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Zukunftsvisionen : Quo vadis Terraristik?

In Medienberichten zerrissen, von der Politik unter Beobachtung, im Handel eine Frage der Wirtschaftlichkeit – die Terraristik hat derzeit keinen leichten Stand. Wie sieht die Zukunft der Terraristik im Fachhandel aus? Was müsste/sollte sich ändern und welche Optionen sprechen für einen erfolgreichen Fortbestand? Die zza-Redaktion wollte von Terraristik-Experten wissen: „Quo vadis Terraristik? – Zukunftsvisionen für ein angeschlagenes Hobby“.

"Faszination und Inspiration übertragen“

Ich möchte an dieser Stelle klar und deutlich sagen: Die Terraristik ist kein angeschlagenes Hobby! Das wäre ja eine Aussage, die denen entgegen- kommt, die das gerne hätten und davor sollten wir uns hüten. Der Markt wächst immer noch, wenn auch wesentlich langsamer als in den vergangenen Jahren, hat aber noch enorm viel Potenzial. Wie ja auch schon mehrfach kommuniziert wurde, fehlt es im Moment an der Motivation im Zoofachhandel. Es werden Terrarienanlagen verkleinert, vorhandene Terrarien sind nur spärlich besetzt und Schauterrarien werden schlecht gepflegt. Der Fachhandel und der Kunde brauchen aber das positive Erlebnis und Emotionen. Vor allen Dingen gehört das Tier wieder in den Mittelpunkt und mit Bedacht ausgewählt, denn wenn jeder Zoofachhändler die gleichen Tiere anbietet, fehlt die gewünschte Begeisterung – sowohl beim Personal als auch beim Kunden.

Ganz klar darf man sagen: Terraristik hat sich mit der Zeit sehr stark verändert und das definitiv zum Positiven, auch für die Tiere. Terraristik ist für den Anfänger sehr viel besser überschaubar und „erlernbar“ geworden. Exo Terra bietet Terrarien mit einer optimalen Belüftung und die heute erhältliche Terrarientechnik sorgt dafür, dass Reptilien, Amphibien und Wirbellose unter artgerechten Bedingungen gehalten werden können. Die Technik in der Terraristik ist einfacher, kompakter und günstiger geworden. Gute Terrarientechnik löst heutzutage viele Probleme bei der Haltung exotischer Reptilien und Amphibien – diese Terrarientechnik muss eben nur fachgerecht eingesetzt werden.

Wichtiger als jeder Fortschritt in Sachen Terrarientechnik ist jedoch der weltweite Gesinnungswandel in der Terraristik selbst. Vergleicht man die heutige Terraristik mit der Terraristik aus ihren Anfängen, dann muss man feststellen, dass sich das Selbstverständnis der Terrarianer sehr verändert hat. Geht es heute um die Reptilienhaltung, dann reden wir fast immer von Nachzuchten. Die Terraristik ist mittlerweile keine Bedrohung für Reptilien und Amphibien mehr, sondern schon längst ein stützendes Element beim Erhalt von Arten. Natürlich finden sich auch unter heutigen Terraristik-Freunden schwarze Schafe, die Wildfänge vor allem dann akzeptieren, wenn sich ihr „Wunsch-Reptil“ auf legalem Wege nicht beschaffen lässt. Hier ist dann tatsächlich oft jeder Preis recht, um eine solch seltene Spezies ins eigene Terrarium zu holen. Trotzdem handelt es sich hierbei um Ausnahmen, denn die aktuelle Terraristik zeigt, dass der allergrößte Teil der Terrarianer streng im Sinne der Terra- rientiere und deren Wohlergehen sowie ihrem Artenerhalt handelt.

Die Faszination der Terraristik ist nicht einfach zu definieren – man muss sie selbst erlebt haben, um zu verstehen, warum so viele Menschen der unglaublichen Faszination dieses Hobbys erliegen und warum Terraristik darüber hinaus viel mehr als ein bloßes Hobby ist. Unser Ziel muss es sein, diese Faszination durch Inspirationen an potenzielle Kunden zu übertragen.

„Das Interesse nimmt nicht ab, sondern zu“

In den politischen Diskussionen zum Thema Wildtierimportverbot, in denen wir aktiv mitgewirkt haben, konnten wir beobachten, dass die Politiker durchaus für belegbare Argumente zugänglich sind. So konnte die Situation in der Aquaristik entschärft werden, da viele Argumente der selbsternannten Tierrechtler erfunden waren (Dr. Stefan Hetz, Präsident des VDA, wies nach, dass die hohen Importverlustzahlen erlogen waren) und wir Aquarianer bereits viele Maßnahmen zum Schutz der Tiere ergriffen hatten, bevor sie überhaupt gefordert werden konnten. Diese Erfahrungen sollten wir auf unsere Aktivitäten in der Terraristik übertragen. Wir müssen an die Hauptkritikpunkte (z. B. Börsen) aktiv herangehen und Maßnahmen ergreifen, die keine Kritik mehr zulassen. Wir müssen die Geschichten über die Ausrottung von Arten (z. B. Blauer Zwerggecko) richtigstellen und belegen, dass es sich um Märchen handelt. Fachleute können dies mühelos! Wir haben hier noch nicht verloren, dürfen aber nicht weiter abwarten. Es muss sofort gehandelt werden und die Handlungen und Fakten über Nachzuchtzahlen auch an die Politik kommuniziert werden. Der ZZF, VDA und der BNA sind drei Organisationen, die genau dies können.

Das Interesse an der Terraristik nimmt nicht ab, sondern zu! Geschäfte mit attraktiven Terraristikanlagen und spezialisierten Fachverkäufern (!) in diesem Sektor verzeichnen Zuwachszahlen im zweistelligen Bereich. JBL reagiert auf diesen Trend und bringt 2015 viele neue Terraristikprodukte. Alle JBL Leucht- mittel wurden mit Energieeffizienzlabel versehen. JBL investiert weiterhin in den Terraristikmarkt.

Die schönen Aktionen zum „Terra-Scapen“ zeigen ebenfalls Wirkung und die Terrarien wandeln sich vom Stein-Kaktus-Sand-Terrarium zu echten kleinen Wüstenbiotopen mit passenden Tages- und Nachttemperaturen. Viele Aktivitäten, die in der Aquaristik funktionieren, werden auch in der Terraristik helfen!

„Das Image der Terraristik hat sich deutlich gewandelt“

Die Terraristik hat sich in den letzten Jahren als seriöses Hobby etabliert und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Der Markt wächst zwar langsam, aber kontinuierlich. Dies liegt zum einen daran, dass der Kreis der Terraristik-Interessierten wächst, u.a. weil sich das Image der Terraristik deutlich ge- wandelt hat. Inzwischen wird das Hobby nicht mehr nur von Spezialisten betrieben, sondern spricht einen breiten – z.T. auch jüngeren – Kundenkreis an. Weiterhin trägt zum Marktwachstum bei, dass es im Zoofachhandel immer mehr schön inszenierte Terraristikabteilungen mit sehr guter Beratung gibt. Ferner wird die Haltung der Tiere immer unkomplizierter und gleichzeitig artgerechter durch einfachere und verbesserte Produkte. So bieten wir von Tetra eine gut sortierte Palette von Haupt- und Spezialfuttern an. Dazu Nahrungsergänzungsmittel zur optimalen Versorgung der Tiere mit Vitaminen und Mineralstoffen sowie verschiedenste Pflegemittel. Ferner ermöglichen wir mit durchdachten Technikartikeln das einfache Betreiben der Terraristik, bspw. mit dem Tetra ReptoDecoFilter in Felsoptik, der gleichzeitig eine ansprechende Gestaltung des Aquaterrariums erlaubt.

Es gibt sicherlich viele Möglichkeiten, wie Industrie und Handel gemeinsam die Terraristik voranbringen können. Die Veranstaltung von Terraristiktagen im Zoofachhandel sorgt sicherlich ebenso für positive Aufmerksamkeit wie die Ausweitung von gut konzipierten Messen, Börsen und Ausstellungen. Insgesamt müssen wir die Faszination der Terraristik erlebbar machen. Von Seiten der Industrie sind hier intelligente Produktlösungen und die durchdachte Unterstützung des Handels notwendig. So bieten wir seit Frühjahr 2013 mit unserem Tetra ReptoAquaSet ein umfangreiches Komplett-Set an, das neben dem eigentlichen Becken auch die nötige Technik, Einrichtungs- und Dekorationsmaterialien sowie Proben von Futter- und Pflegeprodukten beinhaltet. Damit kann der Konsument umgehend mit dem faszinierenden Hobby Terraristik beginnen. Grundsätzlich beraten wir unsere Fachhandelspartner zu all unseren Produkten mit Expertenwissen. Selbstverständlich arbeiten wir auch konsequent an unseren Produkten, um diese stetig zu verbessern und damit die Haltung der Tiere und das Betreiben des Hobbys zu optimieren.