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Sperlingspapageien

Kobolde im Haus

Vögel bringen Leben ins Haus - schon seit langem leben daher Vögel in der Gemeinschaft mit Menschen. Ihre optimale Pflege und auch Vermehrung ist Ansporn und Herausforderung. Krummschnäbler spielen eine besondere Rolle. Nicht die großen Papageien, sondern die kleinen - oft kaum auf den ersten Blick als Papageien erkennbar - sind es, die für die Heimtierhaltung interessant sind.

Erst in den letzten Jahrzehnten sind die Sperlingspapageien von vielen Vogelfreunden wieder entdeckt worden. Als Kinder der Tropen - ihre Heimat sind Steppen-, Busch- und Waldgebiete im westlichen Ecuador und Peru - stellen sie Ansprüche an Temperatur und Futter. Dabei sind die heutigen Sperlingspapageien, da es sich ausschließlich um Nachzuchten handelt, in den Haltungstemperaturen etwas toleranter. So sollten diese Vögel nicht längere Zeit in Außen-Volieren unter 10 °C gehalten werden. Ausnahmen gelten nur, wenn den Vögeln auch wahlweise temperierte Räume zum Aufenthalt zur Verfügung stehen.


Ein Zuchtpaar der Sperlingspapageien im Außenteil der Freivoliere. Das blaue Tier ist das Weibchen.

Bis zu sechs Eier können gelegt werden. Sie haben eine Länge von durchschnittlich 18,5 mm.

Ein männlicher Jungvogel im Außenteil der Freivoliere. Deutlich ist das blaue Flügelunterkleid zu erkennen.

Die Gattung Forpus, die der Sperlingspapageien, besteht nach SPITZER aus sieben Arten mit rund 14 Unterarten. Beliebte Pflegeobjekte sind die 1847 von LESSON beschriebenen Forpus coelestis, die Blaugenick- Sperlingspapageien. Sie haben aber auch Bezeichnungen wie Blaunacken-Sperlingspapagei, Lessons-Sperlingspapagei, Himmelspapagei oder auch Graurücken- Sperlingspapageien. Sie gehören zu den kleinsten bisher bekannten Papageien und erreichen Längen bis knapp über 12 cm. Sperlingspapageien sollten nicht alleine gehalten werden. Ideal sind zwei Tiere. Die Geschlechter sind leicht zu unterscheiden, die Männchen sind grün gefärbt, zeigen eine kräftige Blaufärbung im Nacken, auf dem Rücken und an den Flügelspitzen. Die Weibchen sind einfarbig grün, ohne jede Blaufärbung. Die Flügeldecken sind bei beiden Geschlechtern leicht grau gefärbt. Bei der blauen Farbvariante zeigen die Männchen ein blaues Erscheinungsbild mit grauen Flügeldecken und kräftig dunkelblau gefärbten Flügelspitzen, die Weibchen sind einheitlich blau. Seit der Haltung in Menschenhand gibt es bei Sperlingspapageien aber auch schon verschiedene Zuchtfarbvarianten.

Vögel, die nicht nur dem Züchter Freude bereiten

Die Zucht ist anmeldepflichtig und muss vom zuständigen Veterinäramt genehmigt werden. Sperlingspapageien leben monogam. Einmal verpaart, bleiben sie sich ein Leben lang treu. Aus diesem Grund brauchen sie, wenn sie mit anderen Artgenossen zusammen gepflegt werden, einen geräumigen Lebensraum, um bei Streitereien einen größeren Fluchtweg nutzen zu können.

Diese Zimmervoliere mit den Maßen 1,40 L x 45 T x 1,80 m H bietet einem Pärchen mit zwei männlichen Jungtieren ausreichend Platz.

Die Pflege dieser "kleinen Kobolde" ist sehr einfach, wenn einige Voraussetzungen erfüllt sind. Meine Sperlingspapageien werden im Winter im geheizten Wintergarten gepflegt. Ein Pärchen mit zwei männlichen Jungtieren leben in einer Voliere (1,40 Lx 45 T x 1,80 m H). Das zweite Pärchen in einem Kastenkäfig von 140 cm Länge, 50 cm Tiefe und 60 cm Höhe. Wenn die Außentemperaturen im Frühjahr nicht mehr unter 10 Grad absinken, werden alle Vögel in die Außenvoliere umgesiedelt. Sie befindet sich in einem abgeteilten Anbau (2,20 verglast x 1,30 x 2,10 m H.) mit Freivoliere (1,20 x 1,20 x 2,40 m H.). Diese kann durch einen Durchlass jederzeit erreicht werden.

Die Innengestaltung mit Ästen von Obstbäumen, Haselnuss und Vogelbeersträuchern und dicken Seilen bleibt der Fantasie des Pflegers überlassen. Es sollten aber immer noch ausreichend Flugmöglichkeiten vorhanden sein. Sperlingspapageien klettern gerne. Die Rinde der Äste wird in kurzer Zeit vollständig abgeschält. Ferner gehören vier Nistkästen (Wellensittichnistkästen) mit Kleintierstreu zur Ausstattung. Ein Futterautomat mit Sperlingspapageienfutter, der innerhalb kurzer Zeit geleert wird, Kolbenhirse, gekeimte Körner und ein großer Wasserautomat gehören ebenfalls dazu. Obst, Gemüse, Vogelmiere, Wildsämereien, Hagebutte und Vogelbeeren stehen, je nach Jahreszeit, auf dem Speiseplan. Der Volierenboden wird mit Torf, Sägespänen und an einigen Stellen mit Vogelsand abgedeckt. Sperlingspapageien sind Versteckbzw. Höhlenbrüter. Zur Fortpflanzungszeit suchen sie Höhlen auf. Dort werden bis zu 6 Eier, etwa 18,5 mm groß, gelegt. Man sollte die nicht befruchteten Eier, die man über einer starken Lichtquelle als solche erkennen kann, aussortieren, da das Weibchen nicht alle Eier gleichzeitig bebrüten kann. Die Brutdauer beträgt 21 Tage. In dieser Zeit ist das Männchen auch öfters im Nistkasten zu finden.

Der Blick in den inneren Außenteil der Freivoliere zeigt den großen Freiraum für die Sperlingspapageien.

Etwa zehn Tage nach dem Schlupf werden die Vögel beringt. Später können die geschlossenen Ringe nicht mehr angelegt werden, da die Beine zu dick geworden sind. Eine Tätigkeit, die sehr viel Geschick vom Pfleger erfordert. Nach rund fünf Wochen verlassen die Jungvögel den Nistkasten. Während dieser Zeit und auch noch nach dem Verlassen der Bruthöhle werden sie von den Altvögeln gefüttert. Für die Hygiene im Nistkasten sollte der Pfleger aber Hilfestellung leisten, indem er täglich die Ausscheidungen der kleinen Blaugenick- Sperlingspapageien beseitigt. Unterlagen aus weichem, Feuchtigkeit aufsaugendem Küchenpapier haben sich bewährt. Sauberkeit ist bei der Pflege, besonders bei der Aufzucht, höchstes Gebot.

Der Lohn sind gesunde, vitale Vögel, die nicht nur dem Züchter Freude bereiten.

Quelle: ZZA 10/2012 Seite 16