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3 Fragen an Dieter Meyer, Vitakraft

Bio – mehr als eine reine Werbeformel

Über die Kennzeichnung von Heimtierfuttermitteln mit dem Zusatz „Bio“ bestand in der Vergangenheit immer wieder Unsicherheit. Nun liegt eine Zusage von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) vor, dass der „Private Standard Heimtierfutter Prüfverein/BLE 2008“ akzeptiert ist und als Grundlage für eine Zertifizierung von Heimtierfutter gemäß EG-Öko-Verordnung 834/2007 in Deutschland dienen kann.

Dieter Meyer, Leiter Werbung & Öffentlichkeitsarbeit, Vitakraft.

zza: Herr Meyer, die Firma Vitakraft wurde gerade Bio-zertifiziert. Was war der Anlass dafür, wie lief die Zertifizierung ab und wie werden Sie dies nach außen hin dokumentieren?

Dieter Meyer: „Bio“ ist ohne Frage ein seit Jahren gesetzter Trend auch in der Heimtierernährung. Besonders in Deutschland gibt es ein wachsendes öffentliches Interesse an der Idee einer sozial gerechten, ökologisch intakten und wirtschaftlich verantwortbaren Entwicklung sowohl in der Human- als auch in der Tierernährung. Daher ist „Bio“ heute viel mehr als ein politischer Luxus oder eine reine Werbeformel. Bezüglich der Auslobung eines biologisch orientierten Futters hat sich allerdings die rechtliche Situation in Deutschland geändert und es wurde ein verbindlicher Standard für die Verwendung des Bio-Siegels definiert. Dieser Standard sieht auch eine Zertifizierung vor, die uns für unsere Produktionsstätte in Bremen-Mahndorf ausgestellt wurde.

zza: Wird es in Kürze folglich Bio-Futtermittel auch für Hunde aus Ihrem Haus geben?

Dieter Meyer: Der Zertifizierung, die auf Betriebsstättenebene stattfindet, erfolgte zunächst bewusst für den Produktbereich der Nagerfutter, da Vitakraft in diesem Segment eine führende Stellung einnimmt. Daher werden neue (offizielle) Bio-Siegel zukünftig folgende Produkte tragen: Vita Verde Nature Garden Zwergkaninchen, Vita Verde Nature Special Zwergkaninchen, Vita Verde Nature Garden Meerschweinchen, Vita Verde Nature Fruit Hamster und Vita Verde Nature Mix Chinchilla. Natürlich werden wir unter Berücksichtigung der Kriterien der Rohwarenherkunft und Verarbeitung weitere Produkte in dieser Richtung entwickeln – allerdings mit dem Schwerpunkt auf die Bereiche Vogel und Nager.

zza: Trotz Wirtschaftskrise – Biofutter? Sie sind also überzeugt, dass Bio-Futtermittel langfristig beim Endverbraucher gefragt sein werden?

Dieter Meyer: Wir wissen aus diversen Analysen zum Verbraucherverhalten, dass sich mehr als 50 Prozent der Konsumenten dafür interessieren, unter welchen sozialen und ökologischen Bedingungen Produkte, die sie kaufen, hergestellt werden. Und wenn schon heute gut ein Drittel der Käufer von Lebensmitteln sagt: „Wenn ich die Wahl habe, kaufe ich lieber Produkte von Unternehmen, die sich für die Lösung sozialer und/oder ökologischer Probleme einsetzen“, dann ist dass für mich keine Frage, dass diese Haltung grundsätzlich auch auf den Bereich der Versorgung ihrer Tiere übertragen wird.

zza: Vielen Dank für das Gespräch! (sg)

Quelle: ZZA 7/2010 Seite 62