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Heim-Tier & Pflanze fand zum dritten Mal im Rahmen der Internationalen Grünen Woche Berlin statt

Vielfältiges Aktionsprogramm

Für alle Heimtierfreunde und Pflanzenliebhaber bot die Messe Berlin zum dritten Mal zur Internationalen Grünen Woche ein besonderes Zusatzangebot: die Heim-Tier & Pflanze mit zahlreichen Sonderschauen, einem vielfältigen Aktionsprogramm sowie kurzweiligen Wettbewerben. Mehr als ein Drittel aller Grüne Woche-Besucher (36 Prozent) informierte sich über die quicklebendige Heimtierschau in Halle 2.2 unter dem Berliner Funkturm. Über 162.000 Besucher (1997: 130.000) strömten in Berlins größten Heimtierzoo (+25%). Wie die Besucherbefragung eines unabhängigen Marktforschungsinstitutes ergab, reiste etwa jeder zweite Ausstellungsbesucher mehr als hundert Kilometer nach Berlin an.

Mit 84 kommerziellen Ausstellern sowie 82 Vereinen und Verbänden war die gesamte Heimtierwelt in Berlin präsent. Mit einem besonders repräsentativen Stand beteiligte sich der Zentralverband Zoologischer Fachgeschäfte Deutschlands, ZZF, an dem auch Präsident Klaus Oechsner die Fragen der Heimtierfreunde beantwortete. Die Veranstalter der Heim-Tier & Pflanze waren wieder die Wirtschaftsgemeinschaft Zoologischer Fachbetriebe, die Hobby, Tier & Pflanze GbR sowie die Messe Berlin GmbH.

Zum Erfolg der Heim-Tier & Pflanze trug auch bei, daß die Messe Berlin erstmals mit zwei Familientagen sowie Happy-Hour-Karten preisgünstige Varianten offerierte. Insgesamt zeigten sich rund 8.000 Heimtiere von ihrer schönsten Seite. Darunter überwiegend die unterschiedlichsten Zierfische aus heimischen und tropischen Gewässern. Der Besucherrekord in diesem Jahr läßt sich auch durch den entschieden günstigeren Standort der Heim-Tier & Pflanze erklären: Durch den Ausbau des Berliner Messegeländes stand die Halle 2.2 im Südteil des Geländes zur Verfügung. Da die Halle 2 über einen eigenen Eingang verfügt und auch der vorgelagerte S-Bahnhof Eichkamp zur Grünen Woche wieder an das Verkehrsnetz angeschlossen worden war, bestand ein direkter Zugang zur Heim-Tier & Pflanze. Viele Besucher sahen sich zunächst die Heimtierschau an, um dann den Rest ihrer Zeit auf der Grünen Woche zu verbringen. Dazu kam: Eine der größten Publikumsattraktionen der Grünen Woche, die Internationale Blumenhalle, lag dicht bei der Heim-Tier & Pflanze. Die Grünbereiche beider Veranstaltungen zog Publikum auf die Heim-Tier & Pflanze, das der Heimtierhaltung sicherlich prinzipiell offen gegenüber steht, sich aber (noch) nicht mit der Heimtierhaltung befaßt hat. Ein Gütezeichen der Heim-Tier & Pflanze ist seit Jahren die bunte und schillernde Welt der Zierfische aus Meeren, Flüssen und Teichen aller Kontinente, die in Umfang, Qualität und Artenvielfalt auf vergleichbaren Ausstellungen in Europa einzigartig ist. Wie man sich an wahren Unterwasserparadiesen auch im häuslichen Bereich erfreuen kann und welches kreative Hobby mit der Aquaristik verbunden ist, erläuterten mehr als 20 Vereine - angefangen vom Verein für Aquarien- und Terrarienkunde Humboldtrose 1912 über Natur im Heim oder Betta splendens e.V., Schöneberg oder Aquarienfreunde Berlin-Tegel.

Erstmals wurde in Berlin auf den 6.045 Quadratmetern Brutto-Hallenfläche genau der Werbeeffekt erzielt, den man sich bereits in den Vorjahren gewünscht hatte. Zu den Vorführungen, Demonstrationen und Aktionen an allen Veranstaltungstagen kamen Tausende von Besuchern, darunter viele Familien mit Kindern. Und die stellten fest, daß es wirklich sehr viel zu sehen und zu erleben gab: Allein 50 Hunderassen wurden im Verlauf der Ausstellung vorgeführt. Haus- und Rassekatzen zeigten sich von ihrer schönsten Seite. Die nach wie vor in Europa auf vergleichbaren Ausstellungen noch nie gesehene Terrarienschau zeigt wahre Tierparadiese.

Dazu trug übrigens auch der ZZF bei. Er vermittelte Wissen um die Lebensgewohnheiten von Terrarientieren und demonstrierte gleichzeitig wie man diesen Heimtieren einen Lebensraum schaffen kann, der Tier und Mensch gleichermaßen erfreut. Zusätzlich lief am Stand des ZZF ein Wettbewerb, bei dem es darum ging. das Aquarium des Jahres 1998 zu wählen. Die Aktion fand gemeinsam mit Eheim und Tetra statt. Die ausgestellten Schauaquarien zeigten typisch gestaltete Biotope fremdländischer Gewässer mit charakteristischen Pflanzen. Die Besucher hatten auf einer vorbereiteten Karte das Aquarium zu wählen, das ihnen am besten gefiel. Als Gewinn lockte ein Komplettaquarium mit dem Lieblingsbiotop, Aquariensets, Bücher, T-Shirts und vieles andere mehr.

Am ZZF-Stand aufgestellt war auch einer der Eheim-Monitore, die bei Berührung des Bildschirms durch die Welt der Aquaristik führen. Eine interessante Informationsquelle für die Besucher, die ja auch in Zoofachgeschäften als Verkaufshilfe zu finden ist. In Berlin ließ sich feststellen, daß einiges am Programm noch verbesserungsbedürftig ist. Dazu gehören auch die Rechengeschwindigkeiten, die heute noch als zu lang erscheinen. Muß der Besucher zu lange auf die Beantwortung seiner Frage warten, dann verliert er leicht die Lust an der Angelegenheit. Eine Situation, die sich in Zoofachgeschäften auch nicht anders darstellen dürfte. In jedem Fall war auch der Eheim-Beitrag ein Schritt zu "verantwortlichem Umgang mit Heimtieren". Dazu Präsident Oechsner in Berlin: "Es sind nicht nur Paragraphen, die sich ändern müssen, sondern vor allem die Einstellung der Menschen gegenüber den Tieren."

Äußerst beliebt bei den jüngsten Messebesuchern war auch das Schaubrüten von Hühnerküken.

Die in bundesdeutschen Haushalten zahlreich vertretenen Kleinnager wie Hamster, Meerschweinchen und Mäuse, aber auch ungewöhnliche wie Frettchen und Ratten flitzten und huschten durch besonders eingerichtete Behausungen. So brachte der Rattenclub Berlin Brandenburg den Besuchern die Ratte als Heimtier nah. Die Freunde der Reptilien kamen bei Echsen, Grünen Leguanen und Schlangen, Geckos, Land- und Wasserschildkröten auf ihre Kosten. Die allesamt und hier sind die Aussteller besonders zu loben in ungewöhnlich großzügigen und besonders naturnah gestalteten Behältnissen gezeigt wurden. So kam auch Lob von der Tierärztekammer Berlin, die sich an der Ausstellung ebenfalls beteiligte: Während der Heim-Tier & Pflanze untersuchte man kranke und krankheitsverdächtige Aquarienfische und verwies zur Behandlung an spezialisierte Tierärzte.

Das umfangreiche Produktangebot der führenden Hersteller von Heimtiernahrung, Pflegemitteln und Zubehör, darunter Unternehmen wie Tetra, Sera, Vitakraft, Eheim, Müller und Pfleger wurde in seiner gesamten Vielfalt vom regionalen Zoofachhandel angeboten. Dem Publikum wurden vorbildliche Tierbehausungen aller Art, Fertignahrung für alle Arten von Heimtieren sowie Zubehör für die artgerechte Heimtierhaltung nahe gebracht. Auch Berlin war eine Verkaufsmesse, denn die meisten Bedarfsartikel für die Heimtierhaltung und die Pflanzenpflege konnten direkt bei den Ausstellern gekauft werden. Doch Berlin war auch die Messe des gepflegten Verkaufs: Dank der Unterstützung der Industrie hatten die Zoofachhändler äußerst attraktive Stände aufgebaut. Waren wurden gut präsentiert und keineswegs aus dem Karton verramscht eine Unsitte, die leider auf vielen anderen Publikumsmessen weit verbreitet ist. Zoo Wendland hatte unter den kommerziellen Ausstellern übrigens einen der attraktivsten Stände aufgebaut. Seine großzügig gestaltete Freiflugvoliere mit Wellen- und Großsittichen war einer der interessantesten Blickfänge der Heim-Tier & Pflanze.

Grünende und blühende Gewächse für das Zimmer, den Balkon und den Garten gaben einen Vorgeschmack auf den Frühling. Ein speziell gestalteter Wassergarten, sehenswerte Bonsai- und Orchideen-Schauen gaben einen Eindruck von den kreativen Möglichkeiten dieser Freizeitbeschäftigung. Das Pflanzenschutzamt Berlin ließ keine Fragen über Pflege und Behandlung von Gewächsen in Vasen, Blumentöpfen, Blumenkästen und Beeten offen. Dazu boten kommerzielle Aussteller aus dem Gartenbereich die geeigneten Pflanzen und Sämereien an.

Darüber hinaus reichte das Produktangebot kommerzieller Aussteller von Pflanzenbehältnissen aller Art über Dünge- und Pflegemittel bis hin zu Gartenausstattung. Hier hatte die Messeleitung klug einen Branchenmix herbeigeführt, der beim Publikum hervorragend ankam.

Auch die Artenschutzausstellung "Bedrohte Natur weltweit schützen" der Senatsverwaltung für Umwelt machte sich auf der Heim-Tier & Pflanze sehr gut. Sie bot ein Programm speziell für Schulklassen an das anderswo zum Nachahmen empfohlen werden kann. Insgesamt kamen 24.500 Schüler von 980 Klassen aus Berlin und Brandenburg in die Messehallen unter dem Berliner Funkturm. Die Jungen und Mädchen fanden praxisnahe Beispiele für den Unterricht, die sowohl dem Arten- als auch dem Tierschutz galten. Bleibt zu hoffen, daß die Schulkindern im Unterricht auch über den Oechsner-Ausspruch nachdenken, wonach "ideologisch einseitig motivierte Stellungnahmen zum Tierschutz ohne Sachverstand" unter Umständen den verantwortlichen Umgang mit Heimtieren verhindern.

In Berlin wurden aber auch Zahlen genannt: Wie aus den aktuellen Erhebungen des Industrieverbandes Heimtierbedarf e.V. (IVH) hervorgeht, lebten 1996 in Deutschland 23,6 Millionen Heimtiere (ohne Zierfische) in 12,3 Millionen Haushalten, das heißt, rund ein Drittel aller Haushalte (34 Prozent) hält ein Heimtier. 6,2 Millionen Katzen, 5,1 Millionen Hunde, 5,1 Millionen Ziervögel (zusätzlich 3,6 Mio. Volierenvögel und Vögel in der Aufzuchthaltung), 4 Millionen Kleintiere, vor allem Hamster, Meerschweinchen und Zwergkaninchen, sowie Zierfische in 3,2 Millionen Aquarien waren 1996 in deutschen Haushalten vertreten. Der Jahresumsatz 1996 des Heimtierbedarfsmarktes in Deutschland betrug insgesamt 4,4 Milliarden DM. Er setzen sich zusammen aus den Umsätzen für Fertignahrung (3,2 Milliarden DM) sowie Bedarfsartikel und Zubehör (1,2 Milliarden DM). Der Markt für Heimtier-Fertignahrung erzielte seine Umsätze vor allem mit Hunde- (1,2 Mrd. DM) und Katzenfutter (1,3 Mrd. DM). Hinzu kommen 304 Millionen DM für Ziervogelfutter, 109 Millionen DM für Zierflschfutter sowie 127 Millionen DM für sonstige Heimtier-Fertignahrung. Die Bundesbürger gaben 1996 bei den Heimtier-Bedarfsartikeln rund 214 Millionen DM für Hunde, 250 Millionen DM für Katzen, 204 Millionen DM für Katzenstreu, 134 Millionen DM für Ziervögel, 351 Millionen DM für Zierfische sowie 112 Millionen DM für Kleintiere und andere Heimtiere aus.

Quelle: ZZA 2/1998 Seite 14