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Aquaristik Survival Project Artenschutz als Herausforderung
Wie bekommt man junge Leute dazu, die Aquaristik spannend zu finden? Über diese Frage wird seit Jahren diskutiert; einen neuen Ansatz will jetzt der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) auf Betreiben seiner Fachgruppe für Zierfisch- und Wasserpflanzengroßhandel verfolgen. Die zza-Redaktion sprach mit Herbert Nigl, dem Initiator des „Aquaristik Survival Projects“.
 | | Herbert Nigl, Inhaber von Aquarium Dietzenbach, bei der Präsentation des Aquaristik Survival Projects auf der ZZF-Delegiertenversammlung im Juni. Aquarium Dietzenbach beschäftigt sich selbst seit 2003 intensiv mit der Zucht von Zierfischen. |
zza: Herr Nigl, mit dem Aquaristik Survival Project sollen vor allem Jugendliche gewonnen werden. Warum glauben Sie, lässt sich die Zucht von Aquarienfischen als spannend gegenüber einer Zielgruppe darstellen, die Aquaristik uncool findet?
Herbert Nigl: Wir wollen mit dem Projekt Lust auf eine noch nie dagewesene Herausforderung machen und setzen dabei auf das gleiche Prinzip, nach dem Computerspiele funktionieren: die Herausforderungen steigern sich von Level zu Level. Die Zucht von Aquarienfischen ist eine solche Herausforderung. Sie vereint den Spaß und die Spannung, die Jugendliche heute normalerweise mit Unterhaltungsmedien verbinden, mit ernsthaften Anliegen, die für Jugendliche ebenfalls sehr wichtig sind: Artenschutz, Verantwortungsbewusstsein und Teamarbeit. Wir wollen mit dem Zuchtprojekt zugleich die sehr wichtige Bedeutung des Zoofachhandels beim Artenschutz herausstellen. Es wird nämlich gern übersehen, dass der Zoofachhandel zum Artenschutz beiträgt. So sind mindestens vier Standarden der Aquaristik in der Natur aufgrund von Habitatsverlust nicht mehr oder fast nicht mehr existent. Jeder, der an unserem Projekt teilnimmt, ganz gleich ob Hobby-Aquarianer oder jemand aus der Zoofachbranche, wird dazu beitragen, dass durch Umweltzerstörung bedrohte Arten überleben werden. Durch dieses Projekt kann die Zoofachbranche deutlich machen, dass sie entgegen der landläufigen Meinung ihren Beitrag zur Arterhaltung leistet.
zza: Wie wollen Sie und Ihre Mitstreiter dieses Projekt bekannt machen und wie sollen die Zuchtprojekte ablaufen?
Herbert Nigl: Basis des Projekts ist eine interaktive Homepage. Wir nutzen also die den Jugendlichen aus sozialen Netzwerken und anderen Portalen bekannte Online-Kommunikation in Echtzeit. Natürlich brauchen wir Werbung für diese Homepage, z.B. durch Verlinkung mit Partnern aus der Zoofachbranche, aber natürlich auch mit Jugendportalen und anderen Medien, die von Jugendlichen besucht bzw. gelesen werden. Die Aufgabe lautet, eine Auswahl an Zierfischarten bis mindestens in die F2-Generation zu vermehren, dies zu protokollieren und zu dokumentieren. An diesen Projekten können die Interessenten mit eigenen Fischen unter Leitung eines Projektpaten teilnehmen und sich online austauschen. Für jedes Projekt kann täglich eine Log-Datei mit einem Foto erstellt werden. Einmal im Jahr werden alle Projekte vorgestellt und das jeweils beste Projekt einer Schwierigkeitsstufe gewählt und ausgezeichnet. Diese Projektpräsentation kann zum Jahresthema der Zoofachbranche und darüber hinaus ein großes mediales Ereignis werden.
zza: Wie lassen sich der Zoofachhandel und die Industrie bei diesem Projekt so einbinden, dass sie Nutzen daraus ziehen?
Herbert Nigl: Die Aufgabe des Zierfischgroßhandels ist es, die Tiere über den Zoofachhandel bereitzustellen. Aufgabe des Zoofachhandels ist es, den Kontakt mit diesen Projektteilnehmern zu knüpfen, zu halten und diese unterstützend zu betreuen. Aufgabe der Industrie ist es, die notwendigen Produkte bereitzustellen oder auch neu zu entwickeln. Jeder, der sich in dieses Projekt einbindet, kann Nutzen daraus ziehen.
zza: Herr Nigl, vielen Dank für Ihre Erläuterungen und viel Erfolg für das Aquaristik Survival Project! (vg)
Quelle: ZZA 7/2010 Seite 22 |