Snack-Markt__Mehr als nur ein kleiner Bissen

Snacks haben sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Element der Heimtierversorgung entwickelt. Viele Halter schwören auf die Zwischenmahlzeiten und gönnen ihren tierischen Lieblingen gerne und oft eine Kleinigkeit. Die Snacks sollen gesund sein und dem Tier schmecken. Für die Unternehmen der Branche ist das eine stabile Geschäftsbasis.

Seit fast 40 Jahren arbeitet Sabine Lamm im Zoofachgeschäft „Irene’s Laden“ in Rüdesheim. Sie hat schon viele Trends kommen sehen, manche auch wieder gehen. Was sie in den zurückliegenden Jahren aber stets beobachten konnte, war die Lust der Halter, für ihre Tiere Snacks zu kaufen. „Wir im Rheingau sind vielleicht etwas konservativer als die Menschen in anderen Regionen“, sagt Lamm. Für den Alltag im Geschäft bedeutet dies auch, dass sie sich auf die stetige Nachfrage im Snack-Segment verlassen kann.

In „Irene’s Laden“ kaufen überwiegend Stammkunden ein und die kommen eben auch für die kleinen Leckereien nach Rüdesheim. Und dann wissen sie auch genau, was sie wollen: Sie fragen hochwertige Snacks nach, die auch mal etwas teurer sein dürften, sagt Lamm. „An Qualität wird nicht gespart, dann kaufen Kunden lieber mal ein Pack weniger.“ Sie achten beim Kauf durchaus auf die Inhaltstoffe und bevorzugen Naturprodukte und reine Fleischsnacks. Vegetarische Snacks fristen in „Irene’s Laden“ eher ein Nischendasein.

„Da ist früher viel mehr gegangen“

Insgesamt zeigt sich Lamm zufrieden mit dem Snack-Geschäft der vergangenen Monate. Lediglich bei Kleinsäugern und Vögeln sei das Geschäft rückläufig. „Da ist früher viel mehr gegangen“, sagt sie. Aktuelle Zahlen aus einer Marktstudie des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe und des Industrieverbandes Heimtierbedarf zeigen, dass nur 61 Prozent der Kleintierhalter und 73 Prozent der Vogelhalter im vergangenen Jahr zusätzlich Snacks verfütterten.

Anders bei den großen Marktsegmenten Hund und Katze. Bei den Katzen sind es 81 Prozent der Halter, die ihren Tieren im Jahr 2024 Snacks gönnten. Dieser Wert ist im Vergleich zum Jahr zuvor stabil. Noch höher der Wert beim Hund: 90 Prozent der Hundehalter griffen im Handel zu Snacks, ein Jahr zuvor waren es sogar 91 Prozent. 

„Snacks gehen einfach gut“, sagt auch Stephan Fumy vom Zoo & Co. in Höchstadt an der Aisch. In seinem Geschäft steigere sich der Umsatz für Katzen- und Hundesnacks sogar. Aber auch Fumy beobachtet, dass die Nachfrage für Kleinsäuger und Vögel sinkt. Das stimmt überein mit den in erwähnter Studie sinkenden Bestandszahlen in diesen Marktsegmenten.

Gekauft wird kalorienbewusst

Auch die Kunden in der unterfränkischen Kleinstadt schauen genau auf die Inhaltsstoffe der Produkte. Gekauft wird kalorienbewusst, weil Snacks ja immer auch zusätzliche Mahlzeiten zum alltäglichen Speiseplan sind. Die Kunden achteten darauf, dass die Snacks für ihr Tier gut verträglich sind, gerne aus Zutaten von Lamm, Ziege oder Strauß, so Fumy.

Für den Alltag im Geschäft bedeutet das, dass die Verkaufsgespräche auch für Snacks mitunter beratungsintensiv geführt werden müssen, weil die Tierhalter es ganz genau wissen wollen und viele Fragen haben, bevor sie bei einem neuen Produkt zugreifen. Gut für das Tier, aber letztlich auch gut fürs Geschäft, denn hier zeigt sich wieder der Wettbewerbsvorteil, den der stationäre Zoofachhandel gegenüber Lebensmitteleinzelhandel und E-Commerce genießt. Tierbedarf zu verkaufen, verlangt fundierte Kenntnisse, das ist bei Snacks nicht anders.

Dominic Heitz