Heimtiere im Winter__Brauchen Balu, Bella & Co. an kalten Tagen mehr Futter?

In der kalten Jahreszeit sollten Halterinnen und Halter besonders auf die Ernährung ihrer Heimtiere achten. Der ZZF – Zentralverband der Heimtierbranche erklärt, wie Hunde, Katzen und Kaninchen auch im Winter vital und aktiv bleiben.
Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und die Menschen gehen so langsam in den Wintermodus. Doch nicht nur das humane Verhalten verändert sich: Während wir uns Jacken überziehen und die Heizung aufdrehen, müssen sich Hunde, Katzen und Kleinsäuger ebenso auf die kalten Monate einstellen. Hier kommen einige Tipps, wie sich tierische Mitbewohner in der frostigen Jahreszeit wohl fühlen und gesund bleiben
„Im Herbst und Winter verändern sich auch die Ansprüche der Heimtiere, was ihren Energiehaushalt, das Aktivitätslevel und das Immunsystem betrifft“, erläutert Selina Schlierenkamp, ZZF-Fachreferentin für Heimtiere. „Neben der richtigen Ernährung und Haltung ist es wichtig, ihre individuellen Bedürfnisse zu erkennen und frühzeitig darauf zu reagieren.“
Mehr Energie und Kälteschutz für Hunde
Hunde, die auch bei Kälte, Eis und Schnee im Freien unterwegs sind, verbrauchen jetzt mehr Energie, um ihre Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Ihr Futter sollte daher gut verdauliche Proteine sowie hochwertige Fette enthalten, die ihren erhöhten Energiebedarf decken. Bei der Umstellung ist die Futterration nur langsam und bedarfsgerecht zu erhöhen.
„Um Übergewicht zu vermeiden, sollten Halterinnen und Halter das Gewicht ihrer Hunde beobachten, die Futtermenge sollte an die Aktivität angepasst oder wieder reduziert werden, wenn die Hunde lieber in der warmen Stube bleiben.”, sagt Schlierenkamp und weist außerdem darauf hin, dass Hunde auch an kalten Tagen ausreichend trinken sollten, damit Stoffwechsel und Kreislauf stabil bleiben.
Besonders kleine Hunde mit kurzem Fell und Welpen, auch ältere oder kranke Tiere frieren schnell. Für sie gilt beim Gassi gehen: Öfter mal ein kürzere Runde statt lange Strecken am Stück. Ausstattungen wie Hundemäntel gegen Regen oder Kälte unterstützen nicht nur empfindliche Vierbeiner, sondern vor allem auch solche Rassen vor Unterkühlung, die von Natur aus keine oder nur wenig Unterwolle haben.
Katzen brauchen einen Rückzugsort
A, B, C, die Katze läuft im Schnee? Während manche bei Minusgraden durchs Revier streifen, setzen andere keine Pfote vor die Tür – Samtpfoten sind eben auch im Winter eigensinnig.
Katzen, die regelmäßig draußen unterwegs sind, bilden ein Winterfell mit dichter, isolierender Unterwolle, das sie auch vor Wind und Nässe schützt. Bei reinen Stubentigern ist der Fellwechsel weniger stark ausgeprägt. „Ein vitaler, gesunder Freigänger kann ohne Bedenken selbst bei klirrender Kälte im Freien streunen“, so Schlierenkamp.
„Ist keine Katzenklappe vorhanden, sollte das Tier jederzeit Zugang zu einem trockenen, zugluftfreien Unterschlupf haben.“ Kitten unter sechs Monaten, betagte Graupfoten und Rassen ohne Unterwolle sind anfälliger für Kälte und Infektionen – sie bleiben besser drinnen.
Katzen schlafen im Winter bis zu 20 Stunden am Tag. Je nach Aktivität variiert entsprechend ihr Energiebedarf: Freigänger verbrauchen bei kaltem Wetter oft mehr Kalorien, zusätzlich angefutterte Pfunde verlieren sie im Frühling dann meist wieder. Bei Wohnungskatzen sollten Halterinnen und Halter das Gewicht das ganze Jahr über kontrollieren, eventuell die Futtermenge anpassen und für ausreichend Bewegung und Beschäftigung sorgen.
Trinkwasser für Kaninchen kontrollieren
Auf dem Speiseplan von Kaninchen steht auch im Winter ein ausgewogener Mix aus reichlich Heu und Frischfutter, davon etwa ein Drittel aus Gemüse wie Karotten oder Sellerie.
Im Außengehege brauchen sie energiereiche Nahrung, um ihre Körperwärme und den Stoffwechsel aufrechtzuerhalten. Dazu stärkt Futter mit vitamin- und eiweißreichen Bestandteilen ihr Immunsystem. „Frisches Gemüse, in geringeren Mengen auch Obst, bitte nur in kleinen Portionen, aber dafür häufiger anbieten, damit alles sofort gefressen wird“, erklärt Schlierenkamp. Denn gefrorenes oder zu kaltes Futter könne Magen-Darm-Probleme auslösen.
Bei unter null Grad muss das Trinkwasser im Außengehege mehrmals täglich kontrolliert und bei Bedarf erneuert werden. Offene Näpfe sind besser geeignet als Nippeltränken mit einem Auslaufrohr aus Metall, denn die Zunge der Kaninchen kann am Metall festfrieren.
Bei Fragen zur Ernährung von Heimtieren im Winter berät der Zoofachhandel.
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