Das klang nicht besonders dramatisch: „Mein Hund hat unter einem Auge ein kleines Geschwür. Nur ganz klein, doch es will nicht zuheilen. Salben oder ein Wundpuder haben nichts gebracht.“ Die tierärztliche Untersuchung ergab: Einige Zentimeter unter dem rechten Auge befand sich ein diskretes Geschwür, wenige Millimeter im Durchmesser. Aus ihm entleerten sich auf Druck einige Tropfen blutig/eitriges Sekret. Die Sonde verschwand mehrere Zentimeter in seiner Öffnung.
Fest stand: Keine äußerliche Behandlung helfen. Es handelte sich um eine Fistel, dessen Ursache in der entzündeten Wurzel eines Backenzahnes lag. Sicherheitshalber könnte man noch eine Röntgenaufnahme des Kiefers machen, um zu sehen, welcher Zahn genau oder gar mehrere Zähne befallen waren.
Zahnarzt muss den Zahn des Hundes ziehen
Und die Behandlung? Menschen würde sich wohl einer umfangreichen Wurzelsanierung unterziehen müssen. Eine nicht einfache Operation mit wochenlanger Nachbehandlung. Das wäre prinzipiell auch beim Hundepatienten möglich. In aller Regel wird der behandelnde Arzt den betroffenen Zahn wohl eher ziehen.
Das geschieht in Vollnarkose, der Hund bekommt davon nichts mit. Die Wundhöhle verheilt schnell. Einige Tage darf der Patient nur suppige Nahrung zu sich nehmen. Damit sich keine umfangreiche Entzündung entwickelt, ist ein antibiotischer Schutz über mehrere Tage angebracht.
Und das Geschwür unter dem Auge? Das verheilt nach der Beseitigung der inneren Ursache im Nu. Hundebesitzer sollten schon bei den ersten Anzeichen einer solchen Zahnwurzelentzündung – manchmal ist es auch nur eine leichte Schwellung („dicke Backe“) – den Tierarzt aufsuchen! Dann kann der Zahn vielleicht noch gerettet werden.