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Erstes VDA Jugendcamp

Mit Spiel und Spaß Biotop-Verständnis wecken

Eine der Exkursionen führte mit Kanus auf den Fluss Warnow.

Engagierte Jugendarbeit hat sich der Verband Deutscher Vereine für Aquarienund Terrarienkunde e.V. (VDA) auf die Fahnen geschrieben. Eine Maßnahme ist das VDA-Jugendcamp, das Anfang August in Mecklenburg-Vorpommern zum ersten Mal stattfand. Die Begeisterung der Kids zeigte: Das Konzept geht auf.

Mit großzügiger finanzieller und personeller Unterstützung der Firma Tetra fand das erste VDAJugendcamp vom 1. bis zum 5. August in der Heuherberge Poggendiek (Mecklenburg Vorpommern) statt. Die zwölf Jugendlichen lernten die wichtigsten Wasserparameter und ökologischen Zusammenhänge im Aquarium kennen. Auf drei Exkursionen erkundeten sie unterschiedliche Gewässer - Tieflandfluss, Salzhaff und Moor - mit deren spezieller Flora und Fauna. Eine Kanutour, Baden in der Ostsee und die Erkundung eines Tümpels mit einer "Forschungsflotte" aus Floß und Tretboot sorgten dafür, dass auch der Spaß nicht zu kurz kam. Schon am Abend des Ankunftstages ließen es sich die Teilnehmer nicht nehmen, nach dem Beziehen der Zelte bzw. der Kojen im Heu das Poggendiek-Gelände genauer zu untersuchen. Bei schon hereinbrechender Dunkelheit wurde die Fauna eines mit einer dicken Schicht Entengrütze bedeckten Tümpels untersucht. Mehrere Arten von Wasserinsekten aber auch Molchlarven, Egel, Schnecken und Wasserasseln waren die Ausbeute.


Schuhe aus und rein! Schon am Abend des Ankunftstages wurde der auf dem Gelände gelegene Teich mit Netzen und Eimern erkundet.

Dr. Oliver Zompro, Limnologe und Leiter des VDA-Referats Sachkunde erklärte die Besonderheiten der in der Warnow gefangenen (und danach sofort wieder zurückgesetzten) Tiere.

In zwei Versuchsaquarien wurde der Ammoniakabbau durch Filterbakterien untersucht.

Der Stickstoffzyklus im Aquarium von Ammonium/Ammoniak über Nitrit zu Nitrat war eines der Projekte, welches die Jugendlichen in mehreren kleinen Gruppen über mehrere Tage unter der fachkundigen Anleitung des Tetra-Wasserspezialisten Benno ter Höfte untersuchten. Mithilfe der Messreagenzien in den von Tetra zur Verfügung gestellten Wassertestkoffern wurde der Abbau der Ammoniumkonzentration in zwei identisch ausgestatteten, fischfreien Aquarien beobachtet. In eines dieser Aquarien wurden mit Tetra SafeStart Stickstoff abbauende Bakterien zugegeben, das andere wurde als Referenz verwendet. Interessant für die Jugendlichen war, dass sich im Referenzaquarium während der Beobachtungszeit von gut zwei Tagen überhaupt nichts tat, während im anderen Aquarium die Konzentration von Ammonium aufgrund der Bakterientätigkeit kontinuierlich abnahm und dafür die Konzentration von Nitrat entsprechend anstieg. Zum Auftreten eines sogenannten "Nitritpeaks" kam es allerdings nicht, da offensichtlich die Bakterien das Nitrit sofort zu Nitrat umbauten. Die Betreuer und Organisatoren waren mehr als positiv überrascht von der Mitarbeit und vom Wissen der jungen Teilnehmer.

Dipl.-Biologe Benno ter Höfte (Tetra) gestaltete die Vorlesungen zu Themen der Wasserchemie auf die Kenntnisse der jungen Teilnehmer zugeschnitten.

Dem Geheimnis auf der Spur
Einige Aquarianer klagen bei Außenfiltern nach einer gewissen Zeit über Leistungsverlust. Exakt protokollierte Messungen an JBL CristalProfi Außenfiltern der bisherigen und der "greenline" Serie im Vergleich brachten erstaunliche Erkenntnisse: So haben Filter eine gewisse Einlaufzeit, vergleichbar mit Automotoren, nach der sie etwas an Leistung zulegen. Nach dieser "Einfahrzeit" kommt es zu einem Leistungsabfall, der auf das Zusetzen der Filter mit Schmutz zurückzuführen ist. Nach der Reinigung des Filters konnte dennoch nicht die alte Leistung hergestellt werden. Erst eine Reinigung der Schläuche mit einer flexiblen Schlauchbürste brachte die alte Leistung zurück und führte sogar zu einer höheren Leistung als zu Beginn des Tests. Genaue Zahlen und Fakten unter: jbl.de

Mit Netzen und Eimern ausgerüstet zogen die Jugendlichen während der Exkursionen begeistert in die jeweiligen Gewässer (eine Genehmigung zum Fang, Fotografieren und selbstverständlich Zurücksetzen war vorher von den zuständigen Behörden eingeholt worden), um sich einen Überblick über die jeweilige Fauna und Flora zu schaffen. Dr. Oliver Zompro, als ausgebildeter Limnologe ein sehr guter Kenner der einheimischen Fauna, erklärte immer wieder die Besonderheiten der entdeckten Tierarten. Die mitgenommenen Wasserproben wurden nach den Exkursionen untersucht. Interessant war, dass einige der untersuchten Gewässer sehr niedrige Sauerstoffsättigungen unter 30 Prozent aufwiesen. In ihnen wurden allerdings auch keine Fische oder Krebse entdeckt, dafür zahlreiche Wasserinsektenarten, die beim Auf- und Abtauchen atmosphärischem Sauerstoff atmen. Im Gegensatz dazu wiesen andere Proben aus sauberen Fließgewässern, in denen Fische und Krebse lebten, viel höhere Sauerstoffgehalte auf.

Als nach einer Abschlussbesprechung das erste VDA-Jugendcamp am Sonntagvormittag nach erlebnisreichen Tagen zu Ende ging, waren sich die Jugendlichen einig, dass sie sich beim nächsten VDAJugendkongress im Mai 2013 in Frankfurt wieder treffen und auch beim nächsten VDA-Jugendcamp auf jeden Fall wieder dabei sein wollten.

Quelle: ZZA 9/2012 Seite 28