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Das gesamte Zoo & Co. Bross-Team blickt zuversichtlich in die Zukunft (hinten v. l.): Stella Saladin, Raphaela Wesch, Stefanie Broß-Bächle, Helmut Bross, Brita Egin,
Jean Baltzinger; (vorne v. l.): Susanne Bürg, Manassawee Khamsiri, Katja Schesterin, Rocky, Verena Broß, Verena Weber und Lukas Bürkle. Foto: Michael Rosenstiel
Der „ärmste Zoofachhändler
Deutschlands“ geht in Rente
48 Jahre lang hat Helmut Broß den Zoofachhandel mitgeprägt – mit Leidenschaft,
Fachwissen und einem unverwechselbaren Humor. Nun geht der Offenburger Händler
in Ruhestand. Sein Geschäft übergibt er in gute Hände: Norman Kelp
wird Zoo & Co. Bross gemäß dem Erfolgskonzept seines Vorgängers fortführen.
„Hier spricht der ärmste Zoofachhänd-
ler Deutschlands“ – mit dieser spaßi-
gen Begrüßung meldete sich Helmut
Broß gerne am Telefon, vor allem wenn
altbekannte Lieferanten anriefen. Der
71-Jährige hatte immer eine scherz-
hafte Bemerkung auf den Lippen. Doch
hinter dem Humor steckte kaufmänni-
scher Verstand: Gute Einkaufspreise
und solide Margen waren ihm ebenso
wichtig. Sonst hätte er wohl kaum
48 Jahre im Einzelhandel durchge -
halten – und vor allem keinen Nachfol-
ger gefunden.
Denn viele Fachgeschäfte scheitern
genau daran: zu klein, falsche Lage,
kein Personal, Sanierungsstau, veral -
tetes Sortiment. Dann findet sich kein
Käufer. Bei Zoo Bross in Offenburg
ist das anders. Rund 880 Quadrat -
meter Verkaufsfläche, dazu 120
Quadratmeter Lager, ein stark fre-
quentierter Standort im Gewerbege-
biet mit attraktivem Umfeld und über-
durchschnittlichem Einzugsgebiet. Seit
2009 ist das Geschäft hier ansässig
und läuft.
Ein Magnet für Kunden ist die
Lebendtier-Abteilung, die Helmut
Broß immer am Herzen lag: Aquaristik,
Terraristik, Vögel, Kleinsäuger. Vögel
und Meerschweinchen züchtet er
selbst, die übrigen Tiere bezieht er von
ausgewählten, möglichst regionalen
Züchtern und holt sie am liebsten
persönlich ab.
Vom Bäcker
zum Zoohändler
Dass er einmal Zoofachhändler wer-
den würde, hatte Broß nicht geplant.
Er ist gelernter Bäcker – zu seiner Zeit
sogar der jüngste Bäckermeister
Deutschlands. Eine Mehlstaub-Allergie
zwang ihn, den Beruf aufzugeben. Also
machte er sein Hobby zum Beruf:
Vogelbeobachtung und Vogelzucht
waren seine Leidenschaft. Ein Zoo-
fachgeschäft schien die logische
Konsequenz.
Fehlende Kenntnisse – etwa in der
Aquaristik – eignete er sich mit Freude
an. „Er liebte es, sich weiterzubilden,
besonders wenn es um Tiere ging“,
sagt seine Tochter Verena Broß, die
seit Jahren im Betrieb mitarbeitet.
1978 eröffnete Broß in Baden-Baden
sein erstes Geschäft, von Anfang an
mit lebenden Tieren. 1981 zog es ihn
zurück in seine Heimat Offenburg, wo
er in einem Einkaufszentrum startete
und das Geschäft kontinuierlich aus-
baute. Als dort kein Wachstum mehr
möglich war, fand er 2009 den heuti-
gen Standort und eröffnete einen Zoo
& Co., dessen Konzept ihn vor allem
wegen der Lebendtier-Option über-
zeugte.
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