In Weinkisten, Leiterwägen und Körben wird im Kölle-Zoo Würzburg ein hochwertiges BARF-Futtersortiment angeboten: Kausnacks, Öle und Nahrungsergänzungen, Futter und Tiefkühlprodukte – in Premiumqualität und vorwiegend „Made in Germany“. Das über 300 Artikel starke Sortiment steht für eine gesunde, nachhaltige und möglichst artgerechte Fütterung – auch von Katzen. Silvia Wirsching, stellvertretende Betriebsleiterin im Kölle-Zoo Würzburg, weiß aus der Praxis: „BARF ist vielen Katzenhaltern ein Begriff und wird öfter nachgefragt als man gemeinhin denkt. Vor allem von Haltern allergischer oder futtersensibler Katzen.“
Futterumstellung gut beraten Verschiedene BARF-Produkte, so die Expertin, eignen sich hervorragend als Snack: Getrocknete Hühner- oder Enten-Filets sind ideal für zwischendurch. Sie werden von Katzen übrigens sehr gerne angenommen. Katzen orientieren sich hauptsächlich an dem Geruch der Mahlzeit. Das Futter muss ihren feinen Geschmack treffen, denn ihre Nase isst sprichwörtlich mit. Auch die Konsistenz sowie die Temperatur können ausschlaggebend dafür sein, ob die Katze das Futter anrührt. Wichtig ist das Vortauen der BARF-Fleischration – manche Katzen bevorzugen das Vortauen im Kühlschrank und das anschließende Auftauen bei Zimmertemperatur. Andere wiederum mögen es, wenn das Fleisch in der Mikrowelle aufgetaut und körperwarm gereicht wird. Und wiederum andere verschmähen rohes Fleisch gänzlich und wollen es lieber gekocht bzw. gebraten im Napf vorfinden, wobei diese Variante dann nicht mehr dem Prinzip der Rohfütterung entspricht. Jede Katze hat ihre eigenen Vorlieben. Pansen ist bei Hunden in der Futterumstellung elementar, bei Katzen sollte er weggelassen werden, sie würden ihn ohnehin nicht annehmen. Das absolute A&O ist das für Katzen lebensnotwendige Taurin, das im Sortiment als Nahrungsergänzung/Supplement zu finden ist. Dieses sollte vorab mit Wasser verrührt werden, ehe es dem Futter untergemengt wird, sonst schmeckt es bitter. Auch Nachtkerzenöl ist wichtig, denn es beugt Fettsäuremangel vor, ist gut für Fell und Haut und unterstützt den Fellwechsel.
Schrittweiser Einstieg
Katzen mögen ihre Mahlzeiten gerne ein wenig „suppig“, daher darf die BARF-Ration gerne mit Wasser vermengt werden, wobei ebenfalls auf die bevorzugte Temperatur (kühl, zimmer- oder körperwarm) zu achten ist. Katzen, die „gebarft“ werden, haben übrigens einen niedrigeren Flüssigkeitsbedarf als die herkömmlich gefütterten Artgenossen, da das Fleisch mehr Feuchtigkeit als konventionelle Tiernahrung enthält. Sie trinken entsprechend weniger. Apropos Trinken: Katzen das Wasser bitte nie neben das Futter stellen, da wird es nicht angenommen. Beliebter ist es auf dem Fenstersims, hinter dem Sofa oder sonst wo, nur eben nicht neben dem Futternapf. Da steckt in der domestizierten Katze immer noch die Wildkatze – die konnte ihren Durst selten neben dem Beutetier stillen. Daher sieht man Katzen oft Wasser z.B. aus Gießkannen oder Wasserhähnen schlecken. Eine bisher trocken gefütterte Katze wird sich mit der Neuerung im Napf schwer tun. Ein schrittweiser BARF-Einstieg kann helfen: Zunächst wird das bisherige Trockenfutter befeuchtet. Erst mit ein paar Tropfen, dann nach und nach den Feuchtigkeitsanteil erhöhen. Dann kommt hochwertiges Nassfutter (möglichst getreidefrei) häppchenweise unter das befeuchtete Trockenfutter. Der Trockenfutteranteil wird schrittweise zugunsten des hochwertigen Nassfutters verringert. Erst dann sollte man kleine Stückchen, z.B. Geflügelbrust, anbieten und verschiedene Fleischsorten probieren, um die jeweilige Akzeptanz zu testen. Geflügel wird von Katzen in der Regel besser vertragen als Rind. Verweigert die Katze das rohe Fleisch, empfiehlt es sich, entweder das rohe Fleisch mit dem Dosenfutter zu vermengen oder das Trockenfutter in einem Gefrierbeutel zu zerklopfen und das Rohfleisch in den Trockenfutterbröseln zu wenden. Die meisten Katzen lassen sich auf die eine oder andere Art „überzeugen“. Wenn alles nichts hilft, kann das Prozedere mit gekochtem Fleisch durchgeführt werden und die Garzeit wird nach und nach so weit verringert, bis das Fleisch roh bleibt. (Entspricht damit allerdings nicht den Prinzipien der Rohfütterung.) Manche Katzen brauchen keinen schrittweisen Einstieg. In diesem, doch eher seltenen Fall, klappt die Umstellung problemlos von einem Tag auf den anderen bzw. mit der ersten BARF-Mahlzeit. „BARF ist bei Katzen zwar schwierig, aber keinesfalls unmöglich. Der Halter muss nur auf die jeweiligen Vorlieben und Gewohnheiten in Bezug auf das Fressverhalten besonders sensibel Rücksicht nehmen“, betont Silvia Wirsching.