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Technik im Terrarium: die Temperaturregelung

Zwei Bartagamen im Terrarium
Nur bei der richtigen Temperatur laufen die wichtigen Stoffwechselvorgänge der Terrarientiere.

Im Terrarium ist die Einrichtung optimaler Klimawerte essentiell. Das bedeutet, dass die Werte, wie sie im Lebensraum einer bestimmten Tierart in der freien Natur vorgefunden werden, im Mini-Biotop sehr genau nachempfunden werden.

von Dr. Regine Rottmayer

Reptilien und Amphibien können als wechselwarme Tiere ihre Körpertemperatur nicht alleine aufrechterhalten, sie müssen Wärmeenergie aus ihrer Umgebung aufnehmen. Die Technik für die richtige Temperatur im Terrarium ist daher genauso wichtige wie die richtige Beleuchtung.

Nur bei der passenden Körpertemperatur laufen wichtige Stoffwechselvorgänge wie zum Beispiel Futteraufnahme und Verdauung optimal ab. Auch viele natürliche Verhaltensweisen der Tiere, wie man sie im Terrarium beobachten will, sind eng an die Umgebungstemperatur gekoppelt.

Unterschiedliche technische Möglichkeiten

Zur Herstellung optimaler Temperaturwerte im Terrarium gibt es unterschiedliche technische Möglichkeiten, wie etwa spezielle Wärmelampen, Heizmatten oder Heizkabel.

Zu beachten ist dabei, dass Terrarientiere wie in der Natur davon ausgehen, dass die Wärme von der Sonne kommt. Das bedeutet, dass an idealen Sonnenplätzen im Terrarium eine helle Lichtquelle, eine Wärmequelle und eine UV-B-Quelle kombiniert von oben, also als "künstliche Sonne" angeboten werden.

Inwieweit die Grundtemperatur des restlichen Terrariums geregelt wird, ist individuell sehr unterschiedlich und von vielen Faktoren abhängig. Dazu gehören unter anderem die Größe und Höhe des Terrariums, das Material des Terrariums, die Umgebungstemperatur des Raumes, in dem das Terrarium steht, die Lebensweise der gepflegten Tierart und so weiter. Leider gibt es kein "Standardrezept". Welche technischen Einrichtungen jeweils empfehlenswert sind und in welcher Dimensionierung, erklärt Ihnen für Ihren speziellen Fall Ihr Terraristik-kundiger Zoofachhändler vor Ort.

Ein paar Tipps zur Temperaturregelung im Terrarium:

  • Ideal ist es, ein Terrarium bereits vor dem Tierkauf fertig einzurichten und ein paar Tage lang zu testen, ob die für die gewählte Tierart erforderlichen Bedingungen eingehalten werden können oder ob noch technische Anpassungen erforderlich sind.
  • Wichtig ist in jedem Fall, dass niemals im ganzen Terrarium eine konstante Temperatur herrschen darf. Es muss, wie in der Natur in der Regel auch, immer die Möglichkeit für die Tiere bestehen, zwischen etwas wärmeren und etwas kühleren Plätzen zu wählen und ihre Körpertemperatur individuell zu regulieren. Das bedeutet, dass zum Beispiel eine Ecke des Terrariums wärmer gehalten wird, etwa indem dort ein Sonnenplatz eingerichtet wird und eine andere Ecke etwas kühler gehalten wird, indem dort auch schattige Rückzugsmöglichkeiten geschaffen werden oder der Bodengrund etwas feucht gehalten wird.
  • Je nach Tierart ist ggfs. eine nächtliche Temperaturabsenkung erforderlich. Zeitschaltuhren leisten gute Dienste bei der Regelung der Beleuchtung und Beheizung von Terrarien.
  • Thermometer zur Überprüfung der Temperaturwerte sollten auf jeden Fall im Aufenthaltsbereich der Tiere angebracht sein, da die Temperatur in diesen Bereichen des Terrariums entscheidend ist. Da warme Luft nach oben steigt, ist in den höher gelegenen Teilen eines Terrariums die Temperatur höher als im Bodenbereich.
  • Inzwischen gibt es auch Geräte, die den Temperaturverlauf im Terrarium über den Tag hinweg aufzeichnen und bei der Optimierung helfen können.
  • Am wichtigsten ist immer, dass von den Heizelementen keine Gefahr für die Tiere ausgeht. So gibt es etwa spezielle Schutzkörbe für stark wärmeentwickelnde Lampen, um hitzebedingten Verletzungen der Tiere vorbeugen.