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Ziervögel brauchen
Frischfutter
Eine ausgewogene Ernährung sorgt bei Welli & Co. nicht nur für Abwechslung,
sondern auch für ein gesundes, vitales Vogelleben. Der ZZF - Zentralverband
der Heimtierbranche empfiehlt, das Basisfutter aus Körnern und Samen zusätzlich
um Frischkost zu ergänzen. Der Zoofachhandel kann hier beraten.
„Um Ziervögel ausreichend mit Vita-
minen, Mineralstoffen und anderen
wichtigen Substanzen zu versorgen,
sollte ihnen täglich auch frisches Fut-
ter gereicht werden“, erklärt Dr. Stefan
K. Hetz, Biologe und Fachreferent
für Heimtiere bei dem Verband. Die
saftigen Leckereien aus der Natur
schmecken Kanarienvögeln mit ihren
kleinen spitzen Schnäbeln genauso
wie Sittichen und Papageien.
Beliebt auf dem Speiseplan sind
neben den Klassikern Karotte, Gurke
und Salat auch Zucchini, Aubergine
oder Sellerie. Küchenkräuter wie zum
Beispiel Basilikum oder Kresse werden
von vielen Vogelarten ebenfalls gern
verputzt. Eine schmackhafte Alterna-
tive sind Gänseblümchen, Löwenzahn
und Wegerich. „Schnabel weg“ heißt es
dagegen bei Avocados. Einige Kohlsor-
ten können zudem Blähungen und Pro-
bleme bei der Verdauung verursachen.
Die frischen Beigaben liefern nicht
nur wichtige Nährwerte: An Kräutern
zu zupfen oder an baumelnden Gemü-
sespießen zu knabbern, ist gleichzeitig
eine attraktive Beschäftigung für die
Heimtiere.
Im Spätsommer und Herbst bietet
die Natur ein reichhaltiges Angebot
an Beeren. Vogelfreunde, die essbare
Beeren sicher erkennen, sammeln
dann heimische Beeren wie Mehlbee-
ren, Vogelbeeren oder Sanddorn. Als
Vorrat für den Winter können einige
Sorten getrocknet werden. Auch Mais-
kolben lassen sich auf diese Weise
haltbar machen.
Für einen gesunden Futtermix sollte
bei Papageien und Sittichen auch Obst
nicht fehlen. Früchte wie Äpfel, Birnen,
Aprikosen, Bananen, Kirschen und Ana-
nas werden oft gut vertragen, die Kerne
sollten jedoch nicht mit verfüttert wer-
den. Heimtier-Experte Dr. Hetz weist
aber auf den Energiegehalt im Obst hin:
„Ein zu häufiger und reichlicher Genuss
kann Übergewicht fördern.“ Das Frisch-
futter sollte für die Vögel immer gründ-
lich gewaschen und bei Bedarf geschält
werden.
Auch wenn Vögel bereits aus dem
Frischfutter einen großen Teil ihres
Flüssigkeitsbedarfs decken können,
sollten Tierfreunde stets frisches Was-
ser anbieten. Vor allem während der
warmen Sommermonate haben die
Tiere viel Durst.
Da auch eingetrocknete Gemüse-
und Obstreste ein Nährboden für
Keime sind, müssen Reste nach kurzer
Zeit entfernt und alle Schalen und
Klammern für Frischfutter ebenso wie
die Vogeltränken regelmäßig gründlich
gereinigt werden.
So farbenfroh wie ihr Gefieder, so
vielfältig sind die Vogelarten und
damit ihre Ansprüche an die Ernäh-
rung. „Wichtig ist, dass auch das
Frischfutter auf die jeweiligen speziel-
len Bedürfnisse und Vorlieben der
Ziervögel angepasst ist“, betont Hetz.
zza. 4/2026

