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Aquaristik
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Welche Fische sind für das Anfängeraquarium geeignet?

Guppys sind nichts für Einsteiger

Inspiriert durch eine Aquarienschau oder das Aquarium eines Freundes keimt bei Jugendlichen aber auch bei Menschen zwischen 30 und 60 der Wunsch nach einem Aquarium auf. Als sogenannte Anfänger, also Leute, die den ersten Schritt auf neues Parkett wagen, betreten sie das Zoofachgeschäft.

von Manfred Bachmann

Ein Aquarium ist schnell ausgesucht, für den Jugendlichen oft das Einsteigerset, 60 x 30 x 30 Zentimeter, dem ein paar Mark Mehrverdienenden wird ein Aquarium von mindestens 80 Zentimetern Kantenlänge angeboten. Mies notwendige Zubehör und die Wasserpflanzen sind ausgesucht, wie das Aquarium für die neuen Bewohner vorbereitet wird ist erläutert, nach fünf Tagen steht der "Neukunde" wieder im Geschäft. Er will die richtigen "Anfängerfische".

Gibt es die überhaupt, fragt man sich als gestandener Aquarianer? Ja, es gibt sie, mehr als man annimmt. Sie sollen unkompliziert und schön sein, keine großen Ansprüche stellen, sich schnell vermehren, und, und, und...

Nach Guppys wird häufig zuerst gefragt. Hochzuchtguppys sind anpassungsfähig und heißen nicht umsonst "Millionenfische". Doch der Guppy in seinen heute angebotenen prächtigen Zuchtformen ist kein Anfängerfisch. Für den "Neueinsteiger" gibt es bessere. Zum Beispiel:

Kardinalfisch, Tanichthys albonubes

Ein munteres Fischchen, aus Südchina stammend, laicht im Schwarm in feinfiedrigen Pflanzen ab und frißt die geschlüpften Jungen, die wie kleine Neons leuchten, nicht gleich auf. Die Balz ist imposant und noch attraktiver bei den Venusfischen, einer Lokalvarietät des Kardinalfisches. Zur Information: Die Venusfische haben größer, schöner gefärbte Flossen, die sie bei der Balz entsprechend spreizen.

Danios

Vom Habitus ähnlich und ebenso unkompliziert sind Danios, Brachydanio frankei, möglicherweise eine Aquarienmutante, oder Brachydanio nigrofaciatus mit seiner markanten Körperzeichnung und Brachydanio rerio: Alle drei sind für kleine Becken gut geeignet.

Zebrabärbling, Brachydanio rerio

Der Zebrabärbling, Brachydanio rerio, ist ebenso ein geeigneter Anfängerfisch. Er ist wie die anderen Danios ein Schwarmfisch, ist relativ klein, in den Geschlechtern gut zu unterscheiden, laicht willig ab, stellt allerdings dem Laich und auch frisch geschlüpften Fischen nach. Für den Neueinsteiger mit dem 60-Zentimeter-Becken eignen sich natürlich auch kleinbleibende Barben, Lebendgebärende Zahnkarpfen und Panzerwelse.

Fünfgürtelbarbe, Barbus pentazona

Die Fünfgürtelbarbe, Barbus pentazona, ein aus Malaysia und Indonesien stammendes, fünf Zentimeter groß werdendes Fischchen, mit - vor allem in der Laichzeit prächtig gefärbten Männchen.

Die Bitteringsbarbe, Barbus titteya, aus Sri Lanka stammend, bleibt ebenso klein wie die vorgenannte Art. Die gelblich-rötlichen Weibchen und die kräftigen roten Männchen werden heute in den Züchtereien massenhaft nachgezogen. Sie können auch paarweise dem Kunden angeboten werden.

Lebendgebärende Zahnkarpfen

Von den Lebendgebärenden Zahnkarpfen sind vor allem die verschiedenen Zuchtformen der Platys und Black Mollys für das Anfängeraquarium geeignet.

Panzerwelse

Zwei Panzerwelse aus dem großen Welsangebot sind empfehlenswert: der Goldstreifenpanzerwels, Corydoras aeneus und der marmorierte Panzerwels, Gorydoras paleatus, beide kleinbleibende, unkomplizierte Südamerikaner, die gern in Trupps den Beckenboden "beschnüffeln".

Anfängerfische für das 100-Liter-Becken

Für das 100-Liter-Becken kommen auch größere Arten in Betracht, die heute durchaus als Anfängerfische bezeichnet werden können. Von den Labyrinthfischen zum Beispiel der Zwergfadenfisch, Colisa lalia, und seine prächtigen Zuchtformen. Der Blaue Fadenfisch, Trichogaster trichopterus und seine Unterarten Trichogaster trichop terus samatranus und Trichogaster trichopterus trichopterus, sind möglichst paarweise anzubieten und bei Temperaturen über 25 Grad Celsius kann der "Neuaquarianer" bald erleben, wie das Schaumnest gebaut wird und die Fische laichen.

Buntbarsche

Auch einige Buntbarsche sind dem Anfänger zu empfehlen, so die Stamm- und Zuchtformen des Skalares, Pterophyllum skalare. Ein Paar ist sicher ausreichend, da die Fische mehr als handtellergroß werden. Weiterhin sind geeignet: der Türkisblaue Trüpfelbuntbarsch, Aequidens curviceps und sein naher Verwandter, der Rote Tüpfelbuntbarsch, Aequidens dorsiger. Es sind Arten mit einer Körpergröße von fünf bis zehn Zentimetern mit erträglichen Verhaltensweisen. Von den Kleinen Buntbarschen soll auch noch ein alter Bekannter aus Afrika, der Purpurprachtbarsch, Pelvicachromis pulcher, erwähnt werden.

Für diese Buntbarsche ist eine spezifische Dekoration notwendig, die aber von jedem Zoofachhändler variantenreich angeboten werden kann.

Schwertträger für mittelgroße Becken

Beliebt und durchaus für mittelgroße Becken geeignet, sind alle Zuchtformen des Schwertträgers, Xiphopherus helleri, die Stamm- und Zuchtformen der Mollys und natürlich aus etwas größere Barben, darunter die Prachtbarbe, Barbus conchonius, die Purpurkopfbarbe, Barbus nigrofaciata, die Sumatrabarbe, Barbus tetrazona und ihre prächtigen Zuchtformen (allerdings muß man auf das Flossenzupfen aufmerksam machen).

Man sieht, eine Vielzahl von Arten können dem Neueinsteiger angeboten werden, die ihm Freude bereiten. Er wird somit für den Zoofachhändler ein Kunde auf Dauer.

Quelle: ZZA 2/1998 Seite 48