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Social Media Marketing in der Heimtierbranche

Fehler und ungenutzte Potenziale

Social Media ist mittlerweile in der Heimtierbranche angekommen. Egal um welchen Tierbereich es geht, eine große Zahl der Unternehmen nutzt diesen Marketingkanal bereits – mit unterschiedlichem Engagement. Autor Matthias Wiesensee macht auf häufige Fehler und Probleme aufmerksam, zeigt aber auch Anreize, wie der Auftritt verbessert werden kann.

von Matthias Wiesensee

Plattforocial Media Aktivitäten bieten, im Gegensatz zum traditionellen Marketing, einen Rückkanal für Feedback. Damit wird die Erfolgskontrolle einfacher. Diese Rück-Meldungen liefern dem Unternehmen Erkenntnisse, wie einzelne Aktionen bezüglich ihres Erfolges zu bewerten sind. Aber wird diese Eigenschaft genutzt? Sind rechtliche Vorschriften und die Regeln der einzelnen Plattformen bekannt? Existiert ein umfassendes Wissen über die Möglichkeiten und Konsequenzen einzelner Tätigkeiten im Bereich Social Media? Einige Auftritte von kleinen und großen Unternehmen scheinen das Thema professionell mit ausreichender Struktur und Planung anzugehen. Andere Auftritte beschränken sich jedoch nur auf ein Minimum der Funktionen und schöpfen diesen Kanal nicht voll aus.

Struktur und Planung

Der Auftritt im Bereich der Social Media ist losgelöst von der Unternehmensgröße möglich. Mit geringem technischen Know- How ist ein gut gestalteter Auftritt auf verschiedenen Plattformen realisierbar. Auch die Betreuung kann nahezu von jeder Person durchgeführt werden. Das wichtigste Merkmal hierbei ist, dass diese mit Herzblut das Wissen und die Philosophie des Unternehmens sowie dessen Dienstleis - tungen oder Produkte glaubhaft präsentieren kann.

Dabei ist eine Struktur unerlässlich. Hierzu zählen die Auswahl der Plattformen für die Auftritte, sowie eine Planung der Inhalte, damit die regelmäßige und abwechslungsreiche Gestaltung der Informationen gewährleistet ist. Es muss auch auf die Wünsche der Nutzer Rücksicht genommen werden, denn man sollte diesen nicht etwas aufdrängen. Die Planung sollte sich daher nach der Zielgruppe richten, um eine langfristige Beziehung einzugehen. Häufig werden Pressemeldungen oder Blogbeiträge dort nur verlinkt, sodass der Adressat nicht das Gefühl erhält, dass ihm exklusiv ein Mehrwert geboten wird. Zudem fehlt die persönliche Ansprache und Aufbereitung der Inhalte, wodurch diese an Reiz verlieren. Man sollte darauf achten, dass die Inhalte jeweils den Eigenschaften und Vorzügen der Plattformen angepasst sind. Natürlich können Pressemeldungen und Blogbeiträge als Basis dienen – diese erscheinen jedoch meist nicht häufig genug, sodass weitere Inhalte gefunden werden müssen, die aber in den meisten Unternehmen bereits in unterschiedlichen Formen und Formaten vorhanden sind.

Vorschriften beachten

Die Gestaltung der unterschiedlichen Profile beschränkt sich für viele Unternehmen auf die Standardfunktionen. Setzt man sich intensiv mit den Eigenheiten der jeweiligen Plattform auseinander, bieten sich zahlreiche Möglichkeiten einer Individualisierung an, die den Auftritt professioneller und auffällig wirken lassen. Neben einer Präsentation des Unternehmens, seiner Produkte und Dienstleistungen bieten die Plattformen Möglichkeiten für Wettbewerbe, Promotions und den Verkauf an. Hierbei gilt es auf die unterschiedlichen Vorschriften der Plattformen zu achten, die häufigen Änderungen unterliegen. Dieses ist bis dato in vielen Fällen nicht geschehen, sodass eine vollständige Löschung des Auftrittes riskiert wurde. Man sollte beachten, dass die Betreiber der Plattformen den Unternehmen kostenfrei ihren Auftrag ermöglichen, weshalb man sich an die Hausregeln halten sollte. Aber auch rechtliche Vorschriften, die im Internet vorherrschen, werden missachtet. Die Pflicht eines Impressums nach dem Telemediengesetz ist eines von vielen Beispielen. Datenschützer und Kanzleien haben sich bereits auf derartige Fälle spezialisiert, sodass eine „Abmahnwelle“, wie es im Bereich der Musikdownloads bekannt ist, kurz bevor steht. In Schleswig-Holstein hat das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz, ULD, bereits die sogenannten „Social PlugIns“ von Facebook im Visier und droht Unternehmen hohe Geldstrafen an, sollten sie weiterhin auf den Einsatz dieser Erweiterungen setzen. Trotzdem sollte ein Bewerben der Auftritte im Bereich Social Media nicht vernachlässigt werden, denn nicht jeder Kunde sucht aktiv. Hierfür eignen sich viele vorhandene Instrumente aus dem traditionellen Marketing.

Auf fast allen Plattformen bieten sich Möglichkeiten zur Erweiterung der Präsentation und Inhalte an. Beispielsweise können weitere Unterseiten mit Informationen und kleinen Applikationen eingebunden werden, um die Interessenten zu begeistern. Hierbei sind nur wenige Hindernisse, neben den erlaubten Formaten und Größen, zu überwinden. Einige Unternehmen haben damit Fotowettbewerbe und Gewinnspiele organisiert oder Produkttester gefunden. Aber auch Funktionen, die die eigene Homepage bietet, können modifiziert genutzt werden, um den Auftritt interessanter zu machen und sich vom Wettbewerb abzuheben.

Erfolgskontrolle

Matthias Wiesensee (25) ist Wirtschaftsinformatiker und Geschäftsführer von 2b-eSocial. Aufgrund seiner Erfahrung in der Heimtierbranche betreut er die Social Media Aktivitäten einiger namhafter Firmen aus Handel und Industrie. 2b-eSocial bietet neben Beratung zum Thema Social Media Marketing, Workshops, Schulungen und Optimierung der Aktivitäten in diesem Marketinggebiet an.

Für alle Marketingaktivitäten stellt sich die Frage nach dem Nutzen im Verhältnis zu den Aufwendungen – das gilt auch für Social Media-Aktivitäten. Aus diesem Grund sollten Social Media Measurement Tools eingesetzt werden, die wichtige Kennzahlen ermitteln und zudem ein Monitoring ermöglichen, um das Themenspektrum zum eigenen Unternehmen und der Kunden im Auge zu behalten. Damit werden Veränderungen rechtzeitig erkannt. Dieses scheint kaum ein Unternehmen der Branche zu tun, da die Gestaltung der Social Media Aktivitäten ansonsten anders aussehen würde und zudem ein Zugehen auf den Kunden zu beobachten wäre. Ein Beispiel wäre das Einschalten in Diskussionen und Produktbewertungen, um dort Service oder Hilfe anzubieten. Das Angebot erstreckt sich hierbei von kostenfreien und funktionsbegrenzten Tools über umfangreiche und kostenpflichtige Angebote. Losgelöst für welche Lösung man sich entscheidet, sollte man sich mit dem Thema ernsthaft auseinandersetzen.

Quelle: ZZA 12/2011 Seite 60