kirche in Heidelberg. Sie steht am Marktplatz mitten in der Altstadt, ihr Turm prägt das Stadtbild. Sie gilt als Bauwerk von hohem künstlerischem Rang. |
Ausbildungsoffensive
ZZF-Vizepräsidentin Sabine Gebhardt berichtete aus ihrem Arbeitskreis „Weiterführende Qualifikationen für den Zoofachhandel“. Mit dem Ziel, hoch qualifiziertes Personal im Zoofachhandel beschäftigen zu können, erarbeitet der Kreis, der sich aus Inhabern von Zoofachmärkten und Vertretern von Zoofachhandels- und Gartencenterketten zusammensetzt, ein Konzept für eine ausbildungsbegleitende Zusatzqualifikation für Einzelhandelskaufleute im Zoofachhandel. Dafür steht er in Kontakt mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Die ZZF-Delegierten befürworteten auch den Antrag des Landesverbands Franken-Oberpfalz, zusätzlich Verhandlungen mit Berufsschulen aufzunehmen, um Auszubildenden im Zoofachhandel eine umfassende fachliche und kaufmännische Ausbildung zu ermöglichen.
Qualitätssicherung im Zoofachhandel
Um die Tierhaltung im deutschen Zoofachhandel zu optimieren und Händlern bei der Qualitätssicherung behilflich zu sein, hat der Arbeitskreis von Detlev Busch (Vorsitzender des Landesverbands Niedersachsen/Bremen), Volker Müller (Vorsitzender des Landesverbands Franken-Oberpfalz) und Klaus-Dieter Andersch (Vorsitzender des Landesverbandes Mitteldeutschland) ein Konzept für die Qualitätssicherung und -steigerung in tierführenden ZZF-Mitgliedsbetrieben erarbeitet. Es liefert konkrete und praxisgerechte Anleitungen und sollte laut Detlev Busch „Pflicht für jedes Mitglied sein“. (as/vg)
 Sie heißt offiziell „Karl-Theodor-Brücke“, ist aber überwiegend unter dem Namen „Alte Brücke“ bekannt. 1248 erstmals urkundlich erwähnt, gehört sie zu Deutschlands ältesten Brückenbauten. |  Besichtigung des berühmten Studentenkarzers, der früher als Gefängnis für Studenten der ältesten Universität Deutschlands diente. Die Inhaftierten verewigten sich mit Namen, Konterfei und den Zeichen ihrer jeweiligen Studentenverbindung an den Wänden. |
Quelle: ZZA 7/2010 Seite 14 |