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Erster "Gasthof für Heimtiere" im Wetterau-Kreis eröffnet Mit drei Sternen
Eine Tierpension besonderer Art: Die Familie Vogler im Haide Hof bei Münzenberg (Wetterau-Kreis) eröffnete unter dem Logo "HEIM-TIER-LAND" einen "Gasthof für Heimtiere". Systemgeber ist die Theisen KG. Agraringenieur A. Josef Theisen, der im wesentlichen mit dem Vertrieb von Heimtiernahrung beschäftigt ist, hatte die Idee. Bei der Umsetzung zu einem Franchisesystem half Dr. Stephan Dreyer, Fachberater der Marketingagentur Dr. Seibold KG und Heimtiersachverständiger. Gasthöfe für Heimtiere, so Dr. Dreyer, helfen dem Zoofachhandel "ein Problem zu lösen". Hier können Tiere aller Mt auf Zeit untergebracht werden. Besser als in Tierheimen und -asylen, die oft nicht den Kundenwünschen entsprechen.
Im Jahr 1998, so hofft Dreyer, lassen sich deutschlandweit weitere fünf solcher Gasthöfe für Heimtiere eröffnen. Generell, so meint er, "müßten zehn pro Jahr möglich sein". Für die Landwirte, die aus dem ein oder anderen Grunde keine Chance haben, sich mit "Ferien auf dem Bauernhof" ein Zubrot zu verdienen sie die Idee von den Bauernhof-Ferien für Tiere reizvoll. Hier eröffne sich ihnen eine Nebenerwerbsquelle, sie könnten sich ein zweites Standbein neben der Landwirtschaft schaffen. Dabei werden die erste Tierpension und alle weiteren, die folgen sollen, gleiche Preise haben: Katze in der Gruppenunterkunft 10 DM am Tag in Einzelhaltung 12 DM, kleiner Hund bis 12 Kilo Lebensgewicht 10 DM über 30 Kilo 18 DM, Spaziergänge extra. Vögel - die im eigenen Vogelheim angereist kommen - 3 bis 5 DM, ähnlich die Nager. Grundsätzlich sollen die Gasthöfe alle Heimtiere aufnehmen - auch Kleinsäuger vom Hamster bis zum Kaninchen und sogar Freizeitpferde.
Im Fall des Haide-Hofs war es das größte Problem die Nutzungsänderung genehmigt zu bekommen, sowie alle sonstigen bürokratischen Hürden zu nehmen. Für das System, so heißt es müsse das Ambiente stimmen damit eine reelle Chance auf gute Auslastung entsteht. Wenn zu dem Großstädte in der Nähe sind - im Falls des Haide-Hofs gehört auch der Norden Frankfurts noch zum Einzugsgebiet, dann läßt sich darauf hoffen, daß zahlungskräftige Heimtierhalter von dem Angebot Gebrauch machen, ihr Tier in Zeiten des Urlaubs oder Krankheit gut unter zu bringen.
Handzettel, die der Zoofachhandel auslegen kann, um auf den Gasthof für Heimtiere aufmerksam zu machen, gehören zum Marketing, das der Systemgeber zur Verfügung stellt. Zum Beraterteam der Theisen KG zählt außer Dr. Dreyer auch ein Architekturbüro unter der Leitung von Dipl. Ing. Rosina Riegler. Das Team, so wird versichert kennt den Markt, die Erfordernisse für Ein- und Umbauten. Und klärt auch über den günstigsten Systemeinstieg auf. Im Fall des Haide-Hofs wurden 80.000 Mark investiert. Bei anderen baulichen Voraussetzungen ändern sich die jeweils erforderlichen Aufwendungen. Die "kleine Futterkammer mit Verkauf" mag in den Augen des Zoofachhandels ein Schönheitsfleck sein. Wie Dreyer versichert guckten die meisten darüber großzügig hinweg. Wettbewerb, so meint Dreyer, entstünde hier nicht und sei auch in Zukunft nicht geplant.
Quelle: ZZA 1/1998 Seite 36 |