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Zecken

Gefährliche Lästlinge

Zecken sind keine Insekten, sondern gehören zu den Spinnentieren. Das erkennt man an den typischen vier Beinpaaren der erwachsenen Parasiten. Zecken ernähren sich von Blut. Dazu nutzen sie stechende Mundwerkzeuge und einen mit Widerhaken besetzten Saugrüssel, der in die Haut des Wirtstieres eingebohrt wird. Doch sie saugen nicht nur Blut, sondern können dabei auch gefährliche Krankheitserreger übertragen.

Die häufigste in Deutschland vorkommende Zeckenart ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Daneben spielen regional unterschiedlich weitere Arten eine Rolle, beispielsweise die Braune Hundezecke. Diese kommt in warmen Gegenden vor und kann bei Reisen in wärmere Regionen eingeschleppt werden. In beheizten Räumen bleiben sie dann lebensfähig. Auch die Auwaldzecke kommt in unseren Breiten immer häufiger vor.

Weg der Zecken

Zur Wirtssuche erklettern die Nymphen und erwachsenen Zecken Gräser und Büsche bis etwa 1,5 m Höhe. Mit einem speziellen Organ, das im vorderen Beinpaar sitzt (so genanntes Hallersches Organ), erkennen sie ihren Wirt an dessen Kohlendioxidausstoß (Ausatemluft) und Körperwärme. Streift nun ein Wirtstier vorbei, klammern sie sich blitzartig an diesem fest und suchen anschließend geeignete Hautregionen auf, meist an Hals, Ohren und Kopf sowie Schenkel- und Achselhöhlen, wo die Haut besonders dünn ist. Dort bohren sie sich in die Haut ein. Der von den Zecken abgegebene Speichel enthält Enzyme, die das Gewebe auflösen. Dadurch entsteht unter der Haut eine Kaverne, die sich mit Blut füllt. Zur Ernährung saugt die Zecke Flüssigkeit aus der Kaverne und dickt sie ein.

Katzen, die sich viel im Freien bewegen, kommen unweigerlich mit Zecken in Berührung und müssen deshalb geschützt werden.

Gefahr von Krankheiten

An der Stelle des Befalls kann heftiger Juckreiz und eine Schwellung auftreten, der aber häufig ohne weitere Folgen wieder abklingt. Bei stärkerem Befall können die Wirtstiere aber erheblich unter dem Zeckenbefall leiden, insbesondere wenn die Zecken an Stellen sitzen, wo sie nicht selbst durch Herauskratzen oder -beißen entfernt werden können, z.B. in der Nähe der Augen oder an der Vorderbrust. Besonders bei der Braunen Hundezecke darf auch der Blutverlust bei einem Massenbefall nicht unterschätzt werden. Ein adultes (ausgewachsenes) Weibchen saugt beispielsweise täglich bis zu einem halben Milliliter Blut. Zecken übertragen für Mensch und Tier gefährliche Krankheitserreger, z.B. die Borreliose-Bakterien, die Gelenkentzündungen verursachen. In Mittelmeerländern spielen außerdem noch die durch Blutparasiten hervorgerufene Babesiose und Ehrlichiose als zeckenübertragene Infektionen eine Rolle.

Der Blutparasit Babesia canis, der die roten Blutkörperchen befällt, überträgt die Babesiose. Akute Symptome sind hohes Fieber, Abgeschlagenheit und Appetitverlust. Im weiteren Verlauf kann es zu Durchfällen, blutigem Urin, Erbrechen, akutem Nierenversagen, neurologischen Symp­tomen und Atembeschwerden kommen.

Bei der Ehrlichiose befallen Bakterien die weißen Blutkörperchen und werden während der Blutmahlzeit der Zecke von ihr aufgenommen und dann weiter übertragen. Hauptsymptome der Erkrankung sind Fieber, Apathie, neurologische Symptome, Lahmheiten, geschwollene Gelenke, Gewichts- und Appetitverlust.

Zecken lauern mit Vorliebe im hohen Gras und warten dort so lange, bis ein Wirtstier vorbei kommt.

Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass etwa jede dritte Zecke in Deutschland die Borreliose-Erreger in sich trägt. Die Übertragung findet mit dem Stich und Saugakt der Zecke statt, wobei es Stunden bis Tage dauern kann, ehe es zu der Übertragung von Erregern kommt. Symptome einer Infektion sind Fieber, schmerzhafte Schwellungen der Gelenke, Lethargie und Lahmheit. Im weiteren Verlauf können auch Nervensystem und innere Organe geschädigt werden. Eine Borreliose-Erkrankung sollte laut dem Bundesverband für Tiergesundheit, BfT, Bonn, immer antibiotisch behandelt werden.

Besser ist es also, Zecken sofort zu entfernen. Das ist nicht ganz einfach, denn die kleinen Blutsauger sind im Fell von Hund und Katze nur schwer auszumachen. Erst vollgesogene Exemplare, die ihr Gewicht um das bis zu 120-fache erhöhen und dann auf etwa einen Zentimeter Größe heranwachsen, sind mit dem Auge gut zu erkennen. Nahezu unmöglich ist es, die früheren Entwicklungsstadien der Larve und Nymphen zu finden. Doch auch diese beißen schon zu, da sie für jedes der drei Entwick­lungsstadien eine Blutmahlzeit benötigen.

Und der Zeckendruck nimmt zu. Eine erhöhte Reisetätigkeit, mehr Grünflächen auch in den Städten sowie mildere Winter mit weniger Frosttagen begünstigen die Ausbreitung von Zecken. Deshalb sollten Hunde- und Katzenhalter besonderen Wert darauf legen, ihre Tiere mit Produkten zu schützen, die Zecken zuverlässig abwehren und abtöten. Gegen die Borreliose Erreger, die vom „Gemeinen Holzbock“ übertragen werden, können Hunde auch geimpft werden. (Bft/sg)

Der Gemeine Holzbock

Holzböcke befallen als Parasiten nahezu alle Haus- und Wildsäugetiere und auch den Menschen. Die erwachsenen Männchen sind nur 2,2 - 2,6 mm groß, die Weibchen dagegen 3-4 mm, vollgesogen bis zu 11 mm. Ihre Farbe ist rotbraun bis blaugrau. Der Zyklus vom Ei bis zum erwachsenen Holzbock dauert zwischen 1,5 und 3 Jahren. Die Entwicklung hängt weitgehend von der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit ab; die optimalen Temperaturwerte liegen zwischen 17° und 20°C, die durchschnittlich erforderliche relative Luftfeuchtigkeit beträgt zwischen 80 % und 95 %. In der Regel gibt es zwei Höhepunkte der Zeckenplage im Frühjahr und Herbst. Ein mildes Frühjahr und ein warmer Herbst verlängern die Aktivität des Holzbocks und begünstigen seine Vermehrung, ein langer Winter und ein kaltes Frühjahr ebenso wie ein heißer, trockener Sommer wirken dagegen hemmend.

Die Braune Hundezecke

Die Braune Hundezecke ist weltweit wohl die am häufigsten verbreitete Zeckenart. Die Männchen sind 2,7 - 3,5 mm groß, die Weibchen 3-4 mm, vollgesogen bis zu 11 mm. Der Körper ist birnenförmig und rotbraun mit gelbbraunen Beinen. Die Braune Hundezecke kann trotz ihres Namens auch Katzen befallen. Die Braune Hundezecke benötigt in der Regel wesentlich weniger Zeit für den gesamten Zyklus als der Holzbock. Bei geeigneten Bedingungen ist die Entwick­lung bis zum eiablegenden Weibchen innerhalb eines Jahres abgeschlossen. Es kommt daher nach rasanter Vermehrung sehr häufig zu einem Massenbefall. Die Braune Hundezecke kann in unseren Breiten normalerweise nicht überwintern (mit einigen Ausnahmen z.B. im Oberrheintal). Die kritische Temperatur für die Entwicklung beträgt 10°C, so dass in warmen Gebieten und beheizten Räumen gute Entwicklungsmöglichkeiten gegeben sind. Dort wird diese Zeckenart aufgrund der schnellen Vermehrung immer häufiger zu einem echten Problem.

Die Auwaldzecke

Diese Zeckenart kommt vorwiegend in feuchten Gegenden vor (Flussnähe, Auwälder, Moorlandschaften). Sie trägt ein Rückenschild, das bei den Männchen ganz und bei den weiblichen Zecken teilweise beige/schwarz/braun marmoriert ("bunt") ist. Die ersten erwachsenen Zecken erscheinen im Frühjahr nach der Schneeschmelze und bleiben bis Juni aktiv. Ein zweiter Aktivitätsgipfel ist im September/Oktober zu verzeichnen. Die Auwaldzecke ist vor allem gefürchtet als Überträger von Blutparasiten, den Babesien.

Quelle: ZZA 8/2010 Seite 26