Statistik__Immer mehr angestellte Tierärzte

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Deutsche Tierärzte und Tierärztinnen entscheiden sich offenbar immer häufiger für das Angestelltenverhältnis, statt eine eigene Praxis zu führen. Das führt laut Bundestierärztekammer zu einem Mangel an geleisteten Arbeitsstunden.

Die Bundestierärztekammer (BTK) hat die Tierärztestatistik für das Jahr 2023 veröffentlicht. In dieser werden jährlich anhand der Meldedaten der Tierärztekammern Zahlen zur deutschen Tierärzteschaft erhoben. Die Anzahl der Tierärzte und Tierärztinnen ist auch 2023 im Vergleich zum Vorjahr wieder leicht gestiegen – von 44.618 auf 45.163.

Die Anzahl der Angestellten ist in den letzten Jahren laut BTK kontinuierlich gestiegen und hat 2023 die Anzahl der Niedergelassenen eingeholt. „Angestellte Vollzeitkräfte mit 40 Wochenstunden können die bis zu doppelte Arbeitszeit eines Selbstständigen nur in Teilen abdecken“, sagt Dr. Holger Vogel, Präsident der BTK.

Mangel an Arbeitsstunden

Der gefühlte Tierärztemangel ist also weniger ein Problem der Anzahl an Tierärzten, als vielmehr ein Mangel an Arbeitszeitstunden. Besonders auffällig sei auch die Abnahme der Anzahl niedergelassener Tierärzte im Jahr 2023. Im Jahresvergleich 2022/2023 sei deren Verlust mit 306 mehr als doppelt so hoch gewesen als 2021/2022 mit 146, heißt es in einer Pressemitteilung der BTK. Möglicherweise sei das auch auf den Verkauf von Praxen an sogenannte Ketten zurückzuführen.

In der jährlichen Statistik bisher unveröffentlicht ist die Aufschlüsselung der Altersstruktur der Tierärzte nach Kammerzugehörigkeit. Die Altersstrukturen ähneln sich in allen 17 Kammerbereichen. Bei genauerer Betrachtung der Altersstruktur nach Tätigkeiten fällt auf, dass bei den beamteten und im öffentlichen Dienst angestellten Tierärzten durch den höheren Anteil der 30- bis 39-Jährigen 2023 im Vergleich zu den Vorjahren eine Tendenz zur Verjüngung zu erkennen ist. Gleichzeitig ist der Anteil der 60- bis 69-jährigen ebenfalls gestiegen. Es rolle also eine Rentenwelle auf diesen Tätigkeitsbereich zu, so die BTK.