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Politik und Tier : zza trifft Olav Gutting, MdB

In über einem Drittel aller deutschen Haushalte leben Heimtiere, darunter ist natürlich auch so mancher Politiker-Haushalt. Zahlreiche Mitglieder des Deutschen Bundestages teilen ihr Heim mit einem Tier – warum sie Tiere halten, wie sich das Zusammenleben gestaltet und welche Rolle ihrer Meinung nach Heimtiere in unserer Gesellschaft spielen sollten, ergründet unsere zza-Serie „Politik & Tier“. Hier die Antworten von MdB Olav Gutting (CDU).

zza: Sie haben ein Heimtier, welches?

Olav Gutting: Ich hatte in den letzten 40 Jahren – zumindest gefühlt – schon fast jedes Haustier. Das waren eine Katze, zwei Hunde, Fische, Vögel, Wasser- und Landschildkröten und ein Goldhamster. Derzeit habe ich allerdings kein Heimtier. Das ständige Pendeln zwischen meinem Wahlkreis und Berlin lässt eine verantwortungsbewusste Tierhaltung nicht zu. Zurzeit „leihe“ ich mir den Hund Luke ab und an von meinem Cousin.

Wieso haben Sie sich gerade für Luke entschieden?

Meine Lieblinge waren und sind immer noch die Hunde. Für mich das vielseitigste Haustier. Ob aktiv in der Natur, beim Sport oder zuhause gemütlich auf der Couch. Meine Hunde waren immer dabei und vollwertige Familienmitglieder.

Wie sind Sie zu Ihrem ersten Hund gekommen?

Nachdem ich als Kind nach Schulschluss über Wochen meine Tage bei einem Wurf Zwergpudel verbracht habe, schenkten mir meine Eltern als Überraschung zu Weihnachten einen Rüden aus diesem Wurf. Bis heute mit Abstand mein schönstes Weihnachtsgeschenk.

Was bedeutet Heimtierhaltung für Sie?

Ein Heimtier ist nicht nur Spielkamerad und Biologieunterricht hautnah sondern bedeutet auch Verantwortung. Und Verantwortung zu übernehmen, einem Tier einen Lebensraum zu schaffen in dem es sich wohlfühlt, das kann tief befriedigen. Haustiere tun ihrem Menschen einfach gut.

Hatten Sie schon als Kind ein Tier?

Meine ersten Haustiere waren drei kleine Wasserschildkröten. Ich kann mich noch gut an das Kunststoffbassin mit einer kleinen Insel in der Mitte und einer kleinen Plastikpalme darauf erinnern. Heute wird dieses Zubehör zu Recht als nicht mehr tierschutzgerecht angesehen. Meine Großeltern waren noch Nebenerwerbslandwirte, da gab es auch immer Hühner und Schweine.

Tiere gehen nicht wählen. Unterstützen Heimtiere Ihre politische Arbeit dennoch?

Ein Kollege aus dem Finanzausschuss bringt manchmal den Spruch: „Das versteht meine Kuh Elsa nicht, das Gesetz ist zu kompliziert und kann so nicht beschlossen werden“. Nicht immer ernst gemeint, aber ein „Perspektivwechsel“ kann hilfreich sein.

Sollten Tiere in unserer Gesellschaft in Zukunft eine größere Rolle spielen?

Auch wenn ich derzeit kein Haustier habe, liegen mir Tiere am Herzen. Als Christ in der Union geht es mir dabei nicht nur um die Bewahrung der Schöpfung. Viele Studien und Forschungsergebnisse zeigen, dass Haustiere einen positiven Effekt auf unser Zusammenleben und bei der Erziehung unserer Kinder haben. In einer alternden Gesellschaft gewinnt das Tier auch als Therapeut an Bedeutung.

Welche Tiere faszinieren Sie neben Hunden am meisten?

Durch meine Nähe zum BNA habe ich öfter Kontakt mit sogenannten Exoten. Und natürlich üben exotische Tiere bei artgerechter Haltung eine große Faszination aus. Ansonsten komme ich dann wieder auf den Hund. Nicht nur das Herrchen erzieht den Hund sondern auch umgekehrt. Das wird einem immer dann bewusst, wenn man bei kaltem Schmuddelwetter mal wieder mit vor die Tür muss.

Zur Person

Olav Gutting, 1970 in Karlsruhe geboren, ist seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages. Als stets direkter gewählter Abgeordneter vertritt er den Wahlkreis Bruchsal-Schwetzingen. Im 18. Deutschen Bundestag ist er Ordentliches Mitglied im Finanzausschuss und Stellvertretendes Mitglied in den Ausschüssen für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie für Recht und Verbraucherschutz. Er ist außerdem Mitglied im Fraktionsvorstand der CDU/CSU und Vorsitzender des Landesfachausschusses Umwelt und Energie der CDU Baden-Württemberg.

Gutting trat 1986 noch als Schüler in die Junge Union ein, CDU-Mitglied ist er seit 2001. Er studierte Rechtswissenschaft an den Universitäten Mannheim und Heidelberg sowie der Stetson University/USA. Seit 2000 ist er als Rechtsanwalt zugelassen. Der Rechtsanwalt ist Sozius in der Kanzlei Gutting Steuerberater und Rechtsanwälte. Zudem engagiert er sich u.a. in der Weltliga für Freiheit und Demokratie Deutschland e.V., deren Vize-Präsident er ist.

aus: zza 3/2015, Seite 6