16. Deutscher Tierschutzpreises__Tierschützer für herausragendes Engagement ausgezeichnet

Angela Schmidt, Vorsitzende des Vereins Tierhilfe Streuner & Co., freut sich gemeinsam mit ihrem Mann Dirk Schmidt über den ersten Platz. Foto: Deutscher Tierschutzbund

In Düsseldorf kümmert sich der Verein Tierhilfe Streuner & Co. um Obdachlose und deren Hunde. Dafür gab es jetzt den Deutschen Tierschutzpreis. Weitere Preisträger helfen notleidenden Eichhörnchen, blinden Pferden oder behinderten Wellensittichen.

Der Deutsche Tierschutzbund hat gemeinsam mit den Futtermarken Whiskas und Pedigree sowie den Zeitschriften Funk Uhr und Super TV Menschen und Projekte mit dem Deutschen Tierschutzpreis geehrt. Den ersten Platz belegte das Projekt „Düsseldorfer Streetdogs“ des Vereins Tierhilfe Streuner & Co. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Jaqueline Gräfe vom Verein Eichhörnchen Notruf aus Dresden und die Greifvogelauffangstation Fürth. Tierschützerin Andrea Rücker aus Altenburg (Thüringen) wurde für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

In der diesjährigen Sonderkategorie „Tiere mit Handicap“ ging der Preis an die Stiftung De Hun’nehoff aus Schneverdingen (Niedersachsen), die IG Blinde Pferde aus Bad Berleburg (Nordrhein-Westfalen) und den Verein Hürdenwellies mit Sitz in Gelsenkirchen. Merwel Otto-Link erhielt für ihre Igelpflege Rotenburg/Wümme (Niedersachsen) den Leserpreis der Zeitschriften Funk Uhr und Super TV. Wegen der Corona-Pandemie wurden die Preisträger in diesem Jahr digital geehrt.

"Voller Herzblut und mit Verstand"

„Die Preisträgerinnen und Preisträger leisten herausragende, vorbildliche Tierschutzarbeit. Es macht jedes Jahr aufs Neue Mut und Hoffnung, zu sehen, wie sich Menschen voller Herzblut und mit Verstand für die Tiere einsetzen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Wir hoffen, dass andere sich davon inspiriert fühlen – auch als Einzelner oder mit einem kleinen Team kann man so viel Gutes für unzählige Mitgeschöpfe bewirken.“

Über ein Preisgeld von 3.000 Euro für den ersten Platz konnten sich Angela Schmidt und ihr Team des Vereins Tierhilfe Streuner & Co. freuen. Mit ihrem Projekt „Düsseldorfer Streetdogs“ unterstützen sie Obdachlose und ihre Hunde durch Futter- und Sachspenden. „Tiere brauchen Menschen, aber Menschen eben auch Tiere. Das gilt insbesondere für die Bedürftigen dieser Gesellschaft. Für sie ist das Tier oft die letzte Brücke hinein in die Gesellschaft – die letzte soziale Verbindung“, sagte Schröder und lobte das vorbildliche Engagement der Tierschützer. Seit vier Jahren besucht das Streetdogs-Team die Wohnungslosen an ihren Schlafplätzen und verteilt je nach Bedarf Futter.

Für Eichhörnchen in Not

Den zweiten Platz, dotiert mit 2.000 Euro, erhielt Jaqueline Gräfe aus Dresden für ihren Einsatz im Verein Eichhörnchen Notruf. Mit einem deutschlandweiten Servicetelefon und dem bundesweiten Netzwerk von Ansprechpartnern und Auffangstationen kann der Verein überall dort Hilfe leisten, wo ein Eichhörnchen in Not ist. Gräfe und ihre Mitstreiter setzen sich außerdem aktiv gegen die Zucht und Haltung von Eichhörnchen ein, schützen die Wildtiere in ihrem natürlichen Lebensraum und leisten wichtige Aufklärungsarbeit in den Medien, an Infoständen, in Kindergärten und Schulen. Gräfes Engagement trage ein „großes Stück für die gesamte Arbeit zum Schutz der Eichhörnchen“ bei, betonte Schröder.

Den mit 1.000 Euro dotierten dritten Platz belegte die Greifvogelauffangstation Fürth von Hans Kurt Hussong und Tierarzt Dr. Rainer Hussong. Vater und Sohn nahmen in den vergangenen 20 Jahren mit steigender Tendenz über 700 Greifvögel und Eulen auf und wilderten diese nach erfolgreicher Behandlung wieder aus. „Das ist gelebter praktischer Tierschutz“, so Tierschutzbund-Präsident Schröder. Durch Vorträge und Führungen macht die Station außerdem auf die Probleme aufmerksam, die Greifvögel heute in der Natur haben, und leistet so wichtige Aufklärungsarbeit.

Aktivistin der ersten Stunde

Den Tierschutzpreis für das Lebenswerk, ebenfalls dotiert mit 1.000 Euro, erhielt Andrea Rücker aus Altenburg in Thüringen für ihren über 30-jährigen Einsatz im Tierschutz. Rücker machte sich direkt nach der Wende als Aktivistin der ersten Stunde im Tierschutz verdient und legte als Gründerin des Tierschutzvereins Altenburg und des ersten dazugehörigen Tierheims den Grundstein für die organisierte Tierschutzarbeit in Altenburg und Umgebung. Dank ihres 2010 gegründeten Vereins „Hoffnung für Wildenten, Schwäne und Co.“ konnte außerdem vor allem den Wasservögeln am Altenburger Teich geholfen werden. „Dank Andrea Rücker können die Tiere dort artgerecht gefüttert werden, sich über einen sauberen See, eine aufgeklärte Bevölkerung und eine immer wachsame Beschützerin freuen“, so Laudatorin Stefanie Hertel. Die Sängerin und Tierschutzbotschafterin des Tierschutzbundes konnte sich von Rückers Engagement bereits während mehrerer TV-Shows in Altenburg selbst überzeugen. „Der Altenburger Tierschutz wäre ohne sie nicht derselbe.“

Blinde Pferde, lahme Hunde

In der diesjährigen Sonderkategorie ehrte die Jury drei Vereine, die sich Tieren mit Handicaps widmen: Die IG Blinde Pferde gibt Pferden eine zweite Chance, die durch eine Augenerkrankung teilweise oder ganz erblindet sind. Die Stiftung De Hun’nenhoff schenkt gelähmten Hunden ein neues Zuhause und der Verein Hürdenwellies kümmert sich in seinen Pflegestellen um erkrankte und behinderte Wellensittiche mit besonderen Bedürfnissen. Schröder bedankte sich für das besondere Engagement: „Sie sorgen sich um Tiere, die sonst möglicherweise keine Chancen auf ein gutes Leben hätten.“ Jeder der Vereine erhält 250 Euro aus dem Feuerwehrfonds des Deutschen Tierschutzbundes. Die Wellensittiche als auch die Hunde bekommen zudem eine Futterspende.

Die Programmzeitschriften Funk Uhr und Super TV haben zum zweiten Mal auch ihre Leserschaft über einen Gewinner abstimmen lassen, der ebenfalls 1.000 Euro erhielt. Der Großteil der Leser wählte aus fünf Projekten Merwel Otto-Link und ihren Verein Igelpflege Rotenburg/Wümme. Ihr Verein konzentriert sich auf die Pflege verletzter Igel und leistet zusätzlich wichtige Aufklärungsarbeit. Denn gefährlich werden den kleinen Tieren vor allem Mähroboter, die insbesondere nachts unbedacht zum Einsatz kommen.