Im Spätsommer und Herbst nehmen Landschildkröten die Abnahme von Tageslichtdauer und Temperaturen wahr. Sie reagieren darauf, indem sie ruhiger werden und weniger fressen, bis sie die Nahrungsaufnahme komplett einstellen.
Im Außengehege graben sich die Tiere an einer geeigneten Stelle im Boden ein und überwintern dort. Diese Art der Überwinterung birgt jedoch das Risiko, dass die Tiere erfrieren, wenn es ein besonders strenger Winter ist, oder die Temperatur nicht ausreichend niedrig ist, wenn der Winter besonders mild ist. Außerdem könnten die Schildkröten von anderen Tiere, etwa Ratten, verletzt werden. Daher bevorzugen viele Schildkrötenhalter inzwischen die oft beschriebene "Kühlschrank-Methode".
Überwintern im Kühlschrank
Um die Tiere vorzubereiten, werden ggf. Temperaturen und Lichtdauer im Gehege, sofern es sich nicht um ein Freigehege handelt, allmählich abgesenkt. Wenn die Tiere sich vergraben und ihre Aktivität einstellen, kommen sie in eine Kiste mit Deckel. Diese kann aus Holz oder Plastik sein und sollten für eine gute Durchlüftung mit kleinen Löchern versehen sein.
Die Kiste muss so groß sein, dass sich das Tier bzw. die Tiere darin gut umdrehen können. Die Kiste enthält ein Gemisch aus Moos und Buchenlaub. Darin überwintert die Schildkröte. Moos und Buchenlaub müssen während der Zeit übrigens immer leicht feucht sein, damit das Tier nicht austrocknet.
Wenn die Tiere nicht zur Ruhe kommen
Wenn die Schildkröten in einem besonders milden Herbst einmal nicht recht zur Ruhe kommen, hilft es, sie in einer größeren Kiste mit einem grabfähigen Sand-Erde-Gemisch und einer Schicht aus Moos und Buchenlaub an einen kühleren Ort zu bringen. Wenn sich die Tiere dann darin vergraben, können sie in die kleinere Überwinterungskiste umziehen.
Anschließend kommen die Tiere in ihren Boxen tatsächlich in einen aus hygienischen Gründen eigens dafür vorgesehenen Kühlschrank (oder einen Raum mit ähnlicher, konstant-bleibender Temperatur).
Eine konstante Temperatur ist wichtig
Der Kühlschrank hat den Vorteil, dass sich die Tiere darin gut überwachen lassen und dass eine konstante Temperatur zwischen 4 und 7 Grad Celsius gut eingehalten werden kann. Kälter darf es nicht sein, damit keine Erfrierungen drohen. Wärmer darf es nicht werden, weil sonst der Stoffwechsel der Tiere, der während der Winterstarre fast zum Erliegen kommt, wieder kurz angeregt wird und das zu gefährlichen Leberschäden führen kann.
Selbstverständlich sollte der Kühlschrank leise und erschütterungsfrei arbeiten, um den Tieren eine möglichst ungestörte Ruhephase zu ermöglichen.
Tiere regelmäßig untersuchen und wiegen
Während der Zeit der Überwinterung den Kühlschrank regelmäßig kurz öffnen und am besten täglich die Temperatur bei den Tieren überprüfen. Dabei kann auch die Feuchtigkeit des Substrats überprüft und reguliert werden. Alle zwei bis vier Wochen sollten die Tiere auf ihren äußeren Zustand hin untersucht und auch gewogen werden.Während der Ruhezeit sollten sie nicht mehr als 10 Prozent des Körpergewichts bei der Einwinterung verlieren. Untersuchung und Wiegen sollten ruhig und einigermaßen flink erfolgen, stört die Tiere in ihrem "starren" Zustand jedoch nicht weiter.
Wenn das Frühjahr naht, werden die Tiere langsam wieder an die zunehmenden Temperaturen und Lichtlängen gewöhnt. Dies findet zunächst zum Beispiel in einem kühlen Kellerraum, dann jeweils immer ein bisschen wärmer und länger hell werdend, statt, bis die Tiere wieder in ihr Gehege ziehen können. Das sollte frostsicher ausgestattet sein - denn auch im Frühling gibt es noch kalte Tage und vor allem auch Nächte.
Der terraristikkundiger Zoofachhändler ist zu diesem wichtigen Thema ein kompetenter Ansprechpartner.
Heimtier Report: Alles über Landschildkröten
Detlef Brenner von Pflanzen-Kölle spricht im Interview über die optimale Haltung und Pflege von Landschildkröten. Er gibt Tipps, wie man die Tiere auf die Winterstarre vorbereitet.